Das Einzelzeitfahren der vierten Etappe der
Tour de France Femmes verspricht weit mehr als nur eine erste große Standortbestimmung im Kampf um das Gelbe Trikot. Gleichzeitig könnte das Rennen gegen die Uhr auch die Hierarchie innerhalb vom
UAE Team ADQ entscheidend beeinflussen – denn die Rolle der Spanierin
Paula Blasi bleibt eines der spannendsten Themen dieser Rundfahrt.
Auf der dritten Etappe geriet Blasi zwischenzeitlich unter Druck, als sie den Anschluss an die Gruppe der Gesamtklassement-Favoritinnen verlor und über mehrere Kilometer rund 20 Sekunden zurücklag. Die Spanierin kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück, schloss wieder zur Spitzengruppe auf und erreichte gemeinsam mit ihren beiden Teamkolleginnen das Ziel, die ebenfalls Ambitionen auf die Gesamtwertung haben.
Zeitfahren könnte Klarheit im UAE Team ADQ schaffen
Nun richtet sich der Fokus auf das anspruchsvolle Einzelzeitfahren. Auf dem Papier besitzt Blasi das Potenzial, schnellere Zeiten als direkte Konkurrentinnen wie
Elisa Longo Borghini oder Dominika Włodarczyk zu fahren. Sollte dieses Szenario eintreten, könnte UAE Team ADQ vor einer sportlich heiklen Entscheidung stehen. Schließlich betonte die Mannschaft in den vergangenen Wochen immer wieder, mit zwei Kapitäninnen in die Tour de France Femmes zu gehen, während Blasi vor allem Erfahrungen bei ihrer ersten Frankreich-Rundfahrt sammeln sollte.
Paula Blasi könnte das Einzelzeitfahren nutzen, um ihre Ambitionen auf die Gesamtwertung der Tour de France Femmes zu untermauern.
Sportdirektorin Cherie Pridham machte auf Nachfrage deutlich, dass letztlich allein die Leistungen auf der Straße über die Rollenverteilung entscheiden werden.
„Morgen [gemeint ist heute, Red.] wird uns das Zeitfahren natürlich wirklich zeigen, wo wir stehen“, sagte sie nach der Etappe.
Pridham hält an der Doppelspitze fest
Auf die Frage, wie viele Fahrerinnen UAE Team ADQ aktuell für die Gesamtwertung ins Rennen schickt, bekräftigte Pridham erneut das Konzept der geteilten Führungsrolle und stellte zugleich klar, dass
Elisa Longo Borghini weiterhin fest als Kapitänin eingeplant ist.
„Wir haben zwei Fahrerinnen für die Gesamtwertung.“
„Es war immer eine geteilte Führungsrolle und dabei bleibt es. Wir evaluieren nach dem Zeitfahren, dann wird es klarer. Ich habe es von Beginn an gesagt: Wir lassen die Straße sprechen“, erklärte Pridham.
Das Zeitfahren wird somit nicht nur wichtige Antworten im Kampf um das Gelbe Trikot liefern. Es könnte auch darüber entscheiden, ob Paula Blasi bereit ist, innerhalb von UAE Team ADQ die Führungsrolle an der Seite einer Fahrerin mit dem Format und den Erfolgen von Elisa Longo Borghini einzunehmen.