„Wir machten bei der ‚Weltmeisterschaft im Pfannkuchenessen‘ mit … Victor verdrückte 17“ – Wie Campenaerts einst mit einem verrückten Wettessen „Diabetes riskierte“

Radsport
Samstag, 21 Februar 2026 um 20:00
Victor Campenaerts
Victor Campenaerts hat sich im Profi-Peloton den Ruf erarbeitet, Grenzen zu verschieben. Auf dem Rad heißt das Stundenweltrekord-Versuche, unermüdliche Ausreißer und ein Motor, der selten leerläuft. Abseits davon bedeutete es offenbar einmal, 17 Pfannkuchen in einer Sitzung zu verdrücken.
Die Geschichte kam über Tim Declercq im Stamcafé Koers Podcast ans Licht, als er von den Eskapaden seiner Trainingsgruppe De Melkerie erzählte, zu der Fahrer wie Yves Lampaert, Bert Van Lerberghe, Stijn Steels – und, entscheidend, Campenaerts – gehören.
„Wir haben beim ‘World Championship Pancake Eating’ mitgemacht“, lachte Declercq, als er die Geschichte nacherzählte. „Aber nach zwei Jahren haben wir aufgehört, sonst hätten wir noch Diabetes bekommen.“
Angefangen hatte es ganz harmlos. Die Gruppe hatte in Torhout ein Café entdeckt, das unbegrenzt Pfannkuchen und einen Kaffee für 5,50 € anbot. Für die meisten Gäste war dieses Angebot sicher kalkuliert. Drei Pfannkuchen, vielleicht fünf im Extremfall, und der Wirt machte noch Gewinn.
Profiradsportler denken jedoch nicht wie die meisten Gäste.

Siebzehn Pfannkuchen und es geht weiter

„Am Anfang war es Victors Idee“, erklärte Declercq. „Wir sagten: ‘Da gehen wir hin.’“
Der Cafébesitzer hatte die kalorischen Bedürfnisse und den Wettkampfgeist einer Gruppe von Ausdauerathleten auf Topniveau nicht einkalkuliert. Die Pfannkuchen waren groß, betonte Declercq, keine zierlichen Café-Portionen. „Die meisten essen drei bis fünf. Damit konnte er sein Geld wieder reinholen“, sagte er.
Campenaerts blieb nicht bei fünf stehen. „Ich glaube, Victor hat siebzehn oder neunzehn Pfannkuchen weggeputzt“, verriet Declercq. „Finanziell war das vermutlich nicht der beste Tag im Leben dieses Mannes.“
Die Zahl ist für sich genommen absurd. Selbst in einem Sport, in dem Fahrer auf einer Trainingsrunde routinemäßig Tausende Kalorien verbrennen, sind siebzehn ausgewachsene Pfannkuchen in einer Sitzung Stoff für Legendenbildung.

Am Ende wird alles zum Wettkampf

Die Episode blieb kein Einzelfall. Ein Jahr später wurde die inoffizielle „World Championship Pancake Eating“ erneut ausgetragen. Bis dahin hatte die Gruppe beschlossen, besser nicht ins gleiche Café zurückzukehren. „Wir haben uns nicht getraut, wieder hinzugehen“, gab Declercq zu. Die zweite Auflage stieg bei Van Lerberghe zu Hause und fiel mit seinem Geburtstag zusammen.
Und, ganz im Sinne der Radsportkultur, ging es nicht mehr nur ums Essen. Es ging ums Gewinnen. „Beim ersten Mal war ich nicht so gut“, sagte Declercq. „Aber im Jahr darauf stand ich mit fünfzehn auf dem Podium. Bei uns muss alles wettkampfmäßig sein.“
Dieser Satz erklärt vielleicht mehr als die Pfannkuchen-Zahl selbst. Campenaerts’ 17 – oder möglicherweise 19 – waren nicht bloß Hunger. Es war dieselbe Mentalität, die Fahrer zu Marginal Gains antreibt, Intervalle tief in die Ermüdung hinein wiederholen lässt oder Attacken setzt, wenn die Logik Zurückhaltung nahelegt.
Für Declercq und seine Freunde war die „Weltmeisterschaft“ zwar augenzwinkernd. Der Instinkt dahinter war es nicht.
Campenaerts gilt seit Langem als einer der akribischsten Trainer im Peloton, ein Fahrer, der bereit ist zu experimentieren, zu leiden und Grenzen zu verschieben, um Leistung herauszukitzeln. In Torhout fand dieser Instinkt einfach ein anderes Ventil.
Der Cafébesitzer hatte das wohl nicht erwartet. Wer Campenaerts hat fahren sehen, hätte es jedoch ahnen können.
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