Jan Christen verlor nach einem dramatischen Sprint um Platz drei bei der Clasica Jaen Paraiso Interior seinen Podestplatz. Die Jury disqualifizierte den Schweizer, nachdem
Maxim Van Gils in die Absperrungen gedrängt worden war.
Christen überquerte die Ziellinie zunächst als Dritter hinter Sieger Tim Wellens und dem zweitplatzierten Thomas Pidcock. Doch die Kommissäre annullierten das Resultat umgehend.
Ein Sprint ohne Spielraum für Milde
Nach Sichtung der Bilder kamen die Offiziellen zu einem klaren Urteil: Christen wich über die gesamte Straßenbreite von seiner Linie ab und brachte Van Gils im Kampf um den letzten Podiumsplatz zu Fall. Die Sanktion folgte sofort und ohne Grauzone. Die Jury nahm Christen aus der Wertung, seinen dritten Platz erbte Benoit Cosnefroy. Für das Team bedeutete das: Eine erfolgreiche Bilanz von
UAE Team Emirates - XRG bekam eine unbequeme Nachgeschichte.
Christens UAE-Teamkollege Benoît Cosnefroy rückt auf Platz 3 vor
Im Gegensatz zu manch grenzwertiger Sprint-Szene ließ die Situation in Jaen kaum Zweifel. Van Gils wurde sichtbar von seiner Linie gedrängt und direkt in die Absperrungen geschickt - genau in dem Moment, in dem das Rennen entschieden wurde. Die Jury griff zur maximalen sportlichen Strafe und unterstrich damit die Schwere des Vergehens.
Die Entscheidung stand im Kontrast zu früheren Vorkommnissen mit Christen in dieser Saison, bei denen die Offiziellen noch nicht zur Disqualifikation griffen.
Auf der Auftaktetappe der AlUla Tour in Saudi-Arabien filmten Kameras den Schweizer, wie er nach einem Sturz versuchte, sich hinter dem Teamwagen ziehen zu lassen. Ein Kommissär verwarnte ihn, später erhielt er eine Zeitstrafe von 20 Sekunden. Das löste eine Debatte aus, ob härtere Konsequenzen angebracht gewesen wären.
Am selben Tag sorgte Christen zudem für Aufsehen, als er mit einem Mobiltelefon in der Hand über die Ziellinie fuhr - ein klarer Verstoß gegen das UCI-Reglement. Zudem passierte er die Linie ein zweites Mal, 12 Minuten nach dem Feld, ebenfalls regelwidrig. Damals erklärte er, er habe den Weg zurück zu seinem nahe gelegenen Hotel gesucht. Weitere Sanktionen blieben in beiden Fällen aus.
Jaen markiert eine klare Eskalation
Bei der Clasica Jaen zeigte die Jury jedoch keinerlei Nachsicht. Die Sprintkollision beeinflusste das Rennergebnis direkt, führte zu einem Sturz und stellte ein deutliches Sicherheitsrisiko dar. Entsprechend fiel das Urteil aus: Die Schlusswertung änderte sich, und Christens Verhalten rückte unübersehbar in den Fokus.
Für Van Gils endete der Podiumsanlauf abrupt. Für UAE Team Emirates - XRG blieb zu einem dominanten Auftritt durch Wellens’ Sieg ein unangenehmer Beigeschmack.
Die Disqualifikation verschob den Fokus in Jaen schlagartig von Jubel zu Konsequenzen - eine eindringliche Erinnerung daran, dass im Hochgeschwindigkeitssprint eine einzige Bewegung unmittelbare und unumkehrbare Strafen nach sich ziehen kann.