Die Frühjahrsklassiker endeten stilvoll für
Tadej Pogacar, der bei Lüttich–Bastogne–Lüttich zu Sieg Nummer 13 bei einem Monument stürmte. Pause gibt es keine: Der Slowene richtet den Blick sofort auf die
Tour de Romandie 2026, die am Dienstag, 28.04., startet.
Für den Kapitän von UAE Team Emirates - XRG zählt die Schweizer Rundfahrt zu den wenigen noch offenen Lücken in seiner WorldTour-Palmarès. Das allein definiert sein Ziel für diese Woche. Auch ohne Fahrer wie Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und Paul Seixas bietet das Rennen ein breites und vielseitiges Feld an Gesamtklassement-Anwärtern.
Dazu zählen
Florian Lipowitz und
Primoz Roglic für Red Bull - BORA - hansgrohe sowie
Oscar Onley und Carlos Rodriguez bei INEOS Grenadiers.
Lenny Martinez,
Jorgen Nordhagen, Antonio Tiberi und Lokalmatador Mauro Schmid unterstreichen die Tiefe des Feldes.
Auf dem Papier ist Red Bull - BORA - hansgrohe die Mannschaft, die Pogacars Ambitionen am ehesten stören kann. Vor diesem Hintergrund sind hier fünf Schlüsselgegner, die er für den Romandie-Gesamtsieg schlagen muss.
Florian Lipowitz
Florian Lipowitz ragt als unmittelbarste Gefahr heraus, falls Pogacar geschlagen werden soll. Der Deutsche fährt bislang eine sehr konstante Saison und arbeitet weiter auf die Tour de France hin, wo er seinen Vorjahrespodiumsplatz verbessern will.
2026 startete er viermal und lieferte jedes Mal ab. Er begann mit dem Sieg im Mannschaftszeitfahren beim Trofeo Ses Salines, wurde anschließend Gesamtachter an der Volta ao Algarve. Danach kletterte er aufs Podium bei der Katalonien-Rundfahrt, gewonnen von Jonas Vingegaard, und wurde Gesamtzweiter bei der Baskenland-Rundfahrt.
Auch der Auftaktprolog in der Romandie könnte eine Rolle spielen. Lipowitz zeigte 2026 starke Zeitfahrform: Neunter an der Algarve und Sechster im Baskenland, dazu der frühere Erfolg in Ses Salines.
Roglic und Lipowitz bilden bei Red Bull - BORA - hansgrohe eine doppelte Speerspitze in der Romandie
Primoz Roglic
Gleich dahinter rangiert Teamkollege Primoz Roglic. Er mag einwöchige Rennen nicht mehr so dominieren wie früher, bleibt in diesem Format jedoch ein ernster Faktor.
Der Prolog bietet früh die Chance, Zeit gutzumachen, und Roglic’ anhaltende Stärke gegen die Uhr könnte ihn von Beginn an in eine aussichtsreiche Position bringen. Danach wird seine Erfahrung über mehrere Tage zu einem großen Trumpf.
Entscheidender Punkt ist der Doppelansatz von Red Bull - BORA - hansgrohe. Mit der Freiheit als Alternative zu agieren, kann Roglic UAE Team Emirates - XRG auf unterschiedlichen Ebenen unter Druck setzen. Unterstützt wird er von Jan Tratnik und Daniel Felipe Martinez, beide in den Bergen zu Schlüsselrollen fähig.
Lenny Martinez
Außerhalb von Red Bull - BORA - hansgrohe kommt Lenny Martinez in herausragender Form. Bahrain Victorious hat die Rundfahrt klar ins Visier genommen und ihn aus Lüttich–Bastogne–Lüttich herausgelassen, damit er frischer anreist.
Seine Resultate 2026 bestätigen diese Entscheidung. Martinez beendete kein Rennen außerhalb der Top Acht. Fünfter bei der Tour des Alpes-Maritimes, Dritter bei der Faun-Ardèche Classic und der Drôme Classic, Gesamtfünfter bei Paris–Nizza mit einem Etappensieg, Gesamtzweiter bei der Katalonien-Rundfahrt und Achter beim Flèche Wallonne.
Oscar Onley
Oscar Onley führt INEOS Grenadiers an – auf der Suche nach dem ersten großen Ergebnis seit seinem Wechsel zum britischen Team. Zwar fehlt ihm noch ein Einzelsieg, doch die Tour de Romandie bietet eine gute Chance, das zu ändern und Schwung Richtung Tour de France aufzubauen.
Unterstützt wird er von Carlos Rodriguez, dessen Rolle entscheidend sein kann, auch wenn er nicht zu den Topfavoriten für das Gesamtklassement zählt. Verletzungen bremsten seinen jüngsten Fortschritt, seine Präsenz erweitert jedoch die Optionen des Teams.
Oscar Onley sucht weiter nach dem ersten großen Resultat seit seinem Wechsel zu INEOS
Jorgen Nordhagen
Schließlich ist Jorgen Nordhagen einer der spannendsten Außenseiter. Mit 21 übernimmt er die Führungsrolle bei Team Visma | Lease a Bike, was das Vertrauen des Teams in sein Langzeitpotenzial unterstreicht.
Er kommt mit einem starken Gesamtrang zwei bei O Gran Camiño, hinter Adam Yates, und zuvor Platz acht bei der UAE Tour, seinem ersten WorldTour-Etappenrennen als Teamleader.
Seine Resultate 2025 zeigten ebenfalls klare Fortschritte: Gesamtfünfter bei der Tour of Guangxi, Dritter bei der Tour de l’Avenir und eine Top-Vier-Platzierung beim Giro d’Italia U23. Nun stellt sich die Frage, ob er dieses Versprechen in einen Durchbruch gegen die stärkste Konkurrenz ummünzen kann.