DISKUSSION Giro d'Italia, Etappe 14 | Ist es nicht großartig, wenn Ausreißer wie Kasper Asgreen gewinnen? Hat Visma einen Fehler gemacht, nach dem Sturz weiterzufahren?
Radsport
Das große Chaos brach auf einer der Etappen aus, auf der das auf dem Papier weniger wahrscheinlich war. Nach 170 völlig ereignislosen Kilometern kam es auf einem Kopfsteinpflasterabschnitt der Schlussrunde zu einem massiven Sturz, der einen Großteil des Pelotons in Mitleidenschaft zog und riesige Lücken entstehen ließ.
Eine kleine Gruppe von nur etwa 20 Fahrern setzte sich ab, mit Olav Kooij, Kaden Groves und Orluis Aular als einzigen Sprintern. Einige der GC-Fahrer konnten dem Sturz ausweichen und im Feld bleiben, andere hingegen nicht und verloren viel Zeit. Roglic, Ayuso, Bernal und Storer verloren 48 Sekunden, während Tiberi und Mcnulty 1:42 verloren. Giulio Ciccone war das Hauptopfer, stürzte schwer und sah sehr schmerzhaft aus.
Kasper Asgreen nutzte das Chaos hinter sich aus und holte sich einen verdienten Sieg, nachdem er den ganzen Tag über in der Pause war.
Am Ende der Veranstaltung haben wir einige unserer Autoren gebeten, ihre Gedanken und wichtigsten Erkenntnisse über die heutigen Ereignisse mitzuteilen.
Ivan Silva (CiclismoAtual)
Nun, dies sollte eine ruhige Etappe werden. Die flachste Etappe, wenn man die Zeitfahren nicht mitzählt. Und Junge, es wurde chaotisch...
Es ist schlimm zu sehen, dass der Giro durch Ausscheidungen entschieden wird, aber ich denke, das ist es, was wir im Moment sehen, da mehrere Männer durch Pech Zeit verlieren. Isaac del Toro hat das Glück auf seiner Seite und gewinnt Zeit auf die meisten seiner Konkurrenten.
Durch den Sturz selbst wurde die Verfolgungsjagd unterbrochen, so dass Kasper Asgreen den Sieg erringen konnte und einen verdienten Sieg einfuhr.
Ich freue mich, dass Asgreen auf einer so unaufregenden Etappe für die Mühe belohnt wird, die er sich gemacht hat, um auf der Etappe eine Show zu liefern. Diese Etappe sah aus wie eine Etappe, die niemanden dazu einlädt, einen Ausreißversuch zu unternehmen, und er hat es getan. Es ist immer schön zu sehen, dass die Ausreißer belohnt werden.
Rúben Silva (CyclingUpToDate)
Das Glück belohnt die Tapferen. Ich würde sagen, EF hat heute die späte Bekanntgabe der Startaufstellung, die sie bei jeder Grand Tour machen, wettgemacht! Wie Carapaz vor ein paar Tagen ging das Team heute das Risiko ein und wurde dafür belohnt. Es war eine sehr bescheidene Ausreißergruppe von vier Fahrern, und um zu verdeutlichen, wie gering die Chancen auf einen Erfolg waren, verließ Louis Meintjes freiwillig die Ausreißergruppe und kehrte zum Peloton zurück.
Es gibt diese seltsame "ungeschriebene Regel" im Peloton, dass die Fahrer, sobald der Abstand 1 oder 2 Minuten erreicht, einfach aufhören, sich an der Ausreißergruppe zu beteiligen. Natürlich haben einige Teams begonnen, Angriffe zu fahren, aber die Realität ist, dass so viele Teams keine Chance haben, eine Etappe in direkter Konfrontation zu gewinnen, und heute haben sie ihre Chance auf eine Überraschung verpasst.
Die Pause war den ganzen Tag über unter Kontrolle, bis sie es nicht mehr war. Nichts gegen Asgreen, der das ganze Frühjahr über abwesend war, aber endlich seine Bestform erreicht zu haben scheint und in seinem Stil einen großartigen Sieg errang - und es würde mich nicht überraschen, wenn er dies in der letzten Woche noch einmal versuchen würde.
Für Ciccone war es ein Desaster, was traurig ist. Antonio Tiberi hat auch viel Zeit verloren, was schade ist. Es ist nie gut, wenn die Gesamtwertung durch Stürze Gestalt annimmt. Ich würde sagen, dass der Kampf um die Gesamtwertung spannender wird, da Simon Yates und Richard Carapaz viel Zeit auf Juan Ayuso und Primoz Roglic zurückgewinnen, die wieder einmal gemeinsam im Ziel ankamen und beide vom Pech verfolgt wurden, während Isaac del Toro die Zeit, die er beim Zeitfahren verloren hat, wieder aufholt und wieder zu einer größeren Gefahr wird.
Der Kampf um die Gesamtwertung ist in vollem Gange, und ich hoffe, dass wir morgen auf der ersten Bergetappe ein Feuerwerk sehen werden, das diesen Kampf befeuert.
Juan López (CiclismoAlDía)
Eine Etappe, die wenig Gewissheiten bot und vor allem von einem Sturz geprägt war, in den fast alle Teilnehmer der Gesamtwertung verwickelt waren. Unter ihnen hatte Isaac del Toro das Glück, sich schnell zu erholen und in der Spitzengruppe ins Ziel zu kommen - ein Luxus, den sich Giulio Ciccone nicht leisten konnte, da er schlechter aus dem Zwischenfall hervorging.
Vorausgesetzt, dass es keine größeren Verletzungen gibt, ist das Ergebnis klar: Der Mexikaner geht mit einem größeren Puffer in der Gesamtwertung in die Bergetappen, was den Druck auf Primoz Roglic erhöht, in die Offensive zu gehen.
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Es ist unwahrscheinlich, dass ihm das am Sonntag gelingen wird, denn die Etappe ist schlecht konzipiert - der Monte Grappa ist viel zu früh platziert und dem Finale fehlt der nötige Biss, um echte Lücken zu reißen. Der wahre Moment der Abrechnung, so scheint es, wird ab Dienstag kommen, wenn sich die Straße auf eine entscheidendere Weise nach oben neigt.
Félix Serna (CyclingUpToDate)
Ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich daran erinnerte, dass Kasper Asgreen den Giro fuhr, bis ich ihn heute in der Ausreißergruppe sah, aber nach einer sehr ruhigen Frühjahrssaison lieferte er eine Meisterleistung ab und holte sich einen Sieg mit Stil. Die Etappe war zu flach, um zu glauben, dass die Ausreißer auf dem Papier eine Chance haben könnten, auch weil sie aus vier Fahrern bestanden, aber Asgreen schaffte das Unmögliche. Es ist immer wieder erfrischend, das Aschenputtel triumphieren zu sehen, vor allem auf einer flachen Etappe.
Es ist interessant, wie Visma direkt nach dem Sturz gezogen hat, da sie sich in der Vergangenheit immer genau darüber beschwert haben, wenn sie betroffen waren. Heute haben sie von der Situation profitiert und es waren nicht mehr viele Kilometer übrig, um die Pause einzuholen, also kann ich verstehen, dass sie das Bedürfnis hatten, für Olav Kooij zu ziehen. Ich glaube nicht, dass die Kritik in diesem Fall gerechtfertigt ist, aber mal sehen, ob sie sich beim nächsten Mal, wenn sie von etwas Ähnlichem betroffen sind, an heute erinnern.
Wir haben heute Ciccone verloren, eine so enttäuschende Nachricht, einen weiteren GC-Anwärter durch einen Sturz zu verlieren. Das ist immer ein entscheidender Faktor, aber der diesjährige Giro fühlt sich in dieser Hinsicht besonders grausam an, kaum ein GC-Fahrer war bisher nicht betroffen. Auch Antonio Tiberi hat es erwischt, ich bin mir nicht sicher, wie schwer sein Sturz war und ob er dadurch behindert wird. Es sieht so aus, als ob der Sieger der einzige sein wird, der nicht von seinem Rad fällt;
Isaac del Toro ist immer perfekt im Peloton positioniert, wir können nicht behaupten, dass er nur Glück hat, nicht in Stürze verwickelt zu werden. Er ist so gut wie die ganze Etappe über aufmerksam, und das hilft ihm an Tagen wie heute, Schwierigkeiten zu entgehen. Er war der einzige aus seinem Team, der mit dem Peloton ankam, während Ayuso, Mcnulty und Adam Yates alle Zeit verloren.
Die UAE haben definitiv die Karten von Mcnulty und Adam Yates verloren, da sie wieder einmal Zeit verloren haben und in der Gesamtwertung zu weit weg sind. Del Toro hat die Zeit, die er im Zeitfahren verloren hat, wieder aufgeholt und führt jetzt mit einem komfortablen Vorsprung. Ab morgen stehen noch alle Berge an, aber die aktuelle Situation macht das Rennen noch viel offener.
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Da der Hauptfavorit Primoz Roglic zum Angriff gezwungen ist, versprechen die Bergetappen eine Menge Action. Auch die Taktik der UAE wird morgen aufschlussreich sein. Wird Ayuso für Del Toro arbeiten? Wird er die Freiheit haben, zu attackieren?
Es gibt auch eine Reihe von Fahrern, die bereits zu viel Zeit verloren haben (wenn man bedenkt, dass sie kaum einen Vorgeschmack auf die Berge hatten), die die Dinge ebenfalls durcheinander bringen könnten. Vor allem Ineos hat bereits bewiesen, dass sie zum Giro gekommen sind, um zu spielen, und dass ihre derzeitigen Plätze in der Gesamtwertung (9. Bernal und 10. Arensman) es für sie nicht wert sind. Ich erwarte, dass sie das Rennen morgen auf den Kopf stellen werden, denn sie haben das Team dafür.
Morgen sollte die erste Bergprüfung - eine von fünf, die uns in der kommenden Woche erwarten - die letzten Zweifel beseitigen. Das wurde auch Zeit, der Giro hat sich das Beste für den Schluss aufgehoben.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










