„Vielleicht hätte ich Mathieu noch etwas länger folgen können“ – Thibau Nys mit leiser Reue nach Platz zwei hinter Van der Poel in Benidorm

Cyclocross
Sonntag, 18 Januar 2026 um 19:30
ThibauNysCyclocross (3)
Thibau Nys verließ Benidorm als Zweiter, aber auch mit dem Gefühl, dass sein Rennen bereits vor dem eigentlichen Beginn geprägt worden war.

Nys glänzt in Benidorm mit kluger Aufholjagd hinter Van der Poel

„Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich in der ersten Runde zu weit hinten war“, sagte er im Interview nach dem Rennen. „Ich hatte eigentlich ziemlich gute Beine. Vielleicht hätte ich Mathieu etwas länger folgen können.“
Diese erste Runde entschied fast alles. Nach einem frühen Sturz von Toon Aerts, der das Feld zerriss, attackierte Mathieu van der Poel kräftig auf der ansteigenden Zielgeraden und fuhr bereits nach einer Runde allein davon. Nys war beim Antritt ungünstig positioniert. Als er sich durch das Chaos nach vorne gearbeitet hatte, war der Weltmeister bereits weg.
Von da an ging es für Nys darum, den Schaden zu begrenzen und den Kampf um den Rest zu kontrollieren. Er fuhr Schritt für Schritt in die erste Verfolgergruppe, agierte konstant und wartete auf den Moment, in dem sich das Rennen hinter Van der Poel endlich öffnete.

Warum Nys Orts mitnahm

Dieser Moment kam kurz nach der Hälfte. Während hinter dem Führenden Attacken kamen und verpufften, sprang Felipe Orts weg und fuhr kurz allein. Nys schloss zu ihm auf, und die beiden wurden rasch zum stärksten Duo im Kampf um Rang zwei.
„Es ist sein Heimrennen“, erklärte Nys, warum er mit Orts zusammenarbeitete. „Für mich war es auch der perfekte Zeitpunkt zu gehen. Er fuhr vor mir, also dachte ich: Es ist schön, ihn mitzunehmen. Damit er das Rennen vor heimischem Publikum genießen kann.“
Ihre Zusammenarbeit veränderte das Podiumrennen. Während die Konkurrenz hinter ihnen zögerte und sich neu sortierte, bauten Nys und Orts eine Lücke auf, die am Ende reichte. Zwei Runden vor Schluss hatten sie klaren Abstand zu den Verfolgern.
In der Schlussrunde hatte Nys noch Reserven. Er beschleunigte, ließ Orts hinter sich und sicherte sich Platz zwei hinter dem bereits unangreifbaren Van der Poel. Orts hielt den dritten Rang und begeisterte das Heimpublikum.
Für Nys war Benidorm ein Rennen in zwei Akten. Zunächst einmal zu weit hinten in Runde eins, dann eine lange, kontrollierte Aufholjagd, die dennoch auf dem Podium endete. Die Beine waren da. Das Timing, so sein Gefühl, kam nur einen Tick zu spät.
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