„Das Garmin zeigte 42–43“ – Glühende Hitze ist für Enric Mas bei La Vuelta kein Hindernis

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 08 September 2026 um 19:15
Enric Mas führt die Vuelta a España an
Enric Mas hat die 16. Etappe der Vuelta a España 2026 ohne Zwischenfälle überstanden und trägt das Rote Trikot auch fünf Tage vor dem Ende der Rundfahrt. Der Kapitän des Movistar Teams behielt an einem Tag die Kontrolle, der von großer Hitze und der Gefahr möglicher Attacken seiner Konkurrenten geprägt war. Der Wind entwickelte letztlich jedoch nie die nötige Stärke, um das Peloton auseinanderzureißen.
Im Ziel räumte der Gesamtführende gegenüber Eurosport ein, dass die Bedingungen durchaus fordernd waren, im Kontext des Rennens aber keine Überraschung darstellten. „Alles gut, wie ihr gesehen habt, es war sehr heiß. Zwischenzeitlich zeigte der Garmin 42–43 Grad, aber wie gesagt: Wir sind im Süden, es ist Sommer, das ist zu erwarten“, erklärte Mas.

Movistar Team war auf mögliche Windkante vorbereitet

Auch die Möglichkeit, dass Red Bull - BORA - hansgrohe den Wind nutzen könnte, um die Fahrer im Kampf um die Gesamtwertung unter Druck zu setzen, hatte Mas im Blick. Der Mallorquiner betonte allerdings, dass das Movistar Team die entscheidenden Streckenabschnitte im Vorfeld genau analysiert hatte. „Keine Überraschungen, weil wir die Etappe gut studiert haben“, sagte der Gesamtführende und machte damit deutlich, dass seine Mannschaft auf mögliche Angriffe vorbereitet war.
Enric Mas vor Etappe 15 der Vuelta a España 2026.
Enric Mas hat das Rote Trikot fünf Tage vor dem Ende der Vuelta a Espana fest im Blick und richtet seinen Fokus bereits auf das entscheidende Zeitfahren.
Tatsächlich hatte das Team einen konkreten Punkt auf der Strecke ausgemacht, an dem die Konkurrenz versuchen konnte, das Feld auseinanderzureißen. Letztlich spielte das Wetter jedoch Mas und seinen Teamkollegen in die Karten. „Wir wussten, dass es einen Schlüsselpunkt gab, aber ihr habt gesehen, dass nicht der Wind aufkam, den wir wollten, also war es nicht möglich“, erklärte er. Weil der entscheidende Wind ausblieb, entwickelte sich kein alternatives taktisches Szenario und Mas konnte den Tag ohne wesentliche Veränderungen in der Gesamtwertung beenden.

Der Führende richtet den Blick bereits auf das Zeitfahren

Nachdem die 16. Etappe erfolgreich abgehakt ist, richtet Mas seinen Fokus bereits auf den Weg nach Madrid. Der Kapitän des Movistar Teams weiß, dass die kommenden Tage entscheidend werden. Insbesondere das Zeitfahren gilt als einer der großen Wendepunkte im Kampf um den Gesamtsieg. „Morgen ist wieder eine Etappe zum Durchkommen, und dann warten wir auf den Tag im Zeitfahren“, sagte Mas.
Die 17. Etappe bietet den Favoriten voraussichtlich noch einmal die Möglichkeit, vor den entscheidenden Tagen Kräfte zu sparen. Mas erwartet einen ausgesprochen flachen Rennverlauf und dementsprechend erneut Zurückhaltung unter den Klassementfahrern. „Morgen ist es komplett flach, ich denke, es ist die flachste Etappe der ganzen Vuelta“, erklärte der Träger des Roten Trikots.
Sein Plan für diesen Tag ist entsprechend eindeutig: ohne Probleme das Ziel erreichen und möglichst viel Energie für das große Finale der Rundfahrt bewahren. „Nichts Besonderes, so wie heute durchkommen und dann die letzten drei Tage anpacken“, fasste Mas zusammen. Jede weitere erfolgreich absolvierte Etappe bringt das Movistar Team seinem großen Ziel näher, das Rote Trikot bis nach Madrid zu verteidigen.

Mas genießt die ungewohnte Rolle im Roten Trikot

Neben Taktik, Zeitabständen und körperlicher Verfassung spielt in dieser Phase einer Grand Tour auch die mentale Belastung eine entscheidende Rolle. Mas räumt ein, dass er sich in einer für ihn neuen Situation befindet – schließlich hat er noch nie mit so wenigen verbleibenden Renntagen eine Grand Tour angeführt.
Der 31-Jährige scheint mit dieser ungewohnten Verantwortung allerdings gut umgehen zu können. „Mir geht’s gut. Es ist neu für mich, mit so wenigen Tagen bis zum Ende im Trikot zu sein, aber ich genieße es“, sagte Mas.
Seine Worte verdeutlichen die besondere Situation, in der er sich befindet. Mas ist sich der Verantwortung bewusst, die mit der Verteidigung des Roten Trikots einhergeht, will seine hervorragende Ausgangsposition aber gleichzeitig genießen und nutzen, um die entscheidende Schlussphase der Vuelta a España nach seinen Vorstellungen zu gestalten.
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