“Für die nächste Saison habe ich noch kein Team” – Spaniens CX-Vorreiter Felipe Orts steht trotz des besten Winters seiner Karriere vor einer ungewissen Zukunft

Cyclocross
Dienstag, 10 Februar 2026 um 18:00
FelipeOrts
Für einen Fahrer, der den überzeugendsten Winter seiner Karriere erlebt, müsste Felipe Orts eigentlich über Schwung und Kontinuität sprechen. Stattdessen sieht sich Spaniens führende Querfeldeinfigur mit einer deutlich unbequemen Realität konfrontiert.
„Für die nächste Saison habe ich noch kein Team“, sagte Orts im Gespräch mit Sporza und bestätigte damit, dass seine Zukunft trotz einer Resultatserie, die seinen Wert auf internationaler Ebene unterstreicht, ungeklärt bleibt.
„Mein Manager und ich arbeiten daran“, ergänzte der Spanier. „Es gibt Gespräche, aber noch nichts Offizielles. Ich hoffe, dass etwas Gutes dabei herauskommt.“
Die Ungewissheit rührt nicht von einem Formknick her. Im Gegenteil.

Ein Winter, der bestätigt statt überrascht

Die Saison 2025/26 ist wohl die kompletteste in Orts’ Karriere. Ein weiterer spanischer Meistertitel war fast Routine, doch sein Winter wurde weit stärker durch das geprägt, was er jenseits der nationalen Bühne geliefert hat.
Podestplätze im internationalen Zirkus und wiederkehrende Präsenz tief hinein in Elite-Rennen in Belgien und den Niederlanden festigen einen Trend, der seit mehreren Saisons wächst. Es geht nicht mehr um isolierte Spitzen oder einmalige Ausreißer. Orts wirkte über das Herz des Kalenders konkurrenzfähig, steuerte zermürbende Rennen klug und hielt das Tempo hoch, wenn die Felder ausdünnten und die Abstände schrumpften.
Genau diese Konstanz unterscheidet diesen Winter von früheren starken Kampagnen. Statt selektiver Highlights hat Orts sein Grundniveau angehoben und taucht regelmäßig in den entscheidenden Rennphasen gegen etablierte nordeuropäische Konkurrenz auf.

Formhöhe trifft auf strukturelle Unsicherheit

Mit 30 steht Orts eigentlich in einer Phase, die seinem Profil Stabilität geben sollte. Teams wissen, was er liefert: Verlässlichkeit, Widerstandskraft und die Fähigkeit, auf anspruchsvollen Kursen sichtbare Resultate zu erzielen. Das ist kein Abschiedswinter und keine Spätform. Es wirkt wie das Leistungsmaximum seines Fensters.
Doch das Aus von Team Ridley hat ihm den Boden verschoben. Die Unsicherheit ist strukturell, nicht sportlich. Seine Auftritte haben keine Zweifel ausgelöst, sondern sind parallel zu ihnen erfolgt.
Diese Diskrepanz schärft die Spannung im Kern seiner Saison. Ein Fahrer, der seinen stärksten, international glaubwürdigsten Winter abliefert, navigiert gleichzeitig eine ungewisse Zukunft, abhängig von Gesprächen, die fortschreiten, aber noch keine Lösung bringen.

Mehr als ein einzelnes Resultat

Selbst jüngste Podien, wie sein zweiter Platz hinter Niels Vandeputte in Lille, sind eher Bestätigung als Schlagzeile. Orts betonte das Niveau, das nötig war, um überhaupt in Reichweite zu bleiben, und wie unerbittlich an der Spitze gefahren wurde. Das größere Bild reicht jedoch weit über einen Nachmittag hinaus.
Über den Winter hinweg hat Orts seinen Status als spanischer Maßstab im Cyclocross untermauert und zugleich still seine Argumente gestärkt, im Weltspitzenniveau eher feste Größe als Ausnahmefall zu sein.
Ob diese Gesamtschau ihm für die nächste Saison Sicherheit verschafft, bleibt offen. Wie Orts selbst klarstellte, laufen Gespräche, doch Klarheit steht aus. Für einen Fahrer, der auf der Strecke alles richtig macht, könnte der nächste entscheidende Zug neben ihr erfolgen.
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