Ein Fahrer, der einst an der Spitze einer Grand Tour fuhr, steht diese Woche aus ganz anderen Gründen wieder in den Schlagzeilen.
Die italienischen Behörden bestätigten, dass ein ehemaliger Träger des roten Trikots der Vuelta a España in Neapel festgenommen wurde, nachdem Carabinieri bei einer Routinekontrolle im Stadtzentrum Falschgeld in seinem Fahrzeug entdeckt hatten.
Laut Berichten italienischer Medien wurden Beamte der Einheit PMZ Centro misstrauisch, als sie einen Luxuswagen mit san-marinesischem Nummernschild auf der Piazza Municipio bemerkten. Eine Kontrolle des Fahrzeugs führte zur Entdeckung der unter der Lenksäule versteckten falschen Banknoten.
Der Mann am Steuer wurde als der 24-jährige
Andrea Piccolo identifiziert, der ehemalige
EF Education-EasyPost-Profi, der 2023 bei der Vuelta a España nach einer Flucht kurzzeitig Gesamtführender war und das rote Trikot trug.
Vom Grand-Tour-Scheinwerferlicht zur wiederholten Kontroverse abseits des Rads
Für Radsportfans ist Piccolos Name schon lange vor der Festnahme dieser Woche mit Vorkommnissen abseits des Rads verbunden.
2024 wurde Piccolo, damals noch bei
EF Education-EasyPost unter Vertrag, von italienischen Behörden am Zoll gestoppt – ein separater Fall, der eine Anti-Doping-Ermittlung wegen des mutmaßlichen Transports von Wachstumshormon nach sich zog. Der Vorfall führte zu seiner fristlosen Entlassung durch das WorldTour-Team und legte seine Karriere auf Topniveau faktisch lahm.
Dem war eine interne Sperre des Teams wegen der Nutzung eines nicht zugelassenen Schlafmittels vorausgegangen. EF machte damals deutlich, dass das Vertrauensverhältnis zerrüttet sei – Piccolos Weg vom vielversprechenden Talent zum Fahrer ohne Vertrag vollzog sich in wenigen Monaten.
Zuvor galt Piccolo als einer der größten italienischen Nachwuchshoffnungen. Der frühere Europameister im Junioren-Zeitfahren arbeitete sich durch die Entwicklungsstufen bis in die WorldTour, feierte sein Grand-Tour-Debüt und trug noch vor seinem 23. Geburtstag das Leadertrikot der Vuelta – ein seltenes Privileg.
Nun kehrt sein Name in die Radsport-Schlagzeilen zurück – nicht wegen eines Rennergebnisses, sondern wegen Ereignissen fernab des Pelotons.
Die italienischen Behörden haben bislang keine weiteren Details zu den Ermittlungen veröffentlicht – über die Entdeckung der falschen Banknoten im Auto hinaus.