„Am Ende ist er ein Mensch“ – Valverde erklärt, wie Pogacar bei der Tour de France zu schlagen ist

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 28 Juni 2026 um 13:00
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Die Tour de France beginnt in weniger als einer Woche, und die großen Anwärter auf das Gesamtklassement scheinen rechtzeitig in Bestform zu kommen. Doch auf dem Weg zum Gelben Trikot führt für alle nur eine Frage an Tadej Pogacar vorbei: Ist der wohl kompletteste Rundfahrer seiner Generation überhaupt zu schlagen?
Alejandro Valverde, früherer Weltmeister und Podiumsfahrer der Tour de France, glaubt daran – zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Der Spanier sieht den Titelverteidiger klar als Maßstab, hält ihn aber nicht für unantastbar.

Valverde sieht nur wenige Wege, Pogacar zu bezwingen

Pogacar bestritt zuletzt die Ronde van Zwitserland und gewann sie mit einem Vorsprung, wie man ihn in den vergangenen Jahren nur selten gesehen hat. Die Dominanz des UAE Team Emirates - XRG kam dabei kaum überraschend, ebenso wenig wie seine drei Etappensiege. An der Form des Weltmeisters zweifelt vor dem Start der Tour de France niemand.
Tadej Pogacar vor dem Rennen.
Tadej Pogacar geht als großer Favorit in die Tour de France – doch Alejandro Valverde sieht zumindest eine kleine Chance für seine Rivalen.
Dennoch bleibt auch Pogacar angreifbar. „Es ist klar, dass er zu schlagen ist, aber ebenso wahr ist: Wenn er in Topform ist und nichts schiefgeht, ist es sehr schwer, ihn zu bezwingen“, sagte Valverde gegenüber Marca. Der frühere Profi ist überzeugt, dass Pogacar in diesem Jahr vor allem über einen schlechten Tag oder unvorhergesehene Zwischenfälle verwundbar werden könnte.
„Kann man ihn schlagen? Am Ende ist er ein Mensch und kann auch mal einen schlechten Tag haben. Dann müssen die anderen ihre Chance nutzen“, erklärte Valverde. „Bei der Tour werden wir sehen, ob Vingegaard die Form von früher zu 100 Prozent wiederfindet, und wir werden sehen, wie weit Paul Seixas kommt – ganz ohne Druck, versteht sich. Schauen wir mal, genießen wir die Show.“

Juan Ayuso rückt für Spanien in den Mittelpunkt

Seit seinem Karriereende arbeitet Valverde als Nationaltrainer Spaniens. Über das Jahr hinweg steht er in engem Austausch mit den besten Fahrern des Landes und gab nun auch einen Ausblick auf die Weltmeisterschaften. Besonders deutlich wird dabei: Juan Ayuso zeichnet sich als zentraler Mann der spanischen Auswahl ab.
„Stand jetzt, ja. Ich denke, alles dreht sich um Ayuso. Er ist auch sehr auf die Weltmeisterschaften fokussiert. Ich glaube, das ist ein Rennen, das ihm sehr liegt, und das weiß er auch“, sagte Valverde, der als Fahrer den Spitznamen „Bala“ trug. „Er wird vorher noch einige Klassiker fahren und schon in Montreal am Start stehen. Ich denke, wir stellen wieder eine starke Nationalmannschaft auf, wie im vergangenen Jahr, und spielen unsere Karten.“
Im vergangenen Jahr präsentierte sich Spanien bei der WM in Kigali stark. Besonders Paula Ostiz sorgte mit einem Doppeltitel in der Juniorinnen-Kategorie für Glanzpunkte und unterstrich zugleich das Potenzial für die Zukunft. Auch mit Paula Blasi, die in den Elitebereich aufrückt, gibt es gute Gründe, im September ambitioniert auf die Titelkämpfe zu blicken.
Für eine Goldmedaille als Nationaltrainer wäre Valverde sogar bereit, einige seiner eigenen Medaillen einzutauschen. „Gute Frage. Medaillen sind schön, wo sie sind, aber als Trainer eine Goldmedaille zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Vielleicht würde ich sagen: ‚Nun gut, ja, ich würde ein paar abgeben‘“, sagte er abschließend.
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