Hat Italien eine neue WM-Geheimwaffe? – Fahrer von Visma - Lease a Bike sorgt mit Ausrufezeichen-Auftritt vor Montréal für Aufsehen

Radsport
Samstag, 19 September 2026 um 16:30
Davide Piganzoli bei der Tour de France 2026.
Italien könnte beim Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften nächste Woche eine weitere starke Karte ausspielen, nachdem einer ihrer Fahrer am Freitag bei der Tour de Luxembourg mit einer eindrucksvollen Vorstellung für Aufsehen sorgte – genau rechtzeitig vor Montréal, um seine Form zurückzumelden.
Italien reist mit einer spannenden Auswahl an Fahrern an, die realistische Außenseiterchancen haben, Belgien, Frankreich und andere Favoritenteams um das Regenbogentrikot zu bringen. Alberto Bettiol, Mattia Cattaneo, Giulio Ciccone, Lorenzo Finn, Giulio Pellizzari, Christian Scaroni und Matteo Trentin bieten ein vielseitiges Arsenal an Optionen für die Squadra.
Doch der achte Fahrer in der Auswahl könnte das Ass im Ärmel sein. Visma - Lease a Bike-Profi Davide Piganzoli ist ebenfalls dabei und hat den Nationaltrainern nur gut eine Woche vor dem großen Rennen einen Einblick in sein Niveau gegeben.
Der Kletterer, der den Giro d’Italia und die Tour de France bereits als Berghelfer bestritten hat, scheint nach der Regeneration von seinen Grand-Tour-Belastungen wieder Topform zu erreichen – mit einer bemerkenswerten Leistung, die ihm Platz zwei auf der 3. Etappe der Tour de Luxembourg einbrachte.
Zu Beginn der letzten, giftigen 28 Kilometer setzte sich Piganzoli aus dem Feld ab, jagte dem Etappensieg hinterher und schmolz einen Rückstand von 2:30 Minuten, während er nach und nach die Reste der 19-köpfigen Fluchtgruppe des Tages einsammelte.

Piganzolis bemerkenswerter Auftritt in Luxemburg

Eine Lehrstunde von Visma, deren Fahrer sukzessive aus der Ausreißergruppe zurückfielen, um seine Solofahrt zu unterstützen. Piganzoli erreichte die Überbleibsel der Spitze, verpasste den Sieg aber um wenige Sekunden hinter Pepijn Reinderink – der sich zuvor von vorn abgesetzt hatte, bevor Piganzoli aufschließen konnte.
„Der Sieg war in Reichweite, daher ist es ein bisschen enttäuschend, dass ich ganz knapp vorbeigeschrammt bin“, sagte Piganzoli anschließend auf Visma’s Website.
„Gleichzeitig bin ich sehr glücklich über das Leadertrikot.“
Pepijn Reinderink gewinnt die 3. Etappe der Tour de Luxembourg
Pepijn Reinderink gewann die 3. Etappe der Tour de Luxembourg

Piganzoli erholt sich stark von Giro- und Tour-Einsätzen

Apropos Leadertrikot: Piganzoli geht durch seine Leistung nun als Gesamtführender in die letzten beiden Etappen in Luxemburg. Sein Sportdirektor Gaëtan Pons lobte die starke Erholung nach zwei Grand-Tour-Einsätzen im Sommer.
„Wir wissen, dass Davide auf diesem Niveau abliefern kann“, sagte Pons.
„Vielleicht noch beeindruckender ist, dass er nach diesen beiden Grand Tours wieder so gut regeneriert hat und erneut auf diesem Level performt.“
Nach Luxemburg reist Piganzoli über den Atlantik und verstärkt die italienische Auswahl. Mit den Blicken auf einen formstarken Lorenzo Finn könnte Piganzoli zur Geheimwaffe der Azzurri werden, die in Kanada die großen Namen ärgern wollen.
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