Die vierte Etappe der
AlUla Tour bot die letzte echte Gelegenheit für die Sprinter – und die schnellen Männer griffen zu.
Jonathan Milan verpasste einen weiteren Erfolg, stattdessen sprintete
Matteo Malucelli vom
XDS Astana Team zum Tagessieg.
Die 173 Kilometer lange Etappe begann mit starkem Wind und ohne Abtasten. Früh löste sich eine große Ausreißergruppe mit 16 Fahrern, darunter Paul Double, Dries De Bondt und Julius Johansen. In der Gruppe befanden sich zudem Profis, die die Gesamtführung von Yannis Voisard unter Druck setzen konnten. Dahinter zerfiel das Feld rasch: Sergio Higuita verlor den Anschluss an das Peloton, auch mehrere Sprinter wie Fabio Jakobsen mussten abreißen lassen.
Wind, Kontrolle und ein Sprint ohne klassischen Leadout
Die Fluchtgruppe war groß, doch im Feld verfolgten mehrere Teams klare Ziele. Nicht nur das Gesamtklassement, auch der Etappensieg spielte eine Rolle. Entsprechend hoch blieb das Tempo, bis Richtungswechsel des Windes – oft in blockierenden Gegenwind – den Angriff 56 Kilometer vor dem Ziel neutralisierten. Das Peloton beruhigte sich erst spät am Tag.
Ein letzter Impuls kam von Zeb Kyffin vom Terengganu Cycling Team, der kurzzeitig eine Lücke riss. Im folgenden Gegenwind verpuffte der Vorstoß jedoch schnell. Die Sprintteams zögerten ihre Anfahrten bewusst hinaus. Zwei Kilometer vor dem Ziel zeigte das TV-Bildmaterial Jan Christen und einen Teamkollegen entspannt und lachend am Ende des Feldes – ein seltenes Bild vor einer Sprintentscheidung.
Erst auf dem letzten Kilometer explodierte das Tempo auf der kerzengeraden Zielgeraden in der Wüste. Ein klarer Leadout fehlte an der Spitze. Pascal Ackermann eröffnete den Sprint sehr früh, Milan zog nach, blieb dabei jedoch im Sattel – offenbar gezeichnet vom harten Effort zuvor. Malucelli positionierte sich perfekt an Milans Hinterrad und zog in den letzten Metern vorbei. Mit einem präzisen, kalten Sprint sicherte er sich den Etappensieg – genau dann, als es für die Sprinter keine zweite Chance mehr gab.