„Als das Rennen nicht mehr spannend war, gingen sie auf ihn los“ – Slowenischer Ex-Profi kontert Kritiker von Primoz Roglics Auftritt bei der Tour de Romandie

Radsport
Montag, 04 Mai 2026 um 21:30
Primoz Roglic
Die Reaktionen auf Primoz RoglicTour de Romandie waren unüberhörbar. Im Verlauf der Woche wurde sein Rennen seziert, besonders nachdem er auf Etappe 2 aus der Gesamtwertung ausstieg und an einem auf dem Papier unscheinbaren Tag über zwei Minuten verlor.

Warum Primoz Roglic in der Romandie fürs Team fuhr

Diese Vorstellung zog deutliche Kritik auf sich, unter anderem vom früheren Vuelta-a-Espana-Sieger Chris Horner, der seine Positionierung und Absichten infrage stellte und damit die wachsende Erzählung über Rolle und Form des Slowenen im Rennen befeuerte.
Der ehemalige Profi Kristijan Koren sieht das anders. „Als die Journalisten merkten, dass das Rennen nicht mehr so spannend war, stürzten sie sich auf ihn“, sagte er im Podcast Tour 202 und stemmte sich gegen den Ton, der Roglic’ Auftritt umgab.

Ein Rennen, bestimmt durch die Rolle

Roglic’ Position in der Romandie war im Wochenverlauf klar. Er fuhr im Dienst der Mannschaft und ließ auf Etappen Zeit, auf denen die Gesamtwertung nicht mehr sein Ziel war. Diese Entscheidung öffnete später auch die Tür für einen anderen Ansatz, inklusive seines Angriffs in die Gruppe auf der Königsetappe. „Primoz hat alles für seinen Kapitän getan“, sagte Koren.
Dieser Satz bildet den Kern der Woche. Die Zeitverluste, die Kritik auslösten, entstanden innerhalb dieser Rolle und eines übergeordneten Teamplans. „Er weiß, wie andere ihm in der Vergangenheit geholfen haben.“
Erfahrung prägt diesen Ansatz. Es ist eine Rolle, die auf dem Verständnis beruht, wie Rennen im Kollektiv gewonnen werden – und nicht allein durch einen Fahrer.

Die Stärke ist noch da, auch wenn die Zeit voranschreitet

Koren ging auch auf die Frage nach dem Niveau ein. „Er ist viel stärker, als manche Kommentatoren suggeriert haben“, betonte der ehemalige slowenische Meister.
Roglic’ Auftritt auf der Schlussetappe untermauerte diese Sicht. Am Anstieg nach Leysin blieb er Teil der verkleinerten Gruppe hinter Tadej Pogacar und Florian Lipowitz und beendete die Etappe in Reichweite der nächsten Gruppe, statt komplett zu implodieren.
Zugleich ist klar, wo Roglic in seiner Karriere steht. „Sein Alter macht sich langsam bemerkbar, und natürlich ist er weiter hungrig auf einen Sieg, den er seit einiger Zeit nicht mehr hatte.“
Primoz Roglic überquert die Ziellinie bei der Tour de Romandie 2026
Primoz Roglic crosses the line at the 2026 Tour de Romandie

Mehr als das Resultat

Ohne Druck der Gesamtwertung konnte Roglic später in der Woche freier agieren. Sein Auftritt in der Ausreißergruppe führte zwar nicht zu einem Etappenergebnis, zeigte aber die Bereitschaft, das Rennen zu beleben, sobald seine Primärrolle erfüllt war.
Die größeren Fragen verschwinden nicht. Seine Position im Vergleich zu Fahrern wie Florian Lipowitz wird weiter beleuchtet, und jede Leistung wird durch diese Linse bewertet.
Korens Sicht rückt die Arbeit in den Mittelpunkt, die Roglic über die Woche leistete, und das Niveau, das er weiterhin mitbringt. Die Romandie lieferte ein klares Beispiel für beides.
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