„Die Regeneration lief nicht so reibungslos wie üblich“: Lotto-Sportdirektor enttäuscht über Arnaud De Lies Ausstieg beim Giro d’Italia

Radsport
Mittwoch, 20 Mai 2026 um 9:00
Arnaud de Lie
Arnaud De Lies Auftritt beim Giro d’Italia 2026 war kurz, hinterließ aber dennoch Spuren. Der Belgier hatte sich nach dem Lotto Famenne Ardenne Classic wieder in den Kreis der Favoriten für Massensprints zurückgearbeitet, doch seine Ambitionen wurden durch eine dort eingefangene Erkrankung jäh gestoppt, die ihn nach einem mittelmäßigen Frühjahr erneut in den Fokus rückte.

De Lies Giro-Aus sorgt für Kritik – Lotto verteidigt Entscheidung

In den sozialen Medien hagelte es Kritik am medizinischen Stab von Lotto-Intermarché, weil De Lie überhaupt gestartet war. Für den Sportlichen Leiter Kurt Van de Wouwer ist das jedoch ungerechtfertigt:
„De Lie war bereits in Bulgarien, als er erkrankte. Er wollte selbst unbedingt starten. Wir hatten gehofft, dass er sich während der Bulgarien-Etappen schrittweise erholen und danach etwas zeigen könnte, aber das passierte nicht.“
So schrumpfte das belgische Team schon in der ersten Giro-Woche schnell auf fünf Fahrer zusammen: Die angeschlagenen Profis aus dem Famenne Ardenne Classic – Arnaud De Lie und Milan Menten – gaben beide auf, und der Last-Minute-Ersatz für den dritten erkrankten Fahrer (Liam Slock), Joshua Giddings, wurde in der sturzreichen ersten Woche in einen Crash verwickelt und stieg auf der fünften Etappe vom Rad.

Die Genesung verlief nicht wie erhofft

Zurück zu De Lie: Trotz seines schlechten Gesundheitszustands bestritt der Belgier zumindest den ersten Sprint in Burgas. Danach verschlechterte sich die Lage jedoch von Tag zu Tag.
„Die Erholung lief einfach nicht so reibungslos wie sonst. Im Nachhinein ist leicht zu sagen, dass er es nicht geschafft hat, aber das kann man unmöglich vorhersehen. In anderen Fällen erholt man sich Tag für Tag. Grundsätzlich waren die Rennen in diesen drei Tagen in Bulgarien auch nicht super hart. Hätte er das überstanden, wäre es perfekt gewesen.“
Arnaud De Lie auf dem Podium
Arnaud De Lie auf dem Podium

Es kommen weitere Chancen

Letztlich stieg De Lie auf der vierten Etappe, völlig ausgezehrt, aus dem Giro aus. Laut Van de Wouwer gab es dafür schlicht keine Alternative. „Er musste nach Hause“, sagte der Sportchef. „Die Krankheit hielt sich dort noch ein paar Tage. Aber zum Glück hat er jetzt genug Zeit, sich auf seine nächsten Ziele vorzubereiten. Wir sollten nichts überstürzen.“
Es ergab keinen Sinn, De Lies Leid mit Blick auf einen größeren Termin weiter im Sommer mit einem Tour-de-France-Rematch zu verlängern. „Auch im vergangenen Jahr erreichte er in diesem Zeitraum sein bestes Niveau der gesamten Saison“, beruhigt Van de Wouwer. „Wir sind überzeugt, dass wir De Lie wieder auf Topniveau sehen und dass wir aus dieser Saison gemeinsam noch etwas machen können.“
Die Ethias-Tour de Wallonie steht Anfang Juni als nächstes Rennen auf De Lies Programm. Van de Wouwer ist zuversichtlich, dass der Wallone beim Heimrennen wieder sein bestes Gesicht zeigt: „Das ist noch knapp unter zwei Wochen hin, das sollte grundsätzlich passen“, versicherte er.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading