"Das ist ein schlechtes Image für das Rennen": Quick-Step SD stellt die Organisatoren des Tre Valli Varesine Rennens nach der Absage mitten im Rennen in Frage
Bei miserablen, nassen und geradezu gefährlichen Bedingungen in Tre Valli Varesine 2024 wurde am Dienstagnachmittag, nachdem das Frauenrennen beendet war und das Männerrennen fast 60 km in den Beinen hatte, die Entscheidung getroffen, die diesjährige Ausgabe abzusagen.
Für einige war die Entscheidung eine Erleichterung, und die Fahrer eilten in die Wärme und Sicherheit ihrer jeweiligen Teambusse, sobald die Absage bestätigt war. Andere hingegen machten sich sofort Gedanken darüber, wie man die Dinge hätte anders machen können und vielleicht auch sollen. Eine solche Stimme der Unzufriedenheit kam vom Sportdirektor von Soudal - Quick-Step, Klaas Lodewyck.
"Das schlechte Wetter, das gestern und heute Morgen vorhergesagt wurde, hat auch uns erwischt. Dann weiß man, dass es ein gefährliches Rennen ist. Deshalb verstehe ich wirklich nicht, warum es hier eine weitere Runde gab", sinniert er in den von HLN gesammelten Zitaten nach dem Rennen. "Diese Wasserbombe hat dafür gesorgt, dass sich in der Abfahrt Gullydeckel gelöst haben. Für das gleiche Geld hätten dort 30 Fahrer verunglücken können. Wenn ich weiß, dass bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz noch jemand gestorben ist, kann ich das nicht ganz nachvollziehen", fügt er hinzu und verweist auf den tragischen Tod von Muriel Furrer beim Straßenrennen der Juniorinnen in Zürich vor kurzem.
"Aber es ist wie immer: Der eine wollte das Rennen, der andere nicht. Eine Entscheidung wird nie als Ganzes getroffen. Und dann hat man natürlich so etwas", schließt Lodewyck und macht sogar einen Vorschlag, mit dem seiner Meinung nach alle zufrieden sein könnten. "Denn das ist und bleibt natürlich ein schlechtes Image für das Rennen. Die Organisation wollte eine Extrarunde drehen, um das versprochene bessere Wetter zu haben, aber das hat den Fahrern nicht gefallen. Sie hätten das Rennen auch einfach noch ein bisschen länger verschieben können. Dann hätten wir gut zwei Stunden schönes Rennen gesehen."
Für Fahrer wie Remco Evenepoel von Soudal - Quick-Step und Tadej Pogacar, der als Favorit ins Rennen ging, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf das Wochenende und das letzte Monument der Saison... Il Lombardia.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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