„Alles wird ständig gemessen“ – Wout Van Aert äußert sich zum Karriereende von Visma-Teamkollege Simon Yates

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 30 Januar 2026 um 14:30
van aert yates
Wout Van Aert begleitete einen Großteil der vergangenen Saison von Simon Yates im Peloton. Anfang dieses Monats trennten sich ihre Wege, als der Brite noch vor dem zweiten Team-Trainingslager seinen Rücktritt erklärte. Van Aert ordnet ein, warum Karriereenden bei Topfahrern nicht nur häufiger, sondern auch früher erfolgen.
Der Belgier kennt das Thema aus nächster Nähe. Seit Jahren fährt er für Team Visma - Lease a Bike und erlebte mehrere Rücktritte im direkten Umfeld. 2022 beendete Tom Dumoulin überraschend seine Karriere und sprach offen darüber, wie er als Athlet zunehmend seine Eigenständigkeit verloren habe.

Der Preis maximaler Professionalität

Mehrere Fahrer schilderten in der Vergangenheit die Strenge der Arbeit bei Visma. Das Team gilt als Maßstab moderner Rennvorbereitung, doch die Anforderungen sind hoch. Nicht jeder kann dieses Niveau dauerhaft erfüllen – oder dabei die eigene Motivation bewahren.
Auch Simon Yates zog nun die Konsequenz. Sein Rücktritt erfolgte nur wenige Wochen, nachdem sich Van Aerts Cross-Teamkollegin und dreifache Titelverteidigerin Fem van Empel im Alter von 23 Jahren aus dem Sport zurückgezogen hatte. Ob vorübergehend oder endgültig, der Druck schien der Niederländerin deutlich zugesetzt zu haben.

„Alles wird ständig gemessen“

Van Aert wehrt sich jedoch gegen den Eindruck, dass Rücktritte automatisch auf das Teamumfeld zurückzuführen seien. „Das zu etwas zu machen, das nur unser Team betrifft, finde ich schade. Es tut sogar ein bisschen weh, denn ich sehe es wirklich als mein Team“, sagte er im Podcast Live Slow Ride Fast. „Ich habe größten Respekt vor den Entscheidungen von Fem und Simon, aber sie haben nichts mit unserem Teamumfeld zu tun.“
Entscheidend sei vielmehr, wie unterschiedlich Fahrer mit den Anforderungen umgehen. Wer sich gut anpasst, liefert meist starke Ergebnisse. Doch die Rennvorbereitung im heutigen Peloton unterscheidet sich grundlegend von jener Zeit, in der Van Aert Profi wurde.
„Radsport bleibt Radsport. Es ist ein harter Sport, der viele Opfer verlangt. Diese Opfer sind vielleicht noch größer durch das Datenzeitalter, in dem wir uns befinden“, erklärt er. „Alles wird ständig gemessen, und du musst permanent melden, wie du trainierst, wie du schläfst, wo du bist.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading