ANALYSE | Red Bull - BORA - hansgrohe mit Power-Kader, der 2026 mit Visma und UAE konkurriert

Radsport
Freitag, 12 Dezember 2025 um 18:30
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Die Saison 2026 verspricht eine der spannendsten für Red Bull - BORA - hansgrohe zu werden. Das Team schärft seine Identität und sein Wachstumsmodell mit klaren, strategischen Schritten – und vor allem mit dem Paukenschlag des Transfers von Remco Evenepoel auf dem Fahrermarkt.
Die Ankunft des Belgiers, kombiniert mit der Konstanz von Primoz Roglic sowie den Verlängerungen der jungen Aushängeschilder Florian Lipowitz, Giulio Pellizzari und Lorenzo Finn, bestätigt: Die deutsche Struktur setzt weiter auf ein langfristiges Projekt, das nicht nur auf Verpflichtungen basiert, sondern auf der gezielten Entwicklung interner Talente.
Florian Lipowitz, 25, ist das Musterbeispiel dieses Prozesses. Er kam als Stagiaire und entwickelte sich über die Jahre zum Protagonisten bei den Grand Tours – gekrönt von einem Podium bei der Tour de France. Seine Vertragsverlängerung festigt ein Band, das für den deutschen Block zentral bleibt.
Auch Giulio Pellizzari hat mit 22 in seiner ersten WorldTour-Saison zwei Grand Tours absolviert, einen Etappensieg geholt und zweimal Gesamtrang sechs belegt – außergewöhnlich für einen Fahrer, der sich noch entwickelt. Die längerfristige Wette ist Lorenzo Finn, 18, Junioren- und U23-Weltmeister, der im Development-Team startet und 2027 in die WorldTour aufrückt. Sein früher Vertrag spiegelt beiderseitiges Vertrauen in ein solides, ambitioniertes Entwicklungsmodell wider.
General Manager Ralph Denk betont, dass die Förderung junger Fahrer Teil der Team-DNA ist. Lipowitz und Pellizzari, vor ihrem 20. Geburtstag entdeckt, sind heute Fahrer, die auf Topniveau den Unterschied machen können. Finn verkörpert mit enormem Potenzial die nächste Phase dieser Philosophie. Zusammen mit etablierten Leitwölfen und einer breiten Gruppe vielseitiger Fahrer bildet dieses Trio die Zukunft der deutschen Struktur.
Mit Blick auf 2026 setzt Red Bull BORA hansgrohe ein klares Ziel: um das Podium bei allen drei Grand Tours zu kämpfen. Angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre überrascht dieser Anspruch nicht. Die sportliche Leitung will die Aufwärtskurve halten und zugleich einen aggressiven, wiedererkennbaren Rennstil liefern – treu der eigenen Wettbewerbsidentität.
Der Giro d’Italia wird der erste große Prüfstein. Dort setzt das Team auf eine Doppelspitze mit Giulio Pellizzari und Jai Hindley. Pellizzari geht mit klarer Wachstumskurve in seine dritte Teilnahme in Folge, während Hindley Erfahrung und profunde Streckenkenntnis einbringt – inklusive Etappen- und Gesamtsieg. Die Mischung aus explosiver Jugend und stabiler Erfahrung könnte in einem Giro entscheidend sein, der in Bulgarien startet und früh selektive Tage verspricht.
Florian Lipowitz wurde Dritter bei der Tour de France 2025
Florian Lipowitz, Red Bull BORAs großer Star 2025
Bei der Tour de France richtet sich der Fokus auf das Duo Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. Eine ebenso schlagkräftige wie taktisch reizvolle Kombination. Beide Jahrgang 2000, beide Quereinsteiger, beide kennen Platz drei in Paris. Und doch stehen sie an verschiedenen Punkten ihrer Laufbahn: Evenepoel als etablierter Weltstar, Lipowitz als aufstrebender Fahrer mit steiler Kurve. Gemeinsam eröffnen sie neue strategische Optionen, in den Bergen wie im Zeitfahren – mit kollektiven Zielen jenseits reiner Einzelerfolge.
La Vuelta a España beschließt den Block der Großziele und trägt enorme emotionale Bedeutung in dieser Saison. Primoz Roglic jagt mit 36 den historischen fünften Titel, getragen von einer Mannschaft, die ihn vom ersten Tag an schützt – los geht es mit einem Auftaktzeitfahren in Monte-Carlo. Sein Vorbereitungsprogramm umfasst Prestige-Rennen wie Tirreno–Adriatico, Itzulia und Romandie, um die Form für einen der wichtigsten Auftritte seiner Karriere zu schärfen.
Auch der Transfermarkt spielte bei der Formung des 2026er-Teams eine Schlüsselrolle. Der Hauptzugang ist Remco Evenepoel, einer der größten Stars des Radsports, der die Mannschaft bei der Tour anführen und dem Projekt neue Ambition verleihen soll. Der zweite prominente Neuzugang ist Haimar Etxeberria, ein vielseitiger, schneller Youngster, der die Tiefe für Mittelgebirge und punchige Finals stärkt.
Was der junge Spanier nach seinem vielversprechenden Profieinstand bei Kern Pharma, wo er seinen ersten Sieg holte und sich ein WorldTour-Ticket verdiente, im ersten Jahr im deutschen Team zeigt, bleibt spannend. Die einzigen Abgänge der Teambasis sind spanisch: Roger Adrià wechselt zum Movistar Team. Zudem der schmerzhafte Abschied von Oier Lazkano nach einer vorläufigen UCI-Sperre. Mit einem vollen Kader von 30 Fahrern will man Pogacar, Vingegaard, Van der Poel und Co. ernsthaft Paroli bieten. Nachfolgend der Kader fürs kommende Jahr mit allen Zu- und Abgängen:

Red Bull BORA Kader 2026 

FahrerAlter
Giovanni Aleotti 26
Adrien Boichis 22
Mattia Cattaneo 35
Nico Denz 31
Jarrad Drizners 26
Haimar Etxeberria 22
Remco Evenepoel 25
Finn Fisher-Black 23
Alexander Hajek 22
Emil Herzog 21
Jai Hindley 29
Florian Lipowitz 25
Arne Marit 26
Daniel Felipe Martínez 29
Jordi Meeus 27
Gianni Moscon 31
Giulio Pellizzari 22
Laurence Pithie 23
Primož Roglič 36
Callum Thornley 22
Jan Tratnik 35
Luke Tuckwell 21
Mick Van Dijke 25
Tim Van Dijke 25
Maxim Van Gils 26
Danny Van Poppel 32
Gianni Vermeersch 33
Aleksandr Vlasov 29
Frederik Wandahl 24
Ben Zwiehoff 31

Red Bull BORA Zugänge 2026

FahrerVon
Remco Evenepoel Soudal–QuickStep
Haimar Etxeberria Equipo Kern Pharma

Red Bull BORA Abgänge 2026

FahrerZiel
Oier Lazkano Entlassen nach vorläufiger UCI-Sanktion
Roger Adrià Movistar Team
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