Gravel-Spektakel in der „Grünen Hölle“: Deutsche Meisterschaft 2026 steigt am Nürburgring

Gravel
Donnerstag, 23 Juli 2026 um 20:10
Künstlerische Darstellung von ein Fahererin auf einer Schotterstraße in Vermont
Der Nürburgring bekommt 2026 ein neues sportliches Highlight: Am Samstag, 25. Juli, wird das Gravel-Race von Rad am Ring zum zweiten Mal ausgetragen – und erhält direkt eine besondere Aufwertung. Im Rahmen der Veranstaltung findet zugleich die vierte Deutsche Meisterschaft im Gravel statt. Damit trifft moderner Offroad-Radsport auf eine der traditionsreichsten Rennstrecken Europas.

Über die Nordschleife und durch die „Grüne Hölle“

Gefahren wird auf und entlang der legendären Nürburgring-Nordschleife. Die Organisatoren versprechen einen Kurs, der die Teilnehmer direkt oder zumindest unmittelbar an der berüchtigten „Grünen Hölle“ vorbeiführt. Eine Runde ist 25 Kilometer lang und umfasst rund 550 Höhenmeter. Öffentliche Straßen werden dabei weder befahren noch gekreuzt.
Start und Ziel befinden sich auf der Grand-Prix-Strecke – also dort, wo normalerweise Rennwagen um Hundertstelsekunden kämpfen. Für die Gravel-Fahrer warten dagegen Schotter, Höhenmeter und ein ständiger Wechsel aus Rhythmus, Technik und Ausdauer.

Gravel-Race 2026 am Nürburgring: Die wichtigsten Daten

Drei Distanzen, Tausende Höhenmeter und ein Kurs durch die legendäre „Grüne Hölle“.

Distanz Runden Höhenmeter Bedeutung
50 km 2 1.100 hm Einsteiger-Rennen für ambitionierte Gravel-Fans
100 km 4 2.200 hm Hauptrennen der Frauen und Deutsche Meisterschaft
125 km 5 2.750 hm Hauptrennen der Männer und Deutsche Meisterschaft
Besonderheit: Eine Runde misst 25 Kilometer und führt auf oder entlang der Nürburgring-Nordschleife. Start und Ziel befinden sich in der Grand-Prix-Arena.
Zur Auswahl stehen drei Distanzen. Das 50-Kilometer-Rennen führt über zwei Runden und 1.100 Höhenmeter. Auf der 100-Kilometer-Variante summieren sich vier Runden auf 2.200 Höhenmeter, während beim langen Rennen über 125 Kilometer fünf Runden und insgesamt 2.750 Höhenmeter zu bewältigen sind.

Titelkampf für Profis, Herausforderung für Jedermann

Der besondere Reiz der Veranstaltung liegt in ihrer Mischung aus Meisterschaft und Breitensport. Für die Deutsche Meisterschaft der Männer stehen 125 Kilometer auf dem Programm. Die Frauen ermitteln ihre Titelträgerinnen über 100 Kilometer.
Gleichzeitig bleibt das Rennen offen für Fahrerinnen und Fahrer ohne Lizenz. Auch ausländische Lizenznehmer dürfen an den regulären Gravel-Wertungen teilnehmen, wenn auch nicht an der deutschen Meisterschaft. Damit setzt Rad am Ring auf ein Konzept, das Spitzensport und Jedermann-Erlebnis miteinander verbindet.
Die Planung des Kurses erfolgte unter anderem mit Unterstützung von Paul Voß. Der amtierende deutsche Gravel-Meister und mehrfache Nürburgring-Sieger kennt die besonderen Anforderungen der Strecke bestens. Schon 2025 gewann er das 100-Kilometer-Rennen in 3:17:03 Stunden – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die vermeintlich mittlere Distanz keineswegs ein lockerer Ausflug ist.

Drei Starts innerhalb von zehn Minuten

Auch der Rennablauf verspricht Dynamik. Das Feld über 125 Kilometer startet um 12 Uhr. Nur fünf Minuten später gehen die Fahrerinnen und Fahrer des 100-Kilometer-Rennens auf die Strecke, einschließlich der Teilnehmerinnen der Deutschen Meisterschaft. Um 12.10 Uhr folgt der Start über 50 Kilometer.
Das lange Rennen wird von Beginn an ohne Neutralisation freigegeben. Die kürzeren Wettbewerbe starten teilneutralisiert. Damit dürfte es vor allem im 125-Kilometer-Rennen bereits auf den ersten Metern zur Sache gehen.

Verpflegung an bekannten Nürburgring-Passagen

Für die Teilnehmer stehen mehrere Versorgungsstellen bereit. Die offizielle Technik- und Verpflegungszone befindet sich im Abschnitt Hohenrain am Übergang von der Nordschleife auf die Grand-Prix-Strecke. Hinzu kommen eine Getränkestation im Bereich Bergwerk und eine weitere Verpflegung an der Hohen Acht.
Schon die Namen zeigen, welchen Charakter dieses Rennen besitzt. Es handelt sich nicht um einen beliebigen Rundkurs auf losem Untergrund, sondern um ein Gravel-Rennen mitten in der Mythologie des Nürburgrings.

Attraktives Preisgeld für die Spitzenfahrer

Auch finanziell erhält das Gravel-Race eine deutliche Aufwertung. Sowohl beim 100-Kilometer-Rennen der Frauen als auch beim 125-Kilometer-Rennen der Männer werden jeweils 1.300 Euro an die Gesamtsieger ausgezahlt. Für Rang zwei gibt es 600 Euro, für Platz drei 400 Euro. Auch die Plätze vier und fünf werden noch prämiert.
Damit schafft Rad am Ring einen reizvollen Rahmen für ambitionierte Amateure, nationale Spitzenfahrer und internationale Gäste. Der Nürburgring liefert die Kulisse, die Nordschleife die Härte und die Deutsche Meisterschaft den sportlichen Stellenwert.
Am 25. Juli 2026 wird die „Grüne Hölle“ deshalb nicht vom Motorenlärm beherrscht. Dann gehören Asphalt, Schotter und Höhenmeter den Gravel-Fahrern.
Erstquelle: German Cycling
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