Nach schwerem Sturz von Tadej Pogacar: Urska Zigart gibt Update – „Er wird stärker zurückkehren“

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 12 September 2026 um 13:30
Tadej Pogacar und Urska Zigart bei Strade Bianche.
Tadej Pogacar wird 2026 kein Rennen mehr bestreiten. Ganz von der Radsportbühne verschwinden wird der Weltmeister in den kommenden Wochen allerdings nicht: Bei den Weltmeisterschaften in Kanada soll er vor Ort sein, um seine Verlobte Urska Zigart zu unterstützen. Wenige Wochen nach Pogacars vorzeitigem Saisonende infolge seiner Sturzverletzungen gab die Slowenin nun ein Update zum Zustand des Weltmeisters.
„Es ist zwar nicht ganz Heimspiel, aber es wird sehr besonders, so viele Fans dort zu haben“, sagte Zigart gegenüber DirectVelo. Die Slowenin befindet sich in der finalen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Montreal, bei denen sie als Außenseiterin in den Kampf um das Regenbogentrikot geht.

Pogacar konzentriert sich vollständig auf seine Genesung

Nur eine Woche nach der WM stehen die Europameisterschaften auf dem Programm, bei denen Zigart vor heimischem Publikum antreten wird. Entsprechend groß ist die Begeisterung in ihrer Heimat. „Im ganzen Land herrscht riesige Vorfreude auf diese EM. Wir sind ein bisschen enttäuscht, dass Tadej nicht mitfahren kann, aber er wird trotzdem da sein, um uns zu unterstützen.“
Tadej Pogacar bei der Vuelta a Espana 2026.
Tadej Pogacar konzentriert sich nach seiner Gehirnerschütterung sowie Schlüsselbein- und Wirbelbruch auf seine Genesung und wird 2026 kein Rennen mehr bestreiten.
Pogacar hatte bei seinem Sturz eine Gehirnerschütterung sowie einen Schlüsselbein- und einen Wirbelbruch erlitten. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen und der fehlenden Zeit für eine vollständige Genesung wurde entschieden, dass der Slowene in dieser Saison keine Rennen mehr bestreiten wird.
Derzeit gilt Pogacars gesamte Aufmerksamkeit seiner Rehabilitation. „Im Moment konzentriert er sich voll auf die Genesung. Aber vielleicht kommt er nach Kanada, um mich bei der WM zu unterstützen – oder warum nicht selbst fahren“, scherzte Zigart. Anschließend blickte sie zuversichtlich auf das Comeback ihres Verlobten: „Stürze passieren. Man muss sich anpassen und zurückkommen, und ich bin sicher, dass er nächstes Jahr stärker zurückkehrt.“

Zigart bereit für den Kampf um den Sieg in Frankreich

Zigart selbst blickt auf ein intensives Rennjahr zurück. Sowohl bei der Vuelta Femenina als auch beim Giro Donne erreichte sie die Top 10 der Gesamtwertung. Bei der Tour de France Femmes konnte die Fahrerin von AG Insurance - Soudal die eigenen Erwartungen dagegen nicht erfüllen. Seit ihrem Renncomeback im September präsentiert sich die Slowenin allerdings wieder in deutlich besserer Verfassung.
Nach den ersten beiden Etappen der Faun Tour Femmes belegt Zigart den dritten Rang der Gesamtwertung hinter Niamh Fisher-Black und Juliette Berthet. Das zunehmend anspruchsvolle Terrain sollte ihr dabei entgegenkommen. „Wir sind mit einer starken Mannschaft und vielen Kletterinnen angereist. Der Kurs wird jeden Tag schwer – oder zumindest punchig – und das sollte uns, vor allem mir, entgegenkommen.“
Unter anderem fährt Zigart an der Seite von Sarah Gigante, die erst in dieser Woche in ihre Saison 2026 eingestiegen ist. Auf der Schlussetappe muss das Peloton gleich zweimal einen anspruchsvollen Anstieg bewältigen – ein Terrain, das reinen Kletterinnen wie Zigart besonders liegen dürfte.
Die geringe Größe des Fahrerfeldes könnte dabei allerdings für ein schwer kontrollierbares Rennen sorgen. „Hier ist ein kleines Peloton; so ein Szenario mag ich, auch wenn es die Rennkontrolle schwieriger macht. Wir müssen sehr clever sein, um die richtigen Moves zu riechen. Am Ende wird es darauf hinauslaufen, selbst anzugreifen.“
Mit Blick auf die bevorstehenden Saisonhöhepunkte sieht sich Zigart auf Kurs. Nach der Tour de France Femmes legte sie eine kurze Pause ein, ehe sie die Vorbereitung auf die Welt- und Europameisterschaften wieder aufnahm. „Ich fühle mich gut; die Form ist solide. Nach der Tour habe ich kurz durchgeatmet und bin jetzt in der Schlussphase der Vorbereitung auf die Welt- und Europameisterschaften. Ich fühle mich bereit“, erklärte Zigart.
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