„Ich will nicht, dass das arrogant klingt“ – Lager Evenepoel bereit, das Montréal-Zeitfahren in den vierten WM-Titel umzumünzen

Radsport
Freitag, 18 September 2026 um 14:00
Remco Evenepoel
Die Weltmeisterschaften im Zeitfahren finden am Sonntag­nachmittag in Montréal statt, und der Topfavorit heißt Remco Evenepoel. Der Belgier hat dreimal in Serie gewonnen, und sein Team sieht keinen Grund, warum nicht auch der vierte Titel in Folge gelingen sollte.
„Wir schauen ehrlich gesagt kaum auf die Konkurrenz, sorry. Das soll nicht arrogant klingen, aber Zeitfahren ist eine Disziplin, in der du dich komplett auf dich selbst fokussierst“, sagte Red Bull - BORA - hansgrohe-DS Klaas Lodewyck gegenüber Het Laatste Nieuws.
Evenepoel ist nach Kanada gereist, allerdings nicht ohne die Betreuung seines Rennstalls. Auf dem 39-Kilometer-Kurs startet er auf seinem gewohnten Zeitfahrrad, gesteuert vom sportlichen Leiter.
„Du musst so schnell wie möglich von A nach B. Strecke besichtigen, Pacing-Plan machen und umsetzen. Punkt. Wenn im Rennen jemand stärker ist, änderst du nicht plötzlich den Plan. Tust du es doch, sind Fehler fast vorprogrammiert.“
Remco Evenepoel ist der Topfavorit für die Weltmeisterschaften im Zeitfahren
Remco Evenepoel is the leading favourite for the time trial world championships

Technischer Kurs birgt hohe Risiken

Auf den 39 Kilometern durch Montréal warten offene, windanfällige Passagen sowie schnelle, urbane und technisch anspruchsvolle Straßen. Auf dem Papier wirkt es simpel, auf der Straße erfordert es präzise Taktik.
„Die ersten und letzten sechseinhalb bis sieben Kilometer im Stadtzentrum sind recht technisch. Dazwischen gibt es schnellere Abschnitte, in denen Watt und Aerodynamik zählen, aber diese Sektoren sind nie besonders lang.“
Evenepoel könnte vom abschließenden Anstieg zur Ziellinie gegenüber schweren Rivalen wie Filippo Ganna und Stefan Küng profitieren. Dafür muss er diese Passage jedoch bereits als Schnellster anfahren, wenn er gewinnen will.
Auch das Wetter könnte eine Rolle spielen. „Man kann sich fragen, ob es wirklich einen Stadtkurs wie diesen braucht. Bei starkem Regen kann es extrem gefährlich und technisch werden. Aber es gilt für alle. Man muss sich an Strecke und Bedingungen anpassen.“

Geht der Plan auf, ist der Sieg wahrscheinlich

„Er trainiert im Jahresverlauf oft genug auf dem Zeitfahrrad, dadurch ist der Übergang für ihn weniger abrupt. Er ist nicht der Fahrertyp, der plötzlich eine ganze Woche nur auf dem TT-Rad mit harten Intervallen verbringen muss.“
Evenepoels Bilanz ist 2026 makellos; seine letzte Niederlage in einem wirklich flachen Zeitfahren datiert aus dem Prolog der Tour de Romandie 2025. Selbst gegen einen Koloss wie Filippo Ganna in Topform lassen seine Leistungen der vergangenen zwölf Monate wenig Zweifel:
„Alles perfekt machen und besser als die Konkurrenz, dann gewinnst du. Wenn nicht, kann es genauso gut Platz drei oder vier werden. So ist es.“
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