„Ich habe definitiv versucht, Mathieu zu folgen, aber er war ein bisschen zu stark“ – Tibor del Grosso glänzt mit WM-Silber in Hulst

Cyclocross
durch Nic Gayer
Sonntag, 01 Februar 2026 um 18:15
TiborDelGrosso Cyclocross
Tibor del Grosso konnte bei den Weltmeisterschaften in Hulst realistisch kaum mehr erreichen - und holte dennoch das Maximum heraus. Nur wenige Wochen nach seinem ersten nationalen Elitentitel fuhr der 22-Jährige bei seinen ersten Elite-Weltmeisterschaften auf Rang zwei. Geschlagen wurde er einzig von Mathieu van der Poel.
Die Silbermedaille markiert den vorläufigen Höhepunkt eines echten Durchbruch-Winters für den Fahrer von Alpecin - Premier Tech. Zu den prägenden Momenten zählte vor allem sein Sieg gegen Wout van Aert beim Superprestige Heusden-Zolder. Hinzu kamen vier zweite Plätze in Weltcup-Rennen - einer hinter Thibau Nys, drei hinter van der Poel. Angesichts der Dominanz seines Teamkollegen und Landsmanns konnte del Grosso nicht auf den WM-Titel fahren, freute sich aber offen über dessen Erfolg und den neuen WM-Rekord.

Ein Durchbruch-Winter mit Perspektive

Del Grosso wird Zeit haben, in Zukunft selbst nach den ganz großen Erfolgen zu greifen - und vieles deutet darauf hin, dass ihm das gelingen kann. In Hulst führte er das WM-Rennen in der ersten Runde sogar an, ehe er im weiteren Verlauf kontrolliert fuhr und sich in seinem Heimatland souverän die Silbermedaille sicherte.
„Es war wirklich etwas Besonderes, am Sonntag mit all den Zuschauern zu fahren und auf höchstem Niveau hinter einem Phänomen Zweiter zu werden“, sagte del Grosso im Zielgespräch mit Wielerflits. „Ich war froh, dass wir drei gleich zu Beginn wegkamen. Das machte das Rennen etwas einfacher. Ich habe definitiv versucht, Mathieu zu folgen, aber er war ein bisschen zu stark.“

Besser als Nys im direkten Duell

Während Thibau Nys seit Jahren unter dem Druck der belgischen Medien steht und durch die Verbindung zu Sven Nys besonders im Fokus bleibt, konnte sich Tibor del Grosso im Schatten von van der Poel bei Alpecin - Premier Tech vergleichsweise ruhig entwickeln. Diese Herangehensweise zahlte sich aus. Del Grosso reifte zu einem konstanten Siegfavoriten und stand zuletzt drei Mal in Folge als Zweiter hinter van der Poel auf dem Podium.
Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs in Hulst, auf dem im Rennverlauf nahezu jeder Fahrer kleinere Fehler machte, hatte del Grosso gegenüber Nys die Oberhand. Im Schlussumlauf setzte er die entscheidende Differenz. „Das war ziemlich intensiv. Wir waren ebenbürtig“, erklärte er.
„Wir hatten jeweils Abschnitte, in denen wir ein bisschen besser waren. Als am Ende der Regen einsetzte, hatte ich vielleicht einen kleinen Vorteil, weil ich denke, dass ich etwas mehr Profil auf den Reifen hatte. Ich war froh, dass er in der letzten Runde einen Fehler gemacht hat.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading