Mads Pedersen hat bei der
Radsport-WM 2026 in Montreal einmal mehr bewiesen, dass er für die ganz großen Schlachten gemacht ist. Nach einem extrem wechselhaften Rennen blieb der Däne bis ins Finale im Kampf um die Medaillen, obwohl seine Chancen zwischenzeitlich mehrfach aussichtslos erschienen. Besonders beeindruckt zeigte sich
Eurosport-Experte Brian Holm von Pedersens Fähigkeit, immer wieder den Anschluss an die Spitze herzustellen.
Noch bemerkenswerter wurde Pedersens Auftritt mit Blick auf seine Vorbereitung auf die Radsport-WM. Der Däne hatte die Vuelta a Espana vorzeitig aufgegeben, und nur wenig deutete darauf hin, dass er in Montreal erneut eine prägende Rolle spielen würde. Doch in einem Rennen mit ständig wechselnder Dynamik weigerte sich Pedersen aufzugeben und kämpfte sich bis in die Schlusskilometer immer wieder zurück nach vorn.
Dänemark überzeugt trotz prominenter Ausfälle
Dänemark war ohne zwei seiner wichtigsten Fahrer an den Start gegangen: Jonas Vingegaard und Mattias Skjelmose fehlten der Nationalmannschaft in Montreal. Trotz dieser gewichtigen Ausfälle blieb die dänische Auswahl im vorderen Teil des Rennens präsent. Mehrere Fahrer setzten Akzente in einem Rennen, das von Chaos und permanenten Veränderungen der Rennsituation geprägt war.
Mads Pedersen gab sich bei der Radsport-WM in Montreal trotz mehrfachen Rückstands nie geschlagen und kämpfte sich immer wieder zurück in den Medaillenkampf.
Holm hob die geschlossene Leistung der Mannschaft hervor und lobte insbesondere Anthon Charmig und Mikkel Honore. „Die Dänen fahren ein starkes Rennen, und das ohne Skjelmose und Vingegaard.“
Auch auf die individuellen Leistungen der beiden ging der Eurosport-Experte ein. „Die Dänen holen mit dem Team, das sie haben, viel heraus. Charmig fährt großartig. Honore zeigt ein absolut fantastisches Rennen.“
Bei Honore erhielt diese Leistung angesichts seiner jüngsten gesundheitlichen Probleme noch einmal zusätzliches Gewicht. Der Däne hatte beim Heistse Pijl einen schweren Sturz erlitten, und seine Rückkehr in den Rennsport war keineswegs selbstverständlich.
„Nach seinem Sturz beim Heistse Pijl war er in einem schlechten Zustand. Niemand dachte, dass er wieder aufs Rad steigen würde. Deshalb ist seine Leistung absolut fantastisch.“
Mads Pedersen, „der Ritter, der nie kapituliert“
Wenn ein dänischer Fahrer bei dieser Radsport-WM Unerschütterlichkeit verkörperte, dann war es Mads Pedersen. Der Weltmeister von 2019 schien phasenweise weit vom Kampf um die Medaillen entfernt, weigerte sich jedoch konsequent, das Rennen verloren zu geben, und kämpfte immer wieder um den Anschluss an die Spitze.
Für Holm ist genau diese Eigenschaft tief in der Wettkampfnatur des LIDL-Trek-Profis verankert. „Mads ist, nun ja, der Ritter, der nie kapituliert“, sagte der Eurosport-Experte.
Pedersen profitierte dabei auch von Rennkonstellationen, die den zurückliegenden Fahrern immer wieder Möglichkeiten eröffneten. Die Topfavoriten belauerten sich gegenseitig und neutralisierten ihre Aktionen teilweise selbst. Dadurch konnten Fahrer, die bereits abgeschlagen schienen, wieder nach vorne zurückkehren.
„Am Ende läuft es darauf hinaus, dass die Favoriten sich neutralisieren. Sie haben sich gegenseitig blockiert, und so konnten andere von hinten wieder herankommen.“
Pedersens Comeback gehörte für Holm zu den beeindruckendsten Leistungen des gesamten Rennens – insbesondere angesichts seiner alles andere als optimalen Vorbereitung auf die Radsport-WM.
„Das ist eine wirklich großartige Leistung, besonders angesichts seiner Vorbereitung. Nach seinem Vuelta-Aus sah er nicht wie ein Fahrer aus, der bei der Radsport-WM um Medaillen kämpfen kann.“
Eine Radsport-WM, die bis fast zum Schluss völlig offen blieb
Pedersens Rückkehr in den Kampf um die Medaillen spiegelte den gesamten Rennverlauf wider. Die Situation veränderte sich permanent, und zahlreiche Fahrer, die zwischenzeitlich bereits abgeschlagen wirkten, konnten sich noch einmal zurück in den Kampf um die vorderen Positionen bringen.
Auch im Finale blieb die Ungewissheit bis beinahe zum letzten Moment bestehen. Noch fünf Kilometer vor dem Ziel durften sich zahlreiche Fahrer Hoffnungen auf eine Medaille machen – ein Umstand, der für Holm den außergewöhnlichen Charakter dieser Radsport-WM perfekt zusammenfasste.
Am Ende war es Brandon McNulty, der sich das Regenbogentrikot überstreifen durfte, auch wenn der US-Amerikaner vor dem Rennen nicht Holms erster Tipp auf den Sieg gewesen war. Für den Eurosport-Experten rückte der konkrete Ausgang jedoch hinter das außergewöhnliche Spektakel zurück, das die Fahrer auf den Straßen von Montreal geboten hatten.
Mads Pedersen war keineswegs der einzige Fahrer, dem in einem Rennen voller Positionswechsel ein bemerkenswertes Comeback gelang. Gerade diese permanente Unvorhersehbarkeit machte die Radsport-WM so schwer zu lesen – und zugleich zu einer der unterhaltsamsten Ausgaben, an die sich Holm erinnern konnte. „Es war eine der besten überhaupt.“
In seiner Bewertung des Spektakels wurde der Eurosport-Experte sogar noch deutlicher: „Aus dem Stegreif fällt mir nichts ein, das so gut war wie das hier.“