„Wir müssen clever sein“: UAE unter Druck vor dem Showdown in Stirling

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 24 Januar 2026 um 13:00
Jhonatan Narvaez
Bis einschließlich Etappe 3 kontrollierte UAE Team Emirates - XRG die Tour Down Under und präsentierte sich nahezu ideal aufgestellt. Nach der 4. Etappe trägt Jay Vine zwar weiterhin das ockergelbe Trikot, doch die Ausgangslage hat sich deutlich verschlechtert. Mehrere Stürze kosteten das Team wichtige Fahrer oder brachten sie in schlechte Positionen. Auf dem hügeligen Rundkurs von Stirling könnte genau das für Vine zum entscheidenden Problem werden.
Etappe 4 entwickelte sich zu einem bitteren Tag für UAE Team Emirates - XRG. Zwei voneinander unabhängige Stürze zwangen Jhonatan Narváez und Vegard Stake Laengen zur Aufgabe. Obwohl die Tour Down Under normalerweise als ruhig gilt und meist über breite, sichere Straßen führt, kam es erneut zu zahlreichen Unfällen – ein weiteres Indiz für das aktuell hohe Risiko im Peloton. Für Vine schrumpft damit die Zahl seiner Helfer auf ein Minimum.

Wenige Helfer, keine zweite Option

„Es ist so sehr ein Mannschaftssport, und an einem Tag wie heute zählen Teamkollegen noch mehr als in einer Hügeletappe. Es ist wirklich schade, dass wir zwei Fahrer verloren haben“, sagte Vine im Ziel. „Bei Johnny warten wir noch auf genauere Infos. Vegard erholt sich und sollte okay sein, aber wenn man nach einem Sturz so weit hinten ist, macht Weiterfahren keinen Sinn.“
Narváez zog sich Kompressionsfrakturen an mehreren Wirbeln zu, Laengen erlitt eine Rippenverletzung. Zusätzlich verlor Adam Yates nach seinem Sturz am Vortag erneut Zeit – ein weiteres Warnsignal für das Team. Damit verbleiben Ivo Oliveira, Mikkel Bjerg und Sprinter Juan Sebastian Molano im Aufgebot, doch keiner der drei konnte in dieser Woche bislang mit überzeugender Form auf sich aufmerksam machen.

GC in Gefahr?

Genau das könnte in Stirling zum entscheidenden Faktor werden. UAE verfügt über keine zweite GC-Option mehr, Vine gilt nicht als besonders explosiver Fahrer für klassikerähnliches Terrain, und dem Team fehlt die personelle Stärke, um ein zerfahrenes Rennen zu kontrollieren – was auf diesem Profil schnell passieren kann. Ohne den Willunga Hill im Programm und mit vielen Fahrern, die ihre Australien-Reise rechtfertigen wollen, dürften am letzten Tag zahlreiche Attacken folgen.
„Wir müssen wahrscheinlich trotzdem ähnlich fahren. Aber wir müssen clever sein. Ich habe jetzt einen größeren Vorsprung, also kann ich die richtige Gruppe fahren lassen und vielleicht andere Teams für ihr GC jagen lassen“, erklärte Vine. Da auch Matthew Brennan nicht über die nötigen Beine verfügt, dürfte Team Visma - Lease a Bike nicht durchgehend als Verbündeter bei der Verfolgung fungieren.
„Der Abschluss liegt jemandem wie Brennan wirklich. Er passte auch zu Johnny, aber der ist nun raus. Hoffentlich will Visma ein bisschen kontrollieren, und es gibt andere Teams, die hier noch etwas holen wollen“, so Vine abschließend.
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