"Wir versuchen, die WM zu gewinnen, was noch nie zuvor für Slowenien passiert ist." – Matej Mohorič betont, dass es keine gespaltene Loyalität im Land gibt
Von allen Teams, die am kommenden Wochenende in Zürich beim Straßenrennen der Männer-Elite bei der Weltmeisterschaft 2024 an den Start gehen, sind es die Slowenen, die wohl das beste Aufgebot vorweisen können. Tadej Pogacar, Primoz Roglic, Matej Mohoric und viele mehr, aber laut letzterem gibt es nur einen Anführer.
"Mit Tadej Pogacar in Zürich fahren wir mit einem klaren Ziel dorthin. Ich werde mein Bestes geben, um meinen Teil dazu beizutragen. Ich denke, Tadej hat es verdient", bestätigt Mohoric im Gespräch mit Cycling News. "Ich denke, dass es einen Punkt in der Zukunft geben könnte, an dem er das Gleiche für einen anderen Fahrer aus der Nationalmannschaft tun kann, also denke ich, dass es wichtig ist, dass wir zusammenhalten und versuchen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, was noch nie zuvor für Slowenien passiert ist."
Mohoric und Pogacar sind nicht nur Landsleute und Teamkollegen in der Nationalmannschaft, sondern auch abseits des Motorrads eng miteinander verbunden: "Wir trainieren viel zusammen in Monaco. Ich würde sagen, wir sind gute Freunde", erklärt der aktuelle Schotter-Weltmeister. "Er ist super extrovertiert, so wie er sich auch in den sozialen Medien zeigt. Er ist super offen, locker, manchmal fast zu entspannt. Er lebt einfach sein bestes Leben. Er genießt jeden Moment."
Nach einem Sturz bei einem Schotterrennen in Girona sahen Mohorics Aussichten auf die Weltmeisterschaft zunächst schlecht aus. Glücklicherweise ist der 29-jährige Bahrain - Victorious Star von einer ernsthaften Verletzung verschont geblieben und wird in Zürich an den Start gehen, um seinem guten Freund und Landsmann Tadej Pogacar zu helfen, ein Stück Radsportgeschichte zu schreiben, indem er das Regenbogentrikot holt.
In der langen Geschichte des Radsports ist es nur zwei Fahrern gelungen, die sagenumwobene Triple Crown aus Giro d'Italia, Tour de France und Weltmeisterschaft im selben Jahr zu gewinnen. Nächsten Sonntag in Zürich, werden wir sehen, ob Pogacar sich in die illustre Gesellschaft von Eddy Merckx und Stephen Roche einreihen kann.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.