„Das Ziel muss sein, diesen Rückstand schon morgen zurückzufahren“ – Remco Evenepoel startet bei der UAE Tour 2026 in die Aufholjagd

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 16 Februar 2026 um 16:30
RemcoEvenepoel (3)
Die 1. Etappe der UAE Tour 2026 sollte für die Klassementfahrer eigentlich reine Formsache werden. Stattdessen handelte sich Remco Evenepoel sofort einen Rückstand ein - und stellte die ersten Renntage direkt auf Schadensbegrenzung und Reaktion um.
Der Belgier hielt sich bewusst aus dem späten Chaos heraus und setzte an einem windgeprägten Tag, der Richtung Ziel immer nervöser wurde, klar auf Sicherheit. Diese Vorsicht kostete Zeit. Ein explosiver Antritt von Isaac del Toro auf der ansteigenden Zielgeraden brachte nicht nur den Etappensieg, sondern auch zehn Bonussekunden - und zwang Evenepoel deutlich früher als geplant in den Angriffsmodus.

Bonussekunden, aber kein Grund zur Panik

Für Evenepoel waren die Konsequenzen klar, sobald das Ergebnis durchgesickert war.
Remco Evenepoel feiert einen Sieg für Red Bull - BORA - hansgrohe
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„Das Ziel muss sein, diesen Rückstand schon morgen zurückzufahren“, sagte er anschließend bei Sporza und richtete den Blick sofort auf den ersten echten Kontrollpunkt des Rennens.
Trotz Zeitverlust ordnete Evenepoel die Lage nüchtern ein. Er gab zu, erst nach dem Ziel realisiert zu haben, dass Del Toro die Etappe gewonnen hatte - ein Zeichen dafür, wie weit er sich bewusst aus dem Finale herausgehalten hatte.
„Das ist sehr schön für ihn und sein Team“, erklärte er. „Bonusseunden spielen hier immer eine Rolle.“
Statt den Verlust als Rückschlag zu deuten, stellte Evenepoel ihn als bekanntes Element der UAE Tour dar und verwies auf seine eigenen Erfahrungen mit bergauf führenden Zielankünften während seines Gesamtsiegs 2023. Die Botschaft war eindeutig: Zeit, die über Boni verloren geht, lässt sich anderswo zurückholen.
„Das ändert letztlich nichts an Taktik oder Einstellung für morgen“, sagte er.

Warum Etappe 1 zur Taktikfrage wurde

Der Auftakt sortierte sich lange vor der Zielgeraden neu. Starker Wind zwang die Organisatoren während der Etappe zu einer kurzfristigen Streckenverkürzung, ein anspruchsvoller Abschnitt fiel weg und das Rennen verdichtete sich zu einem nervösen, schnellen Finale. Diese Verdichtung begünstigte einen späten Sturz und sprengte mehrere Sprintzüge - genau die Lücke, die Del Toro benötigte, um anzugreifen statt auf einen regulären Massensprint zu warten.
Für Fahrer wie Evenepoel, die das Finale bewusst nicht bestritten, hatte Sturzvermeidung Priorität vor dem Risiko, auf ungewohntem Terrain um Sekunden zu pokern.
„Anscheinend lag auf dem Abschnitt, den wir nicht gefahren sind, viel Sand“, erklärte er. „Das hat das Rennen etwas leichter gemacht. Wir mussten einen ziemlich schwierigen Teil der Strecke nicht fahren.“

Alle Augen auf das Zeitfahren

Nach dem Auftakt richtet sich der Fokus unmittelbar auf das Einzelzeitfahren über zwölf Kilometer - seit Wochen als Evenepoels erste echte Chance zur Kontrolle markiert.
„Hoffentlich, das muss die Absicht sein“, sagte er mit Blick auf die Zeitrückgewinnung. „Oder zumindest so viel wie möglich zurückzuholen. Das flache Zeitfahren morgen sollte mir liegen.“
Del Toros Vorteil ist real, aber angreifbar. Evenepoel machte klar, dass er seinen Rivalen hochmotiviert und verteidigungsbereit erwartet. „Er ist sehr stark und wird hochmotiviert sein“, sagte er. „Mein Ziel muss sein, das Zeitfahren zu gewinnen und das Führungstrikot zu übernehmen.“
Nach nur einer Etappe steht der erste Druckpunkt der UAE Tour fest. Für Evenepoel beginnt die Aufholjagd früh - aber auf Terrain, das ihm klar entgegenkommt.
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