Lucinda Brand wartete beim Frauenrennen des Weltcups in Benidorm nicht auf einen Sprint.
Lucinda Brands Machtdemonstration in Benidorm – Solo zum 18. Saisonsieg
Sie entschied das Rennen mit Wucht, fuhr am ansteigenden Ziel alleine weg und verwandelte die letzten zwei Runden in ein Solo-Zeitfahren. Als sie die Ziellinie überquerte, war alles längst geklärt und ihr 18. Saisonsieg gesichert.
Die entscheidende Attacke setzte Brand aus dem hinteren Teil der Gruppe, wodurch das Feld sofort zerfiel. Zunächst konnten nur
Amandine Fouquenet und Celia Gery mitgehen, doch auch sie mussten bald reißen lassen, als Brand den Anstieg nochmals durchzog. Von da an ging es für die Konkurrenz nur noch um die Podiumsplätze.
Dahinter kämpfte
Ceylin del Carmen Alvarado nach einem früheren Rückstand am Anstieg stark zurück. Sie korrigierte einen technischen Fehler, setzte sich vor dem Sandabschnitt gegen Fouquenet durch und nutzte einen präzisen technischen Zug, um Rang zwei abzusichern. Fouquenet verwies Gery anschließend im bergauf führenden Sprint um Platz drei um eine halbe Radlänge.
Brand erklärt ihren Siegzug
Nach dem Rennen zeigte sich Brand „sehr glücklich“ über ihren ersten Sieg in Benidorm und erläuterte, warum sie das Rennen früh hart machte.
„Zu Beginn haben alle abgewartet und geschaut“,
sagte sie im Gespräch mit Sporza. „Ich wusste, dass ich im Schräghang besser bin, aber dafür muss man vorne sein. In der zweiten Rennhälfte habe ich entschieden, es hart zu machen, weil zu viel gebummelt wurde.“
Diese Entscheidung verwandelte ein nervös-taktisches Rennen in eine Ein-Frau-Show. Als Brand sich festlegte, konnte niemand den konstanten Druck am Anstieg und durch die technischen Passagen mitgehen.
Der Erfolg war zugleich ihr 18. Sieg der Saison – eine Zahl, die sie selbst als bemerkenswert einstufte. „Sehr beeindruckend“, sagte sie. Auf die Frage, ob sie damit im Plan für die Weltmeisterschaften liege, ergänzte sie: „Ja, auf jeden Fall. Es gibt noch ein paar Details, die besser werden können.“
Wichtiger als die Zahl war jedoch die Leistung. Nach einem flacheren Auftritt in der Vorwoche fühlte sich Brand wieder dort, wo sie hin will. „Es ist schön zu merken, dass ich wieder mein altes Niveau erreiche und nicht so fahre wie letzte Woche.“
In Benidorm reichte dieses alte Niveau mehr als aus. Als sie das Warten beendete, hatte niemand mehr eine Antwort.