2025 bekamen Straßenradsport-Fans mehr Duelle zwischen
Tadej Pogacar und
Jonas Vingegaard zu sehen, als sie es gewohnt waren. Bis zum Vorjahr kreuzten sich ihre Wege während der Saison kaum – abgesehen von der
Tour de France, wo sie stets die Hauptrollen spielen.
Doch in der letzten Saison trafen sie beim Criterium du Dauphiné, der
Tour de France und den
Europameisterschaft aufeinander. Insgesamt dreimal – das klingt wenig, ist aber beachtlich, wenn man bedenkt, wie selten die Stars von
Team Visma | Lease a Bike und
UAE Team Emirates - XRG üblicherweise direkt gegeneinander fahren.
Auch wenn Vingegaards Kalender für die neue Saison noch nicht bestätigt ist (sie beginnt am 20.01. mit dem Tour Down Under), dürfen sich die Fans des schönsten Sports der Welt mit Blick auf 2026 einiges erhoffen.
Analysiert man die möglichen Rennpläne des Dänen, könnte der Visma-Kapitän bis in den Oktober hinein bis zu viermal direkt auf Pogacar treffen.
Unterschiedliche Wege in der Saisonhälfte
Ausgehend von Berichten aus seiner Heimat hat
Jonas Vingegaard bereits entschieden, beim Giro d’Italia zu debütieren – und natürlich auch die
Tour de France zu fahren. Damit wird sich die erste Saisonhälfte bis zur Grande Boucle deutlich von derjenigen Tadej Pogacars unterscheiden, der die Corsa Rosa auslässt.
Daher wird das erste Duell der beiden Superstars theoretisch das Hauptgericht der Saison sein: die
Tour de France 2026. Wenn nichts schiefgeht, etwa ein Sturz mit Verletzung, tragen Vingegaard und Pogacar ihr sechstes Kapitel der Rivalität in der größten Rundfahrt der Welt aus.
Der direkte Vergleich stellt sich derzeit so dar:
- Tour de France 2021: Gesamtsieg Tadej Pogacar.
- Tour de France 2022: Gesamtsieg Jonas Vingegaard.
- Tour de France 2023: Gesamtsieg Jonas Vingegaard.
- Tour de France 2024: Gesamtsieg Tadej Pogacar.
- Tour de France 2025: Gesamtsieg Tadej Pogacar.
Zusätzlich hat Pogacar die
Tour de France 2020 auf der Palmares, die er damals gegen Primoz Roglic gewann.
Das erste Aufeinandertreffen 2026 zwischen Pogacar und Vingegaard wird bei der
Tour de France stattfinden.
Nach der Tour öffnet sich der Kalender
Nach der
Tour de France 2026 vervielfachen sich die Optionen. Logisch erscheint, dass Pogacar erneut die Vuelta a España auslässt. Der Grund ist simpel: Die World Championships in Montreal liegen ihm perfekt. Das WM-Rennen führt über denselben Kurs wie der alljährliche WorldTour-GP Montreal.
Und den GP Montreal dominiert Pogacar seit fast fünf Jahren. Der Slowene gewann 2022 und 2024, und 2025 schenkte er den Sieg Teamkollege Brandon McNulty, obwohl er selbst hätte triumphieren können. Ein drittes WM-Gold in Serie wird daher eines der großen Ziele des UAE-Kapitäns.
Hier könnte es zum zweiten direkten Duell mit Vingegaard kommen. Der Däne debütierte 2025 für Dänemark bei den European Championships als Einstieg in große Eintagesrennen. Sein Ziel ist, in den Klassikern besser zu werden – und eine WM in Kanada, zugeschnitten auf Kletterer und Puncheure, ist dafür die ideale Bühne.
EM in Pogacars Vorgarten
Nach der WM ist es sehr wahrscheinlich, dass
Tadej Pogacar auch zu den European Championships zurückkehrt. Der genaue Kurs ist noch offen, fest steht nur der Termin am 07.10. und der Austragungsort Slowenien. Eine Ausgabe im eigenen Land, dazu als Titelverteidiger nach dem Triumph 2025. Eine solche Konstellation gibt es selten, und der zweifache Weltmeister wird sie nicht verstreichen lassen.
Aus denselben Gründen, die seine WM-Teilnahme plausibel machen, könnte auch
Jonas Vingegaard bei den Europameisterschaften starten. Hinzu kommt sein Wunsch nach Wiedergutmachung für 2025, als er über 100 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld fiel, noch bevor das Rennen richtig explodierte.
Die Rivalität zwischen Vingegaard und Pogacar prägt die Tour de France der 2020er Jahre
Il Lombardia als mögliches letztes Aufeinandertreffen
Der zweite Grund, der zur finalen möglichen Begegnung führt: Die European Championships könnten Vingegaard die Form für das letzte Monument des Jahres liefern, Il Lombardia 2026.
Zwar ist er noch nie als Favorit in ein Monument gestartet, doch das Rennen der fallenden Blätter bestritt
Jonas Vingegaard bereits am häufigsten – dreimal (2020, 2021, 2022) – neben Lüttich–Bastogne–Lüttich. Will der Visma-Profi in Eintagesrennen aufschließen, muss er diese Monumente als echte Ziele behandeln.
Die vier Rennen, bei denen sie sich 2026 treffen könnten
Daraus ergeben sich vier mögliche Rennen, in denen
Jonas Vingegaard und
Tadej Pogacar 2026 aufeinandertreffen könnten:
- Tour de France
- World Championships
- European Championships
- Il Lombardia
Sportlich wäre das eine große Nachricht.
Tadej Pogacar dominiert fast alles. Ohne Mathieu van der Poel, der ihn bei Mailand–Sanremo und Paris–Roubaix geschlagen hat, wäre seine Palmares nahezu komplett. Wenn Vingegaard in den Klassikern einen Schritt macht, wird das Spektakel noch spannender und ausgeglichener.
Jetzt bleibt, dass
Team Visma | Lease a Bike den Wert seines Stars auch jenseits der
Tour de France klarer erkennt. Die Grande Boucle generiert die meisten Sponsoren und das meiste Geld – es ist logisch, dass das niederländische Team den Fokus seines Besten darauf legt. Doch Pogacar wird immer dominanter, und Vingegaard wird als sein großer Rivale an mehr Schauplätzen gebraucht.