„Wir sind stärker, wir haben einen Schritt nach vorn gemacht“ – Jonas Vingegaard ist zuversichtlich, dass das Duell mit Tadej Pogačar bei der Tour de France nach Giro-Erfolg enger wird

Radsport
Donnerstag, 28 Mai 2026 um 11:40
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Jonas Vingegaard ist überzeugt, dass Team Visma | Lease a Bike vor der diesjährigen Tour de France einen klaren Schritt nach vorn gemacht hat. Der Däne blickt bereits auf das erneute Duell mit Tadej Pogacar, während er weiterhin die Giro d’Italia 2026 kontrolliert.
Vingegaard dominiert den Giro bislang, hat vier Etappen gewonnen und einen komfortablen Vorsprung im Maglia Rosa aufgebaut. Doch selbst mit der italienischen Grand Tour fest in seiner Hand richtet sich der Blick auf seine Saison bereits auf den Juli, wenn Pogacar als prägendster Rivale im Kampf um Gelb zurückerwartet wird.
Im Gespräch mit Marca während des Giro machte Vingegaard deutlich, dass seine Auftritte in Italien Teil von Vismas Vorbereitung auf ein Tour-de-France-Duell sind, das er enger erwartet als in den vergangenen beiden Ausgaben.
„Ich denke, wir sind stärker, wir haben einen Schritt nach vorn gemacht“, sagte Vingegaard. „Wir haben sehr gute Fortschritte erzielt.“

Vingegaard erwartet erneut eine große Herausforderung durch Pogacar

Vingegaard hat in seiner Karriere bereits in Gelb, Rot und Rosa geführt. Sein Giro-Debüt fügt einer auf Grand-Tour-Erfolge ausgerichteten Palmares eine weitere große Zeile hinzu. Nach seinem jüngsten Etappensieg in Italien beschrieb er das Tragen des Maglia Rosa als besonderen Moment an sich.
„Es ist ein ganz besonderes Gefühl für mich, das Maglia Rosa zu tragen“, sagte er. „Es ist ein besonderes Trikot im Radsport. Ich bin extrem glücklich und stolz, es zu tragen. Und auch gestern im Blauen Trikot eine Etappe gewinnen zu können, war für mich etwas sehr Besonderes.“
Für Vingegaard tragen diese Erfolge immer noch das Gewicht von etwas, das er zu Beginn nicht erwartet hatte. „Als ich mit dem Radsport angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich Träger dieser Trikots sein könnte. Nein, ganz bestimmt nicht. Ich hätte nie gedacht, dass das für mich möglich wäre. Es ist ein wahr gewordener Traum“, reflektierte er.
Pogacar ist bei diesem Giro nicht dabei, doch Vingegaard weiß, dass der Slowene bei der Tour erneut den Maßstab setzen wird. „Ich erwarte ihn bei der Tour auf sehr hohem Niveau“, sagte Vingegaard. „Er ist ein sehr harter Rivale und wir müssen alles tun, um zu versuchen, ihn zu schlagen.“
Jonas Vingegaard in Aktion beim Giro d’Italia 2026
Jonas Vingegaard in action at the 2026 Giro d'Italia

Giro-Form wird zur Tour-Vorbereitung

Vingegaards Giro-Auftritt ist kompromisslos, doch er sieht sein aktuelles Niveau nicht als das endgültige Paket dessen, was er nach Frankreich mitbringen will.
Gefragt, ob dies bereits seine beste Form sei, antwortete der Visma-Kapitän abwägend. „Ja und nein“, sagte er. „Ich glaube, ich bin bei diesem Giro auf sehr hohem Niveau und hoffe, dass ich mich noch ein wenig steigern kann. Das ist unser Ziel. Deshalb sind wir hier: um den Giro zu gewinnen, klar, aber auch, um uns mit Blick auf die Tour de France weiter zu verbessern.“
Hinzu kommt die Teamdimension. Visma musste auf Pogacars jüngste Dominanz reagieren, und Vingegaards Worte deuten an, dass der Däne die Lücke als kleiner einschätzt.
Einen Fahrer hob er besonders hervor: Davide Piganzoli, der sich als wichtiger Baustein für Vismas Giro- und Tour-Plan etabliert hat. „Jetzt haben wir Davide, der ein sehr starker Fahrer ist, und ich denke, er hat alle überrascht“, sagte Vingegaard. „Ich persönlich hatte bereits hohe Erwartungen an ihn. Nach Paris–Nizza hatte ich schon das Gefühl, dass er ein sehr guter Radfahrer ist. Ich habe dem Team auch gesagt, dass dieser Junge sehr gut werden wird.“
Zunächst muss Vingegaard den Giro zu Ende fahren. Doch die Botschaft ist klar. Visma sieht sich stärker denn je, und der Mann in Rosa wertet seine Dominanz in Italien als Baustein auf dem Weg zurück zum größten Duell des Sommers.
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