
Ich habe mir diese Frage schon öfter gestellt, als ich zugeben möchte. Die Cyclocross-Saison 2025/26 steht vor der Tür, und damit taucht wieder die bekannte Debatte auf: Ist es fair – geschweige denn sportlich –, wenn Mathieu van der Poel und Wout van Aert bei ausgewählten Winterrennen abspringen, das Feld aufmischen und anschließend wieder auf die Straße wechseln?
Das Herz sagt ja, denn wer würde nicht gerne die beiden größten Schlammzauberer ihrer Generation gegeneinander antreten sehen? Der Kopf hingegen sagt… es ist kompliziert.
Der Sieg
Fangen wir mit der einfachen Wahrheit an: Ihre bloße Anwesenheit gibt der Disziplin Auftrieb. Sven Nys, der den Puls des Sports besser als jeder andere kennt, brachte es 2023 unverblümt auf den Punkt: „Die Tatsache, dass sie sich weiterhin kreuzen, ist ein Sieg.“ Dieser Satz fasst die Werbewirkung und die kulturelle Bedeutung von Mathieu van der Poel und Wout van Aert zusammen. Wenn sie an der Startlinie stehen, steigen die Anforderungen fünfmal so stark, und jeder Fahrer in der Rangliste gewinnt einen wertvollen Tag an Erfahrung.
Doch ein Kassenschlager ist kein Synonym für Fairplay – und hier wird die Debatte komplex. Die UCI hat in den letzten Jahren die Integrität und Sichtbarkeit des Weltcups geschützt. Ende 2023 warnte Präsident David Lappartient, dass Fahrer, die sich Weltcup-Runden „aussuchen“, Gefahr laufen, ihren Platz bei den Weltmeisterschaften zu verlieren: „Jeder Fahrer muss das Spiel mitspielen.“ 2024 wurden die Teilnahmebedingungen verschärft, um die Topfahrer an den Start zu bringen. Die Logik ist klar: Ein Weltcup ist nur dann ein „Cup“, wenn er Beständigkeit belohnt – nicht nur Cameo-Auftritte.
Das Paradoxe ist jedoch, dass genau die Stars, die die UCI an den Start bringen will, ihre weltweite Anziehungskraft dadurch erlangt haben, dass sie nicht auf die herkömmliche Art antreten. Van der Poel hat seit Jahren einen kurzen, präzisen Crossblock kalibriert, der auf die Weltmeisterschaften abzielt. Er wählt einen selektiven Zeitplan und macht jeden Start zu einem Ereignis. Das Programm von Van Aert ist noch kompakter. Im letzten Winter bestätigten Alpecin-Deceuninck und Visma, was viele vermutet hatten: Van der Poel etwa 11 Rennen, Van Aert etwa sechs – genug, um die Form für Februar zu schärfen, aber nicht genug, um eine Serie zu absolvieren.
Wenn man das als unsportlich bezeichnen möchte, ist man nicht allein. Sollte der Champion wirklich jemand sein, der den Sport nur nebenbei betreibt?
Es gibt jedoch ein ebenso starkes Argument, dass „unsportlich“ der falsche Rahmen ist – dass es sich vielmehr um ein Problem des Kalenderdesigns handelt und nicht um einen ethischen Verstoß der beiden Fahrer. Weder Van der Poel noch Van Aert machen einen Hehl aus ihren Absichten. Van Aert erklärte es, als sein Team im vergangenen Winter einen Plan mit sechs Rennen aufstellte:
„In diesem Winter haben wir uns für einen kompakten Zeitplan mit sechs Rennen entschieden, der gut in meinen Trainingsplan passt. Es wird eine Cyclocross-Saison, die ich aus reiner Liebe zum Sport, aber mit bescheidenen Ambitionen angehe.“
Man kann darüber streiten, wie „bescheiden“ diese Ambitionen zwischen den Bändern aussehen, aber man kann ihm nicht vorwerfen, ein undurchsichtiges System zu spielen. Er sagt seinen Plan, und er hält sich daran.
Auf der anderen Seite kann jeder Veranstalter bestätigen: Wenn Van der Poel oder Van Aert bei einem Rennen auftauchen, ist das ein Gewinn. Zuschauerzahlen steigen, Lizenzgebühren bleiben, Sponsoren kommen wieder. Die Fernsehbilder von Van der Poel, wie er mit hoher Geschwindigkeit über Spurrillen fährt, oder von Van Aert, wie er den Sandkasten meistert, sind Marketingausgaben, die sich die Disziplin sonst nicht leisten könnte. Nochmals: „Die Tatsache, dass sie weiterhin kreuzen, ist ein Sieg.“

Was ist ungerecht?
Was genau fühlt sich also „ungerecht“ an? Im Wesentlichen drei Dinge.
Erstens: die Dominanz ohne den „Grind“. Als van der Poel im Februar 2025 in Liévin seinen siebten Weltmeistertitel mit 45 Sekunden Vorsprung vor Van Aert auf einer schlammigen, technischen Schleife gewann, befand er sich vermutlich in seiner besten Form. Er hatte sich auf einen einzigen Höhepunkt vorbereitet, während der Rest des Feldes monatelang harte Sonntage in windgepeitschten Industriegebieten verbrachte. Für Vollzeit-Crosser kann die Botschaft so lauten: Du hast das ganze Semester gearbeitet, sie haben das Finale mit Bravour bestanden.
Zweitens: die Spannung mit der Identität des Weltcups. Eine Serie soll Weite, Reisen, Wetter, Kursstile und Formschwankungen belohnen. Aus diesem Grund haben die Dachverbände für die Saison 2024/25 strengere Teilnahme- und Qualifikationsregeln eingeführt. Wenn die beiden größten Stars bereit sind, Runden (oder ganze Serien) auszulassen, um für die Weltmeisterschaft zu glänzen, besteht die Gefahr, dass sich die Serie wie ein Nebenschauplatz der eintägigen Krone anfühlt. Offizielle haben sogar öffentlich über Strafen für das „Schwänzen“ nachgedacht, um zu betonen, wie sehr das Prestige der Weltmeisterschaft auf dem Spiel steht. Die Absicht ist gut – auch wenn die Durchsetzung schwierig bleibt. Niemand wird Van der Poel oder Van Aert jemals von einem Rennen ausschließen.
Drittens: die psychologische Belastung für die übrigen Fahrer. Eli Iserbyt hat offen darüber gesprochen, wie schwer es ist, zu gewinnen, wenn diese beiden auftauchen. Zu Beginn des Jahres erklärte er, dass man in jeder Saison denkt, van der Poel könne nicht besser werden, „dann kommt er und ist einfach phänomenal.“ Das ist kein Neid, sondern ein Realitätscheck eines Vollblutfahrers. Eine Bronzemedaille an einem van-der-Poel/Van-Aert-Tag kann die beste Leistung seiner Karriere sein – aber kein Spitzensportler sieht den dritten Platz als Höhepunkt.
Doch auch die Gegenargumente sind stark.
Erstens: Teilzeit ist nicht gleichbedeutend mit leicht. Was wie selektive Dominanz aussieht, ist auf dem unnachgiebigsten Straßenkalender des Sports aufgebaut. Van der Poel kommt nicht mit leeren Händen, sondern mit einem scharfen Schwert aus Monumentsiegen und Weltmeistertiteln auf der Straße zurück. Van Aerts Winter ist oft ein heikler Neuaufbau nach einer Saison, die bereits Kopfsteinpflaster, Grand Tours und Meisterschaften umfasst hat. Es ist also keineswegs so, dass Van der Poel oder Van Aert auf der Stelle treten.
Zweitens: Cyclocross eignet sich einzigartig für den Auftritt von Stars. Ein einstündiges Rennen erlaubt einen abwechslungsreichen Aufbau, wie es eine dreiwöchige Grand Tour nie könnte. Der Weltcup ist wichtig, aber das Highlight, das Gelegenheitszuschauer begeistert, ist meist ein Ein-Runden-Showdown einer Legende auf einer Strecke, die wie ein Gemälde im Regen aussieht. Der Sport braucht beides: die Serie und die spektakulären Auftritte.
Drittens: Das Regelwerk entwickelt sich in die richtige Richtung. Die Teilnahmebeschränkungen wurden genau dafür eingeführt: ein Gleichgewicht zwischen der Macht der Stars und der Integrität der Serien zu schaffen. Organisatoren können starke Fahrer durchgängig einsetzen, während die Megastars die Freiheit haben, auf die für sie wichtigsten Rennen hinzuarbeiten. Die „Peitsche“ kommt nur dann zum Einsatz, wenn das Überspringen exzessiv wird; das „Zuckerbrot“ ist, dass die größte Etappe – die Weltmeisterschaft – immer noch denen gehört, die teilnehmen.
Ja, es ist hart für die Fahrer, die jedes Weltcup-Rennen bestreiten, nur um dann von den beiden Spitzenfahrern geschlagen zu werden. Aber die Realität ist: Van Aert und vor allem Van der Poel fahren auf einem anderen Niveau als alle anderen. Manchmal muss man einfach Großartiges zu schätzen wissen.
Meine Gedanken
Wo soll ich also landen? Ich glaube nicht, dass van der Poel und Van Aert unsportlich sind. Ich denke, sie handeln vernünftig. Gleichzeitig habe ich Mitleid mit den anderen Fahrern – es muss für sie sehr frustrierend sein.
Die fesselndsten Dramen im Sport haben einen klaren „Bösewicht“ – in diesem Fall die Dominanz selbst – und einen Außenseiter, der Woche für Woche wieder auftaucht, mit Schlamm bespritzt und unbeirrt. Van der Poel und Van Aert machen diese Geschichte nicht ungerecht – sie machen sie notwendig. Thibau Nys plant einen Winter mit 22 Rennen, um aufzuholen. Er steigt nicht aus dem Kampf aus, weil zwei Giganten in den Ring treten, sondern fügt Runden hinzu, um besser zu werden. Das ist der Geist, den ich im Cyclocross fördern möchte.
Wenn Sie immer noch denken, dass die Stars die Disziplin nicht respektieren, hören Sie ihnen zu. Noch einmal Van Aert: „Cyclocross bleibt meine erste Liebe.“ Dann erklärt er, warum sein Programm so kompakt ist: „Nach dem anstrengenden Jahr auf der Straße ist es wichtig, die Zeit, die ich für die Vorbereitung auf die Straßensaison habe, optimal zu nutzen.“
Was van der Poel betrifft, so ist das beste Argument für die Fairness seines Winterplans das, was er auf der Strecke zeigt. Niemand fährt eine Strecke so wie er: leicht über das Vorderrad, ruhig im Chaos, brutal sparsam bei den entscheidenden Beschleunigungen. Er hat seine Karriere darauf aufgebaut, perfekt zu sprechen, und der Cyclocross hat von diesen Spitzen mehr profitiert, als er unter seinen Abwesenheiten gelitten hat.
In Wahrheit ist van der Poel wahrscheinlich der beste Crossfahrer, den wir je gesehen haben. Er ist sympathisch, und die Mehrheit der Fans – mich eingeschlossen – hat Ehrfurcht vor seinem Können. Zweifellos ist es brutal für die anderen Fahrer, die ihn in 99 % der Fälle nie schlagen werden. Aber genau wie Boxfans, die Floyd Mayweather beobachten, oder Formel-1-Fans, die Max Verstappen sehen, muss man manchmal einfach akzeptieren, dass man einem Allzeit-Großartigen zuschaut.
Ist es also unsportlich, wenn van der Poel und Van Aert auftreten, dominieren und sich dann zurückziehen? Ich sage nein. Das ist das natürliche Nebenprodukt eines Kalenders, der noch immer zwei Ökosysteme – Straße und Cross – miteinander verbindet, ohne dass die Anreize perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Die Aufgabe der Funktionäre ist es, die Serie so zu gestalten, dass Beständigkeit belohnt wird und Stars willkommen sind. Die Aufgabe der Fahrer ist es, die Rennen zu fahren, die ihnen wichtig sind – so hart wie möglich und so oft es der Körper zulässt. Und die Aufgabe der Fans? Die einfachste von allen: Immer wieder kommen. Denn wenn diese beiden Namen auf der Startliste stehen, ist eine Meisterklasse garantiert.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
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- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









