Die Vuelta ist noch nicht entschieden – Die verbleibenden Schlüsselduelle um das Rote Trikot, das Podium und die Wertungen versprechen ein spannendes Finale

Radsport
Freitag, 11 September 2026 um 13:30
Primoz Roglic
Die Vuelta a España ist noch lange nicht entschieden. Mit zwei brutalen Bergetappen und einem Klassiker-Finale in Granada kann sich in den wichtigsten Wertungen der Spanien-Rundfahrt noch alles drehen. Und das aus gutem Grund.
Für die Klassementfahrer wartet ein gnadenloses Finale. Die 19. Etappe am Freitag bietet über 4000 Höhenmeter und einen 18 Kilometer langen Schlussanstieg, während die vorletzte Etappe am Samstag das Nonplusultra ist.
4800 Höhenmeter auf 187 Kilometern sind nur die nüchterne Beschreibung – dazu kommen drei massive Prüfungen à 8 Kilometer mit einem Schnitt von über 8 Prozent. Der Schlussanstieg setzt dem Ganzen die Krone auf: 8 Kilometer mit fast 10 Prozent im Mittel. Mit Bonussekunden, mehreren Abfahrten und reichlich Angriffsgelegenheiten sind große Abstände in den Top 10 der Gesamtwertung sicher.
Da die Entscheidung im Kampf um Rot noch aussteht und auch das Podium wieder in den Fokus rückt, bleibt bei der Vuelta a España 2026 noch viel Feuer im Rennen.

Enric Mas und Primoz Roglic kämpfen um Rot

Mit der 19. Etappe beginnt, was als Primoz Roglics letzter Anlauf auf Vuelta-Geschichte gilt. Enric Mas verteidigt nach einem starken Zeitfahren 1:37 Minuten Vorsprung. Doch Roglic und Red Bull geben sich noch lange nicht geschlagen.
Roglic liebt Attacken bergauf wie bergab und wird dafür sorgen, dass Mas ein würdiger Sieger der Vuelta 2026 wäre. Der erfahrene Movistar-Kapitän fährt seit dem Griff nach Rot wie entfesselt und distanzierte den Slowenen auf mehreren Anstiegen im Laufe der Rundfahrt.
Doch im Radsport ist alles möglich. Mit einem zermürbenden Mehrfach-Bergfinale am Samstag wird Roglic alles versuchen, Mas zu knacken, während die Fans einem großen Finale der Gesamtwertung entgegenfiebern.
Enric Mas
Enric Mas bei der Vuelta a España

Podium in Reichweite?

Auch das Podium könnte für Fahrer in den Top 10 zum Thema werden, die entschlossen angreifen. Durch das Zeitfahren rückte Felix Gall als Dritter näher an Richard Carapaz sowie Oscar Onley auf Rang 4 und 5 heran. Das könnte Chancen eröffnen.
Carapaz scheut Mehrfach-Bergtage nicht. Im Gegenteil: Der EF-Kapitän dürfte diese beiden Etappen für einen späten GC-Coup markiert haben, perfekt zugeschnitten auf sein Profil. Greift Carapaz am vorletzten Anstieg oder früh in der Etappe an, könnte Zögern unter den Top Drei, die sich gegenseitig belauern, zu seinem Vorteil werden.
Auch Oscar Onley und INEOS könnten mit ähnlicher Aggressivität profitieren. Galls Decathlon wirkt nicht mehr so stark wie in Woche eins, und der Österreicher liegt gerade weit genug vor dem jungen Briten, um ihm anfangs Raum für eine Attacke zu lassen. Hat Onley gute Beine, ist das eine Chance, Kapital zu schlagen.

Wertungen vor der Entscheidung

Wout van Aert hat die Punktewertung offenbar praktisch eingetütet – aus einem entscheidenden Grund. Sein engster Verfolger ist Teamkollege Matthew Brennan, der nächste liegt 135 Punkte zurück. Doch andere Trikots sind in den Schluss­tagen noch umkämpft.
Santiago Buitrago trägt das Bergtrikot und wirkt standfest. Wechselt van Aert jedoch den Fokus und geht in Ausreißergruppen, droht ein harter Kampf. Umgekehrt muss der Bahrain-Profi eine GC-Schlacht um viele Zähler vermeiden, denn Enric Mas lauert mit etwas mehr als 40 Punkten Rückstand.
Zudem hat Oscar Onley sich im Duell um Weiß etwas Luft verschafft. In der Nachwuchswertung liegt er 57 Sekunden vor Jakob Omrzel, nachdem er dem Slowenen am Donnerstag rund 27 Sekunden abgenommen hat.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading