Fast 18 Monate nach seiner Verpflichtung als treibende Kraft einer neuen Performance-Ausrichtung haben die INEOS Grenadiers die Zusammenarbeit mit Mehdi Kordi beendet.
Kordi kam im Oktober 2024 als Head of Performance Support and Innovation zu INEOS und brachte eine beeindruckende Bahn-Vita mit.
Als Nationaltrainer des niederländischen Sprintprogramms verantwortete er einen Medaillenregen bei den Olympischen Spielen in Paris sowie mehrere Welt- und Europameistertitel. Seine Verpflichtung wurde als Teil einer umfassenderen Performance-Restrukturierung im Team kommuniziert.
Vom Bahnerfolg zur Adaption auf der Straße
Die Logik hinter der Verpflichtung war klar. INEOS suchte nach Marginal Gains und frischen Impulsen in einer Phase, in der Konkurrenten in zentralen Performance- und Rennbereichen vorbeigezogen waren. Kordis Hintergrund im Bahn-Sprintsport bot einen anderen Blick auf Geschwindigkeit, Aerodynamik und neuromuskuläre Optimierung.
Eines der sichtbarsten frühen Projekte unter seiner Verantwortung war der Versuch, Caleb Ewans Anfahrtszug und Endgeschwindigkeit vor der Saison 2025 zu schärfen. Ewan verbrachte dafür erneut Zeit auf der Bahn in Manchester. Der unerwartete Rücktritt des Australiers zur Saisonmitte im Mai kappte jedoch faktisch ein als Sprint-Renaissance positioniertes Vorhaben innerhalb der Mannschaft.
Zudem soll Kordi mit Zeitfahr-Spezialist Joshua Tarling an bahnbasierten Optimierungen seiner Sitzposition gearbeitet haben, was den Eindruck verstärkte, dass INEOS Bahnwissenschaft gezielt mit Straßen-Performance verzahnen wollte.
Ein kurzes Kapitel in einem größeren Umbau
Der Zeitpunkt der Trennung fällt in eine breitere Evolution bei INEOS. Die Rückkehr von Dave Brailsford in eine wieder stärker operative Führungsrolle und der Übergang von Geraint Thomas in eine seniorige Fahrerposition signalisieren eine Neuausrichtung hin zu struktureller Klarheit und moderner Renninterpretation.
Kordis Abschied negiert nicht die Absicht hinter seiner Verpflichtung. Er unterstreicht vielmehr die Komplexität, Bahndominanz auf WorldTour-Niveau in nachhaltigen Straßenerfolg zu übersetzen. Die Performance-Abteilung war nach einer schwierigen Saison 2024 eines von mehreren überprüften Feldern, und die Veränderungen setzten sich bis 2026 fort.
INEOS hat bislang keine offizielle Stellungnahme zur Trennung veröffentlicht. Vorerst liefert Bensons Bericht den deutlichsten Hinweis, dass das Kapitel Kordi beendet ist – ein weiterer Anpassungsschritt im laufenden Umbau des Teams.
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Breaking news: Ineos Grenadiers and Mehdi Kordi part ways 🇬🇧
Appointed in 2024, the Head of Performance Support and Innovation left last week
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