Während die Frühjahrsklassiker in vollem Gange sind, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Flandern-Rundfahrt – die nächste Chance auf Monumenten-Ruhm im Jahr 2025. Doch laut der belgischen Radsportlegende Johan Museeuw steht sein Landsmann Wout van Aert auf der Liste der potenziellen Sieger weiter unten, als es normalerweise der Fall wäre.
Nachdem Van Aert beim Eröffnungswochenende kaum in Erscheinung trat und zuletzt bei der E3 Saxo Classic nicht einmal die Top 10 erreichte, verzichtete er am vergangenen Wochenende auch auf Gent-Wevelgem – eine Entscheidung, die Museeuw nicht nachvollziehen kann. „Zu meiner Zeit war es undenkbar, ein Rennen wie Gent-Wevelgem auszulassen“, sagte der dreifache Flandern-Sieger gegenüber Wieler Revue. „Aber das ist der neue Radsport. Logischerweise gibt es jetzt Fragezeichen hinter Wouts Form und Bereitschaft.“
Selbst wenn Van Aert sich diese Woche deutlich steigert, wird es laut Museeuw extrem schwer für ihn, Mathieu van der Poel oder Tadej Pogačar bei der Flandern-Rundfahrt zu folgen. „Es ist ein Risiko, das Höhentrainingslager so kurz vor den Klassikern zu beenden“, gibt er zu bedenken. Stattdessen sieht Museeuw für Van Aert größere Chancen bei Paris-Roubaix: „Roubaix liegt ihm besser als die Flandern-Rundfahrt. Mathieu hat aktuell eine viel explosivere Form – das spielt bei Roubaix eine geringere Rolle.“
Trotzdem betont Museeuw, dass das Team Visma - Lease a Bike zunächst auf Flandern fokussiert sein dürfte. „Wenn Van Aert dort nicht in Bestform ist, ist etwas schiefgelaufen. Und da es im modernen Radsport keine Wunder mehr gibt, glaube ich nicht, dass er in einer Woche noch deutlich stärker wird.“
Als einen der größten Herausforderer für van der Poel nennt Museeuw Mads Pedersen, der mit seinem 55-Kilometer-Solosieg bei Gent-Wevelgem ein Ausrufezeichen gesetzt hat. „Pedersen gehört zur Gruppe der starken Außenseiter. Aber wird er Mathieu beim letzten Mal Kwaremont-Paterberg folgen können? Nein.“
Für Museeuw ist der Favorit klar: „Mathieu hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um einige Prozentpunkte verbessert. Man kann ihn und Pogacar auf eine Stufe stellen – nur hat Mathieu mehr Erfahrung mit diesem Rennen. Wenn die Konkurrenz bis zum letzten Kwaremont wartet, wird keiner mehr in der Lage sein, ihm zu folgen.“