„Dem Kerl fuhr der Schreck seines Lebens in die Glieder“: Tom Dumoulin erzählt von dem einen Mal, als er in seiner Karriere „viel zu viel Spaß“ hatte

Radsport
Mittwoch, 10 Juni 2026 um 8:00
Tom Dumoulin
Die Radsportfans erlebten 2016, wie Tom Dumoulin Zeitfahren beim Giro d’Italia und der Tour de France gewann und im selben Jahr Olympia-Silber im Kampf gegen die Uhr holte – ein Jahr vor seinem Durchbruch 2017, als er den Giro gewann und Zeitfahr-Weltmeister wurde. Sein Saisonstart vor zehn Jahren verlief jedoch alles andere als professionell – zum Leidwesen eines unglücklichen Dopingkontrolleurs.
„Karneval spielt in meinem Leben eine große Rolle, fällt aber immer mit dem Saisonstart zusammen“, beginnt Dumoulin seine Geschichte im Podcast Stamcafé Koers. „Also konnte ich nie hin, und schon gar nicht einfach, um ein Bier zu genießen.“
2016 aber ging Dumoulin doch – nach einem Winter, in dem nicht alles rundlief:
„Wegen dieser schwierigen Phase und weil alle meine Freunde hingingen, dachte ich: Ich komme mit. Und ich gehe all-in. Ich habe an dem Tag nicht nur ein Bier getrunken, sondern mehrere. Es waren ziemlich viele. Am folgenden Wochenende sollte ich mein erstes Rennen der Saison fahren, die Tour of Oman“, erklärt er.
Dumoulin verkleidete sich als White Walker (eine fiktive Spezies) aus der Fantasy-Serie Game of Thrones. „Und der ist wirklich sehr gruselig, haha. Ich kam dann völlig betrunken gegen vier Uhr morgens nach Hause und war zu voll, um das Make-up abzuschminken. Ich bin einfach ins Bett gefallen und dachte: Die Bettwäsche wechsle ich morgen. Ich schlief ein“, sagte Dumoulin.
Tom Dumoulin im Jahr 2022
Toms Dumoulins letzter Profi-Sieg datiert von den nationalen Zeitfahrmeisterschaften 2021
Bis um sieben Uhr der Wecker klingelte. „Da stand ein Dopingkontrolleur vor der Tür … Ich ging mit benebeltem Kopf runter und öffnete, ohne an mein bemaltes Gesicht zu denken. Der Typ bekam den Schreck seines Lebens, weil plötzlich ein White Walker vor ihm stand“, lacht Dumoulin.
Ein paar Tage später bestritt Dumoulin sein Saisondebüt im Mittleren Osten und zeigte eine solide Leistung – der Kater war sichtlich verflogen. „Ich wurde Vierter der Gesamtwertung in Oman. Der Karneval hatte seinen Teil getan, aber das war eigentlich das einzige Mal, dass ich komplett habe laufen lassen“, schließt er.
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