„Bisweilen herrscht in den Medien ein harscher Ton gegenüber Wout van Aert. Das hat er nicht verdient“ – Mads Pedersen würdigt den Rivalen als „einen der größten Fahrer dieser Ära“

Radsport
Samstag, 04 April 2026 um 12:15
van aert pedersen
Die Debatte um Wout van Aert nach Dwars door Vlaanderen kreist erneut um ein knapp verpasstes Ziel. Im Peloton klingt der Ton ganz anders.
Mads Pedersen stellt die aktuelle Erzählung über Van Aert infrage und wehrt sich gegen die Kritik, die dessen Niederlagen oft begleitet. „Manchmal ist der Ton in den Medien gegenüber Wout van Aert hart. Das hat er nicht verdient“, sagte Pedersen im Gespräch mit TV 2 Sport.

Ein anderer Blick aus dem Rennen heraus

Von außen ist das Ergebnis simpel. Van Aert wurde wie im Vorjahr auf den letzten Metern geschlagen. Für jene, die neben ihm fahren, wiegt der Kontext jedoch schwerer als das Resultat.
Pedersen sah das aus nächster Nähe. Anstatt das Ergebnis zu hinterfragen, reagierte er unmittelbar und persönlich. Solche Worte sind direkt nach dem Ziel selten, zumal unter direkten Rivalen um dieselben Siege. Für Pedersen verlangte der Aufwand hinter dem Resultat diese Reaktion. „Ihn so knapp wieder einen Sieg verpassen zu sehen… Letztes Jahr konnte man fast ein bisschen lachen und denken: ‚Was machst du da?‘ Aber dieses Jahr tut es fast weh, ihn so verlieren zu sehen.“

Respekt aus geteilter Erfahrung

Pedersens Sicht ist breiter als ein einzelnes Rennen. Wie Van Aert bewegt er sich im gleichen Terrain, zielt auf dieselben Eintagesrennen und taucht oft in denselben Finalen auf.
Diese Überschneidung schafft Verständnis, das über Ergebnisse hinausgeht. „Ich kann nicht genau sagen, warum ich es ihm sagen musste, aber in dem Moment hatte ich einfach das Bedürfnis, ihm mitzuteilen, dass ich enormen Respekt vor ihm als Mensch und als Fahrer habe und davor, wie er mit Höhen und Tiefen umgeht“, sagt Pedersen. „Wout ist auch einer der Fahrer, mit denen ich im Peloton spreche, und ich habe einfach großen Respekt vor ihm, auf und neben dem Rad, und dafür, wie er die Dinge anpackt.“
In diesem Rahmen ordnet Pedersen Van Aert unter die Besten seiner Generation ein. „Er ist auch einer der größten Fahrer dieser Ära.“
Wout van Aert bei Dwars door Vlaanderen 2026
Wout van Aert bei Dwars door Vlaanderen 2026

Mehr als das Ergebnis

Diese Einschätzung kontrastiert mit dem Ton, der Van Aerts Resultate oft begleitet, wenn der Fokus eher auf verpassten Siegen liegt als auf seiner Fahrweise.
Pedersen benannte diese Lücke klar. „Das hat er nicht verdient, weil viele vergessen, wie viele Stunden und wie viel Arbeit dahinterstecken. Ich weiß besser als die meisten, wie hart er arbeitet, weil ich dasselbe mache wie er.“
In einer Woche, in der Van Aert erneut nahe am Sieg war, ohne ihn zu holen, war die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität selten deutlicher. Außerhalb des Pelotons lädt das Ergebnis zur Kritik ein. Darin jedoch hat seine Leistung den Respekt nur weiter gefestigt.
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