Mathieu van der Poel hat bei der Cyclocross-Weltmeisterschaft in Hulst Geschichte geschrieben. Der Niederländer sicherte sich seinen achten WM-Titel in der Elite und trägt damit so viele Regenbogentrikots wie kein Fahrer zuvor. Mit diesem Erfolg übertraf er den 53 Jahre alten Rekord von Erick de Vlaeminck und setzte sich allein an die Spitze der Bestenliste.
Die Ausgangslage vor dem Rennen war eindeutig. Van der Poel galt als klarer Favorit und bestätigte diese Rolle eindrucksvoll. Der Fahrer von Alpecin - Premier Tech startete seine Saison mit einem Sieg in Namur und beendete sie nun auf die gleiche Weise. Wie schon im Vorjahr blieb er den gesamten Winter über ungeschlagen und sah sich nur selten ernsthafter Gegenwehr ausgesetzt. Ohne Wout van Aert fehlte es dem Feld an einer realistischen Alternative zum dominierenden Niederländer.
Ein Solo auf technisch anspruchsvollem Kurs
Nach souveränen Siegen in den Weltcups von Maasmechelen und Hoogerheide am vergangenen Wochenende präsentierte sich van der Poel in bestechender Form. Aus der ersten Startreihe heraus verschaffte er sich sofort eine günstige Position.
Tibor del Grosso holte den Holeshot, und bereits nach drei Minuten hatten er, van der Poel und
Thibau Nys eine Lücke zum restlichen Feld herausgefahren.
Spannung kam im weiteren Rennverlauf kaum auf. Der technisch anspruchsvolle Kurs von Hulst ließ Windschatten und taktische Spielereien praktisch bedeutungslos werden. Als der Titelverteidiger zu Beginn der zweiten Runde das Tempo verschärfte und die Führung übernahm, mussten seine beiden direkten Konkurrenten abreißen lassen. Bereits am Ende der zweiten Runde war der Vorsprung deutlich angewachsen. Zu diesem Zeitpunkt stand fest: Nur ein grober Fehler hätte van der Poel noch aufhalten können.
Nys und del Grosso die stärksten Verfolger
Van der Poel zeigte ein nahezu perfektes Rennen, in dem er vor allem gegen sich selbst fuhr. Kontrolliert und ohne Risiko brachte er seinen Vorsprung ins Ziel und feierte in Hulst seinen achten WM-Titel sowie den vierten in Folge.
Tibor del Grosso belegte Rang zwei und gewann damit seine erste Medaille in der Elite, nachdem er sich in der Schlussrunde entscheidend absetzen konnte.
Thibau Nys komplettierte als Dritter das Podium.
Nachdem zuvor bereits Lucinda Brand das Eliterennen der Frauen gewonnen hatte und am Morgen Leonie Bentveld bei den U23-Frauen sowie Delano Heeren im Juniorenrennen erfolgreich gewesen waren, krönte
Mathieu van der Poel ein perfektes WM-Wochenende für die Niederlande.