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Wird Paul Seixas zum nächsten großen Star der Grand Tours? Der frühere Decathlon-Manager glaubt daran: „Er wird Pogacar ordentlich Paroli bieten“

Radsport
Paul Seixas
Vincent Lavenu war jahrzehntelang Manager des Decathlon CMA CGM Team und wurde schließlich 2024 entlassen, nur wenige Monate bevor Paul Seixas in die Eliteklasse aufstieg. Der französische Manager blickt auf die Entwicklung und den Aufstieg von Frankreichs neuem Star zurück.
„Wir begegneten uns häufig, und uns war klar, dass Paul ein sehr talentierter Junge war. Natürlich lässt sich nur schwer vorhersagen, ob ein Junge in den jüngeren Altersklassen später zu einem der besten Profis wird“, sagte Lavenu in einem Interview mit Cyclism'Actu.
„Wir erkannten einfach einen Nachwuchsfahrer mit vielen Qualitäten. Schon als Kadett erreichte er recht schnell einen entscheidenden Entwicklungsschritt. Als Junior machte er dann weitere Fortschritte. Was wir heute sehen – mich eingeschlossen –, hatten wir bereits erkannt, als er noch sehr jung war.“
Seixas war kein Unbekannter. In einer Zeit, in der Junioren intensiv gescoutet und mitunter direkt aus dem Nachwuchsbereich von WorldTour-Teams verpflichtet werden, blieb das Talent des Franzosen nicht verborgen.

Seixas ist ein echtes Radsporttalent

In seinem letzten Juniorenjahr gewann Seixas Lüttich–Bastogne–Lüttich, den nationalen Meistertitel und den WM-Titel im Zeitfahren sowie zahlreiche weitere Rennen. Der Ende 2006 geborene Franzose gab mit 18 Jahren sein Debüt im Elite-Team von Decathlon.
Paul Seixas gewinnt bei der Itzulia Basque Country 2026 im Gelben Trikot
Paul Seixas jubelt im gelben Trikot
„Er ist ein außergewöhnlicher junger Mann und bringt die körperlichen wie mentalen Voraussetzungen mit, um heute mit den Besten mitzuhalten. Das ist wirklich bemerkenswert. Kurz gesagt: Er ist ein echtes Radsporttalent.“
Seixas damals zu verpflichten, war jedoch nicht einfach. Obwohl er bereits zum Nachwuchsbereich des Teams gehörte, wusste Lavenu, dass auch andere Mannschaften um den Fahrer buhlten, der inzwischen als Frankreichs nächste große Hoffnung gilt.
„Als wir Paul davon überzeugten, zum AG2R-Team zu kommen – damals war er noch Kadett –, wusste ich, dass auch andere Mannschaften interessiert waren, darunter einige französische Teams. Vielleicht brauchten wir ein wenig Gespür, um ihn erfolgreich für uns zu gewinnen.“
„Damals war er Kadett und nahm anschließend mit unserer Juniorengruppe an mehreren Trainingslagern teil. Nach und nach fügte er sich ganz natürlich ein. Natürlich war sein Talent schon damals vielen aufgefallen.“

Beeindruckendes Profidebüt für Decathlon

Im Februar 2025 wurde Seixas bei Decathlon Profi und belegte beim GP La Marseillaise Rang fünf. Einige Monate später gewann er die Punktewertung der bergigen Tour of the Alps. Seinen ersten Profisieg am Schlusstag überließ er dabei seinem Teamkollegen Nicolas Prodhomme.
„Ich glaube, in diesem Jahr ist allen Pauls Talent bewusst geworden. Seine Entwicklung seit dem Wechsel ins Profilager 2025 war außergewöhnlich. Ich kenne ihn schon sehr lange, seit seiner Zeit als Kadett. Tatsächlich war ich es, der ihn damals für das AG2R-Team verpflichtete und in unsere Juniorengruppe holte.“
„Seine Entwicklung seit Anfang 2025 ist wirklich beeindruckend. Schon bei seinem allerersten Rennen, dem Grand Prix de La Marseillaise, war er vorne dabei und kämpfte mit den Besten. Später in der Saison wurde er bei der Europameisterschaft Dritter – seine bemerkenswerte Entwicklung war bereits deutlich zu sehen.“
Gut zwölf Monate nach seinem Sieg bei der Tour de l'Avenir gab er weniger als ein Jahr später sein Debüt bei der Tour de France und belegte mit 19 Jahren den vierten Platz. Das war nur eines von vielen beeindruckenden Ergebnissen der Saison. Bei Strade Bianche und Lüttich–Bastogne–Lüttich wurde er jeweils hinter Tadej Pogacar Zweiter.
„Man hätte annehmen können, dass er an eine Grenze gestoßen wäre. Doch auch 2026 waren seine Fortschritte ebenso bemerkenswert. Wie er einige herausragende Rennen gewann – allen voran La Flèche Wallonne –, war außergewöhnlich. Bei der Tour de France hielt er mit den besten Fahrern der Welt mit und konnte sogar einige Momente lang an Pogačars Hinterrad bleiben.“

Wird Seixas Pogacar herausfordern?

Seixas dominierte im Frühjahr die Itzulia Basque Country und La Flèche Wallonne. Auch im Herbst stand er bei jedem seiner Rennen im Mittelpunkt. Als kompletter und vielseitiger Fahrer wird er häufig mit Tadej Pogacar selbst verglichen.
Lavenu, der Seixas’ Entwicklung seit Jahren verfolgt, glaubt jedoch, dass es nicht allein darum geht, die beiden miteinander zu vergleichen.
„Sein Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt bestätigte schließlich, dass seine Entwicklung konstant geblieben ist“, ergänzte er. „Man kann davon ausgehen, dass er Pogacar im nächsten Jahr ernsthaft herausfordern wird.“ Seixas’ Entwicklung von 2025 bis 2026 war bemerkenswert. Ein ähnlich großer Schritt nach vorn im Jahr 2027 könnte den Franzosen auf Augenhöhe mit den Besten der Welt bringen.
„Ob er ihn bei einer Grand Tour schlagen kann, lässt sich schwer sagen. Klar ist aber, dass Paul über ein enormes, rohes Talent verfügt – genau auf ein solches Talent wartet Frankreich seit mehr als 40 Jahren“, schloss Lavenu.
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