Patrick Lefevere hat seinen Nachfolger bei Soudal - Quick-Step gezielt kritisiert und auf einen Fauxpas auf dem Transfermarkt hingewiesen, der seinem Ex-Team teuer zu stehen kommen könnte. Obwohl er sich Ende 2024 aus dem Team zurückzieht, behält der legendäre belgische Teamchef die Entwicklung weiter genau im Blick.
Jurgen Fore hat ab Anfang 2025 als neuer
CEO von Quick-Step übernommen und führt den Umbau nach dem Abschied von Remco Evenepoel im vergangenen Winter. Mit dem Fokus zurück auf Klassiker und Sprints hat die Mannschaft mehrere starke Verpflichtungen für 2027 getätigt.
Lefevere verweist jedoch auf einen aus seiner Sicht folgenschweren Fehler in der Transferpolitik: Das Team hat bereits alle 30 Kaderplätze für 2027 vergeben und steht nun vor zwei Dilemmata in den kommenden Monaten.
Nach der jüngsten Verpflichtung von Ben Turner umfasst die Liste der bestätigten Fahrer für 2027 nun 31 Profis, was bedeutet, dass im kommenden Jahr ein Fahrer aus dem WorldTour-Aufgebot gestrichen werden müsste.
Quick-Step hat aktuell keinen Platz für einen Aufstieg von Henrique Bravo
Zudem gibt es derzeit keinen Kaderplatz für den formstarken Entwicklungsfahrer Henrique Bravo. Der Brasilianer überzeugte 2026 mit bemerkenswerten Auftritten sowohl im Development-Team als auch bei Einsätzen im WorldTour-Team.
„Ein logischer Weg, das Interesse zu kontern, wäre, Henrique ins WorldTour-Team zu befördern, aber dieses hat für 2027 bereits das Maximum von dreißig Fahrern erreicht“, sagte Lefevere in seiner
Kolumne im Het Nieuwsblad.„Nach dem kürzlich verkündeten Transfer von Ben Turner sind es tatsächlich bereits einunddreißig. Also einer zu viel, auch ohne Henrique Bravo.“
Bravo 2026 in Topform
Der 20-jährige Bravo ist heiß begehrt und hat noch keinen bestätigten Vertrag für 2027. Sein fünfter Platz bei der Tour de l’Avenir sowie Rang vier in der Gesamtwertung der Tour de l’Ain machen ihn für mehrere Teams zum Transferziel.
Lefevere, der zugibt, in seiner Amtszeit ähnliche Zwickmühlen erlebt zu haben, macht dennoch Fore für die aktuelle Lage verantwortlich. Zugleich lobte er die Verpflichtung von Lorenzo Milesi von Movistar als Coup für das Wolfpack.
„Es ist ein Fehler, den sich Jurgen selbst ankreiden muss. Ich behaupte nicht, dass mir so etwas all die Jahre nie passiert ist, aber als CEO darfst du dich nie so früh festlegen.“
„Jurgen muss jetzt irgendwo einen zusätzlichen Platz schaffen. Das ist nicht einfach, denn die Zugänge von Ben Turner, Tim Torn Teutenberg und Lorenzo Milesi sind bereits fix. Vor allem letzterer ist aus meiner Sicht ein guter Transfer. Ich hatte ihn zuvor auch schon auf meiner Liste.“