„Direkt hinter der Tour de France“ – warum Ben O’Connor alles auf die Tour Down Under setzt

Radsport
Montag, 19 Januar 2026 um 19:00
Ben O'Connor
Für Ben O’Connor ist die Tour Down Under längst keine sanfte Saisoneröffnung mehr. Sie ist ein eigenes Ziel, das in seiner persönlichen Hierarchie direkt unter der Tour de France steht.

Ben O’Connor peilt den großen Wurf bei der Tour Down Under an

In einem aktuellen Interview mit Cyclism’Actu machte O’Connor seine Haltung deutlich. „Für Team Jayco AlUla ist der Santos Tour Down Under die zweitwichtigste Rundfahrt des Jahres nach der Tour de France.“
Das ist nicht die Sprache eines Fahrers, der nur Trainingskilometer sammelt. Es ist die Sprache eines Fahrers, der kommt, um zu konkurrieren.
Nach mehreren Starts für verschiedene Teams wird 2026 seine erste Tour Down Under mit Jayco AlUla, dem Team aus seiner Heimat, sein. Zuletzt fuhr er das Rennen vor drei Jahren, wurde Gesamtsechster und Dritter auf der Königsetappe. Diesmal sind die Ansprüche klarer.
„Wir haben unsere besten Eier in einen Korb gelegt“, sagte er. Die Botschaft ist eindeutig. Jayco verzettelt sich nicht. Die Mannschaft investiert massiv, um ihr Heimrennen der WorldTour zu gewinnen.

Ein Rennen, das kein Warm-up mehr ist

Die Ausgabe 2026 der Tour Down Under bestraft Fahrer, die unvorbereitet anreisen. Ein kurzes Auftakt-Prolog sorgt früh für Abstände, und die um die Corkscrew Road und den Willunga Hill gebauten Etappen dürften das Gesamtklassement entscheiden.
O’Connor hat eine Etappe bereits angestrichen. „Die zweite Etappe wird wichtig mit den zwei Anstiegen zur Corkscrew. Das verspricht eine sehr spannende Etappe zu werden und könnte die gewohnte Dynamik dieses Rennens verändern.“
Genau das scheinen die Organisatoren anzustreben. Die jüngsten Ausgaben entfernen sich stetig von sprinterfreundlichen Prozessionen. Welliges Terrain, wiederholte Anstiege und technische Finals belohnen Fahrer, die ab Tag eins scharf sind.
Für O’Connor heißt das: direkt kampfbereit sein. „Ob ich am Ende aufs Podium fahre, Vierter oder Fünfter werde oder Zehnter… solange ich dort oben mit den Fahrern kämpfe, die das Rennen gewinnen wollen, zählt das.“

Heimstraßen, persönliche Ziele

Dazu kommt eine persönliche Triebfeder. In Australien zu fahren, ist mehr als Teampläne oder Februarform.
„Ein Etappensieg hier in Australien steht auf der Liste der Dinge, die ich in meiner Karriere erreichen will.“ Ein schlichter Satz, der Gewicht hat. Nicht jeder Fahrer jagt große Resultate auf Heimstraßen in einem WorldTour-Rennen, das die globale Saison eröffnet.
Die Tour Down Under 2026 wird stark besetzt sein. Große Teams bringen Klassementkapitäne, Sprinter und Neuzugänge. Hitze, kurze, explosive Anstiege und die Unsicherheit des frühen Saisonzeitpunkts sorgen stets für Unordnung.
Sie „nur der Tour de France nachzuordnen“ ist kein Hype. Es ist eine Absichtserklärung. Für O’Connor und Jayco AlUla geht es im Januar in Australien nicht mehr um einrollen. Es geht darum, all in zu gehen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading