Andy Schleck hat offiziell seine neue Rolle als General Manager von
Lidl-Trek angetreten und kehrt damit hochkarätig zu jener Struktur zurück, bei der er 2014 seine Karriere beendet hat. Der Tour-de-France-Sieger von 2010 verantwortet nun den gesamten Betrieb der in Deutschland lizenzierten Mannschaft und stößt zu seinem Bruder Fränk,
der im November als Sportdirektor des Frauenteams einstieg.
Wie Lidl-Trek den Radsport modernisiert
Seit seinem Rücktritt hat Schleck sich abseits des Teamwagens ein Portfolio aufgebaut. Vom Rennleiter und Unternehmer bis zum langjährigen Skoda-Botschafter – seine Rückkehr ins Teammanagement sei eine wohlüberlegte Entscheidung, betont er.
„In diese Führungsposition zurückzukehren, ist nichts, was ich auf die leichte Schulter nehme“, sagte Schleck im Interview mit
WielerFlits. „Ich nehme das sehr, sehr ernst. Es ist nicht so, dass ich einfach einsteige, weil ich einen Platz im Team will. Dafür lebe ich. Ich sehe es als den nächsten Schritt in meinem Leben.“
Gleicher Name, anderer Mensch
Schleck betont, dass der Mann im Vorstand ein anderer ist als jener, der vor 16 Jahren die
Tour de France gewann.
„Auch wenn mein Name derselbe ist, denken viele an den Radprofi
Andy Schleck. Aber in den letzten zehn Jahren ist viel passiert“, erklärte er. „Ich habe viel gemacht: Firmen gegründet, globale Partnerschaften aufgebaut, als Rennleiter gearbeitet und viel im Hospitality-Bereich… Zurück mit demselben Namen, aber als anderer Mensch.“
Diese doppelte Perspektive – betriebswirtschaftliches Know-how kombiniert mit Erfahrung auf WorldTour-Niveau – sieht er als größten Trumpf. „Ich bringe viel Business-Erfahrung mit, weiß aber auch besser als jeder andere, wie sich ein Fahrer fühlen kann“, so Schleck. „Wie es ist, mit dem Gelben Trikot zur
Tour de France zu fahren oder mit der Erwartung, auf dem Podium zu landen. Diese Lektionen stehen in keinem Buch. Ich hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen zur Weiterentwicklung von
Lidl-Trek in vielen Bereichen beitragen kann. Wir wollen den Radsport verändern.“
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Neue Maßstäbe setzen
Schlecks Vision für
Lidl-Trek umfasst Infrastrukturinvestitionen, die den Sport weiter professionalisieren sollen. Geplant sind „Cycling Hubs“ für Fahrer an beliebten Wohnorten wie Andorra und Monaco sowie eine große Zentrale mit Performance Center in Deutschland.
„Wir suchen nach diesem extra Prozent“, sagte Schleck zu den neuen Einrichtungen. „Wie können wir die Fahrer zu Hause unterstützen, um ihre knappe Freizeit so wenig wie möglich zu stören? Sie sind viel unterwegs. Erholung ist ebenfalls wichtig, um Leistung zu bringen. Ein kleiner Gewinn von einem Prozent kann im heutigen Radsport einen großen Unterschied machen.“
Der inzwischen 40-Jährige feierte 11 Profisiege, darunter die
Tour de France 2010, drei Etappensiege bei der Tour, Lüttich–Bastogne–Lüttich 2009, luxemburgische Meistertitel (Straße und Zeitfahren) sowie zwei Etappen der Sachsen-Tour International. Eine Knieverletzung erzwang 2014 während der Tour de France seinen frühen Rücktritt.