„Wir waren ziemlich langsam und haben dort Schwung verloren“ – Stefan Küng ehrlich über sein Tudor-Debüt

Radsport
Freitag, 30 Januar 2026 um 8:00
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Der Trofeo Ses Salines bei der Challenge Mallorca lieferte eines der symbolträchtigsten Bilder der frühen Saison: das Debüt von Stefan Küng für das Tudor Pro Cycling Team. Nach vielen Jahren in den Farben von Groupama - FDJ schlug der Schweizer im Trikot der eidgenössischen Mannschaft ein neues Kapitel auf – in einem Mannschaftszeitfahren, einer Disziplin, die perfekt zu seinem Profil und seiner Vita als einer der besten Zeitfahrspezialisten der Welt passt.

Küngs Teamzeitfahr-Debüt zeigt Stärken und Lernpunkte für die Saison

Für Küng trug der Tag schon vor dem Start besonderes Gewicht. Gegenüber Cycling Pro Net gab er zu, dass sich die Vorstart-Gefühle anders anfühlten. „Vor dem Start war es ein bisschen seltsam. Ich war noch nicht ganz im Rennmodus“, erklärte er. Diese Stimmung kippte, als der entscheidende Moment näher rückte. „Sobald wir am Start waren, kamen die Nerven und dieser kleine Vorstart-Stress zurück“, beschrieb er ein Gefühl, das jedem Profi vertraut ist – selbst einem mit seiner Erfahrung.
Der Schweizer hob auch den besonderen Kontext des Tests hervor. Die Hitze spielte eine Rolle, ebenso die neue Mannschaft für ihn und die Disziplin, die für einige seiner Teamkollegen Neuland war. „Es war ein heißer Tag, ein neues Team für mich und eine neue Disziplin für einige der Jungs, die wir hier haben“, sagte er. Über das Ergebnis hinaus betonte Küng den Entwicklungscharakter dieses Mannschaftszeitfahrens. „Für uns ist es ein Lernschritt in Richtung Paris–Nizza, die Tour de France und das, was danach kommt. Deshalb war es wichtig, es zu fahren und mit dem Aufbau zu beginnen“, fügte er an.
In der Bewertung des Ablaufs blieb Küng realistisch. Er räumte ein, dass noch Arbeit vor ihnen liegt, was zu diesem Zeitpunkt im Kalender normal ist. „Ich denke, wir haben mehrere Lernpunkte mitgenommen. Es ist früh in der Saison und es ist immer schwer zu beurteilen, aber wir haben die Übung dennoch ziemlich gut umgesetzt“, erklärte er. Die Gesamtbilanz fiel positiv aus, auch wenn der Schweizer klarstellte, dass der Anspruch hoch bleibt. „Es gibt ein, zwei Dinge, die wir verbessern können, und wir werden sehen, was unsere Zeit am Ende wert ist“, merkte er an.
Stefan Küng im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft
Stefan Küng, einer der besten Zeitfahrer der Welt
Das Endergebnis sah Tudor ganz nah an Team Jayco AlUla, eine Konstellation, die Küng mit gemischten Gefühlen aufnahm. „So nah an Jayco zu sein, ist überhaupt nicht schlecht, aber natürlich hätte ich sie lieber geschlagen“, gab er offen zu. Die persönliche Referenz blieb nicht aus. „Ich kenne Marco Pinotti ziemlich gut und ja, dieses Ergebnis sticht ein bisschen“, sagte er und hielt fest, dass der Rückstand sowohl an der Zwischenzeit als auch im Ziel minimal war – kaum zwei Sekunden.

Küng und Tudors MZF

Auf die Frage, ob das Team möglicherweise zu konservativ gestartet sei, wich Küng einfachen Ausreden aus. „Es ist schwer zu beurteilen. Man macht die Streckenbesichtigung, aber es ist nicht dasselbe wie mit Renngeschwindigkeit zu fahren“, erklärte er. Er identifizierte jedoch einen konkreten Punkt, an dem der Rhythmus riss. „Am Kreisverkehr sieben Kilometer vor dem Ziel waren wir ziemlich langsam und haben dort Tempo verloren. Auf diesem Niveau, wenn du zehn Stundenkilometer abfällst, solltest du es nicht, es ist sehr schwer, das wieder gutzumachen“, analysierte er.
Dennoch vermied der Schweizer eine vereinfachende Lesart, die sich an einzelnen Sekunden festbeißt. „Es ist leicht zu sagen, wir haben hier zwei Sekunden oder dort zwei verloren, aber wichtig ist das Ganze“, sagte er. Sein Fazit war klar und seiner Wettkampfmentalität treu. „Man will immer mehr, ich will immer mehr, aber es war eine gute Leistung.“ Ein solides Debüt, reich an Erkenntnissen und mit Spielraum nach oben für Stefan Küng, der seine neue Geschichte mit Tudor bereits zu schreiben beginnt.
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