Wout van Aert hat seit gut einem Monat kein Rennen mehr bestritten. Sein letzter Einsatz war bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes, wo er eine Etappe gewann, insgesamt jedoch in einer Form wirkte, die mit Blick auf die Tour de France Fragen offenließ. Letztlich wurde dieser
Termin komplett gestrichen.
Nach einem starken Frühjahr mit dem lange ersehnten Paris-Roubaix-Sieg kam der Einbruch überraschend: Der Belgier fuhr deutlich unter seinem Normalniveau, verlor im Mannschaftszeitfahren den Anschluss an die Teamkollegen und fiel in den Bergetappen früh zurück. Angesichts des engen Zeitfensters war der Verzicht auf die Tour die einzig vernünftige Entscheidung.
Stattdessen wird van Aert Ende des Sommers die Vuelta a España bestreiten. Er kehrt damit erstmals seit seinem emotionalen Ausstieg 2024 im Grünen Trikot zur spanischen Grand Tour zurück.
Bis zur Vuelta ist jedoch noch knapp ein Monat Zeit. Was hat van Aert bis dahin vor?
Jan Bakelants deutet einen möglichen Start bei den belgischen Gravel-Meisterschaften an: „Ich denke schon“, nickt er in der Sendung Vive le Vélo, wenn auch etwas zögerlich.
Rückkehr auf den Gravel
Ein Start dort könnte ein klares Signal sein: van Aert peilt im Herbst das Regenbogentrikot im Gravel an. 2023 versuchte er es bereits, landete jedoch „nur“ auf Rang acht. Ein Jahr später gelang seinem ewigen Rivalen Mathieu van der Poel genau dieses Kunststück. Es dürfte van Aert nun ein persönliches Anliegen sein, diese Bilanz zumindest auszugleichen.
„Sagen wir so: Er war zuletzt richtig heiß darauf. Daher glaube ich, dass er es macht, ja“, zeigt sich Bakelants bezüglich einer Teilnahme van Aerts optimistisch.
Das ist tatsächlich neu. Organisator Erwin Vervecken hatte auf van Aerts Start gehofft, bislang gab es dazu jedoch keinerlei Bestätigung. Nun deutet vieles darauf hin, dass van Aert tatsächlich antreten wird.
Die belgische Meisterschaft findet knapp eine Woche vor dem Start der Vuelta statt. Logistisch ist das kein Problem. Doch lässt Visma seinen Star kurz vor einem großen Ziel wie der Vuelta „pokern“ – zumal ohne Vingegaard am Start?