Beim Finale der
Vuelta a Espana 2026 zeichnet sich eine wichtige Änderung ab. Nach
übereinstimmenden Medienberichten sollen die Zeiten für die Gesamtwertung auf der 21. Etappe bereits rund zehn Kilometer vor dem Ziel genommen werden. Die Schlussrunde auf dem anspruchsvollen Stadtkurs von Granada wäre damit für das Gesamtklassement neutralisiert.
Die Entscheidung folgt auf den Druck zahlreicher Fahrer und Teams, die erhebliche Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Strecke geäußert hatten. Auf der insgesamt 112 Kilometer langen Schlussetappe sollen die für die Gesamtwertung relevanten Zeiten demnach rund zehn Kilometer vor dem Ziel eingefroren werden.
Gesamtwertung neutralisiert – Kampf um Etappensieg bleibt offen
Auf den Kampf um den Tagessieg hätte diese Regelung keinen Einfluss. Nach der Zeitnahme für das Gesamtklassement würde das Rennen weiterlaufen, sodass die Etappe weiterhin sportlich entschieden werden kann. Die Klassementfahrer müssten dagegen nicht mehr um ihre Positionen fürchten und könnten das technisch anspruchsvolle Finale ohne den Druck bestreiten, durch einen Sturz oder Defekt entscheidende Zeit zu verlieren.
Enric Mas geht im roten Trikot in die Schlussetappe der Vuelta a Espana 2026 und steht in Granada unmittelbar vor dem größten Erfolg seiner Karriere.
Mehrere Medien berichten bereits von der entsprechenden Entscheidung. Eine offizielle Bestätigung über die Kanäle der Vuelta a Espana steht bislang allerdings noch aus.
Für den Kampf um den Etappensieg verspricht das Finale dennoch reichlich Spannung. Der Stadtkurs beinhaltet vier Passagen über einen rund zwei Kilometer langen Kopfsteinpflaster-Anstieg und dürfte vor allem vielseitigen Sprintern entgegenkommen. Matthew Brennan und Wout Van Aert wollen dabei versuchen, für Visma - Lease a Bike einen bemerkenswerten achten Etappensieg bei dieser Vuelta einzufahren.
Fahrer hatten massive Sicherheitsbedenken geäußert
Noch am Samstagnachmittag hatte es geheißen, dass die Organisatoren eine Neutralisierung ablehnen würden, nachdem mehrere Teams ihre Bedenken vorgebracht hatten. Eine formelle Entscheidung über den endgültigen Status der 21. Etappe steht weiterhin aus. Der Startschuss soll am Sonntag um 16:20 Uhr MESZ fallen.
„Bei einer Etappe wie dieser ist das grundsätzlich gut möglich. Es ist eine schwierige und gefährliche Runde durch das Zentrum von Granada. Wir sprechen darüber, die Zeiten zu neutralisieren, wie bei der Tour“, erklärte Decathlon-Profi Sander De Pestel nach der 20. Etappe gegenüber
Sporza.
Für den Belgier liegt das Problem insbesondere darin, dass ein Zwischenfall auf dem Rundkurs kaum noch zu korrigieren wäre. „Angenommen, jemand stürzt oder hat 40 Kilometer vor dem Ziel einen Platten, dann ist es unmöglich, wieder heranzukommen. Die Organisation will die Zeiten nicht neutralisieren.“
„Es ist kein Zirkus“
Haarnadelkurven, rutschige Straßen und die Erschöpfung nach bereits 20 absolvierten Etappen bilden aus Sicht De Pestels eine problematische Kombination. Entsprechend deutlich hatte er für eine Lösung plädiert, die das Risiko für die Fahrer und insbesondere die Klassementkandidaten reduziert.
„Es gibt viele Haarnadelkurven in den Abfahrten und die Straßen sind im Stadtzentrum extrem rutschig.“
Vor allem mit Blick auf den dreiwöchigen Kampf um jede einzelne Sekunde hält De Pestel eine Neutralisierung für angebracht. „Sie müssen wirklich ein wenig an die Fahrer denken, vor allem an die Klassementkandidaten, die seit drei Wochen um jede Sekunde kämpfen und durch einen Platten zwei Minuten verlieren könnten. Das wäre schade.“
Seine Forderung brachte der Decathlon-Profi schließlich unmissverständlich auf den Punkt: „Es ist kein Zirkus.“