Die Zeitfahr-Weltmeisterschaften in Montréal starten an diesem Sonntag, und
Remco Evenepoel gilt als
Topfavorit für das Elite-Rennen der Männer. Dennoch war der Belgier unzufrieden mit dem kurzen Zeitfenster zur Streckenbesichtigung, was ihm womöglich einige Details zum Rennkurs offenließ.
„Es ist ärgerlich, dass wir nur zwei Stunden bekommen, vor allem bei so einer großen Runde über 40 Kilometer“, sagte Evenepoel gegenüber
Sporza. „Es wird ein bisschen tricky. Vielleicht können wir irgendwo abkürzen, um einen Teil der Strecke genauer zu sehen. Zum Glück ist es für alle gleich. Das ist der Vorteil.“
Die 39 Kilometer lange Route in Montréal ist überwiegend flach, weist aber in den ersten und letzten Kilometern viele technische Passagen auf. Deshalb lässt das Einzelzeitfahren schlecht vorhersehen: Nicht nur Watt und Aerodynamik entscheiden.
Evenepoel räumt ein, dass er sich ein längeres Zeitfahren gewünscht hätte: „Weil es so flach ist, hätte man es vielleicht etwas länger machen können. Es bleibt ein enormer Einsatz, vor allem wegen der langen Geraden. Der Druck auf den Pedalen wird konstant sein.“
Ein entscheidender Anstieg?
Zum Schluss wartet ein 500-Meter-Sprint zur Ziellinie mit 5 %. Nicht entscheidend für den gesamten Aufbau des Zeitfahrens, aber potenziell wichtig, wenn die Topfahrer auf den finalen Kilometern nur durch Sekunden getrennt sind.
„Es ist ein blödes Beispiel, aber beim GP Montréal konnte ich dort 15 Sekunden zufahren“, ergänzte er – auch wenn an jenem Tag die Gruppe vorn Tempo herausnahm. Das nimmt der kurzen Rampe jedoch nicht ihre Schwierigkeit.
„Das zeigt, dass man noch etwas gutmachen kann, wenn man ein wenig mehr im Tank hat. Es ist ein Abschnitt, auf dem mir mein Gewicht entgegenkommt, aber ich hoffe, dass es nicht ausschlaggebend ist.“
Filippo Ganna als Evenepoels Hauptgegner
Zu den Favoriten für dieses Zeitfahren zählen Stefan Küng, Ethan Hayter und wohl vor allem:
Filippo Ganna. Der zweifache Ex-Weltmeister war in den vergangenen Jahren Evenepoels größter Widersacher, und der flache, teils technische Kurs könnte dem Italiener liegen.
„Zusammen mit mir ist er der Topfavorit“, gibt Evenepoel zu. „Dank seine Stärke als Fahrer im Verfolgerfeld, kann er die letzten zwei, drei Kilometer extrem stark fahren. Das wird gefährlich. Es wird knapper als im vergangenen Jahr.“
„Wenn du dieses Trikot einmal hast, willst du es nicht mehr hergeben. Das motiviert, weiter dafür zu gehen. Wenn du die Europameisterschaft und die Belgischen Meisterschaften auslässt, bleibt nur ein Trikot, für das du fahren kannst.“