Tadej Pogacar dominiert den internationalen Radsport wie kein anderer Fahrer. Nach seinem rekordgleichen fünften Gesamtsieg bei der Tour de France gilt der Slowene auch bei der bevorstehenden Vuelta a España als großer Favorit auf den Gesamtsieg. Doch trotz seiner außergewöhnlichen Erfolgsserie richtet der Weltmeister den Blick bereits auf ein Ziel, das noch in weiter Ferne liegt: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Dafür muss Pogacar allerdings auch sein Team überzeugen. Denn wie der 26-Jährige selbst verrät, genießt das olympische Straßenrennen innerhalb von
UAE Team Emirates - XRG nicht die höchste Priorität. Dennoch hofft der Ausnahmefahrer, seine persönlichen Ambitionen mit den Interessen der Mannschaft in Einklang bringen zu können.
Mailand–Sanremo-Sieg hat für Pogacar eine besondere Bedeutung
Die Saison 2026 hält für Pogacar bereits zahlreiche Höhepunkte bereit. Neben seinem fünften Tour-de-France-Triumph gewann er erstmals Mailand–Sanremo und komplettierte damit seine Sammlung um ein viertes Monument. Dass ihm dieser Erfolg so viel bedeutet, wird ihm nach eigener Aussage allerdings erst mit etwas Abstand bewusst werden.
Tadej Pogacar richtet den Blick bereits auf die Olympischen Spiele 2028 – auch wenn die Planung nicht vollständig den Interessen seines Teams entspricht.
„Ich kann noch immer kaum glauben, dass ich Mailand–Sanremo wirklich gewonnen habe. Wahrscheinlich wird mir das erst im Januar oder Februar nächsten Jahres so richtig bewusst, wenn ich nicht mehr jeden zweiten Tag dort die Anstiege der Cipressa und des Poggio fürs Training fahren muss“, sagte Pogacar im Podcast 202.
An der ligurischen Küste hatte sich der Slowene im vergangenen Winter intensiv auf das erste Monument des Jahres vorbereitet. Als Wahl-Monegasse trainiert Pogacar zwar überwiegend in den französischen Alpes-Maritimes, investierte diesmal jedoch gezielt viel Zeit in die kurzen, explosiven Anstiege der Cipressa und des Poggio – mit Erfolg. Im März feierte er dort seinen ersten Triumph beim längsten Eintagesrennen des Profiradsports.
„Dort sind viele Autos, Motorradfahrer und auch Radfahrer unterwegs. Ich trainiere die Anstiege in Frankreich lieber“, erklärte Pogacar.
Paris–Roubaix und Olympia stehen ganz oben auf der Wunschliste
Ein Monument fehlt Pogacar allerdings weiterhin in seiner beeindruckenden Sammlung: Paris–Roubaix. Auch in diesem Jahr musste er sich mit Rang zwei begnügen. Ein früher Reifenschaden kostete ihn wertvolle Kräfte, die am Ende möglicherweise für den entscheidenden Angriff fehlten. Im Velodrom von Roubaix musste er sich schließlich Wout Van Aert geschlagen geben.
Entsprechend macht der Weltmeister keinen Hehl daraus, welches Rennen für ihn in der kommenden Saison oberste Priorität besitzt. „Das bleibt das große Ziel“, sagte Pogacar über die „Hölle des Nordens“.
Langfristig beschäftigt den Slowenen jedoch noch ein weiteres Großereignis. Sein Vertrag bei UAE Team Emirates - XRG läuft zwar noch bis Ende 2030, und das Team hat mit der Vertragsverlängerung von Isaac del Toro bis 2031 zuletzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft gesetzt. Pogacar selbst denkt allerdings bereits an das Jahr 2028.
„Dann finden natürlich die Olympischen Spiele statt, die es nur alle vier Jahre gibt“, sagte er.
Ein Olympiasieg ist einer der wenigen großen Erfolge, die in Pogacars außergewöhnlichem Palmarès noch fehlen. Das Straßenrennen von Los Angeles mit dem Ziel am Griffith Observatory bietet dem Slowenen eine attraktive Gelegenheit, diese Lücke zu schließen.
„Ich muss den Rennkalender übers Jahr so planen, dass ich dann in Topform bin.“
Pogacar hofft auf Unterstützung seines Teams
Allerdings ist sich Pogacar bewusst, dass die Umsetzung dieses Plans nicht selbstverständlich ist. Wie er selbst erklärt, besitzt das olympische Straßenrennen für UAE Team Emirates - XRG nicht den gleichen Stellenwert wie die großen Rundfahrten oder Monumente.
„Gleichzeitig liegt dieses Rennen nicht wirklich im Interesse meines Teams, aber es sind meine Wünsche, und ich denke, das Team wird das berücksichtigen.“
Hinzu kommt, dass die Olympischen Spiele 2028 nahezu unmittelbar auf die Tour de France folgen werden. Die Frankreich-Rundfahrt soll in jenem Jahr früher als gewöhnlich beginnen, um den Fahrern die Teilnahme an beiden Saisonhöhepunkten zu ermöglichen. Für Pogacar wird die optimale Saisonplanung deshalb schon lange vor dem Startschuss in Los Angeles zur entscheidenden Herausforderung.