INEOS Grenadiers trennen sich vom Leistungschef, das ambitionierte 18‑Monats-Experiment endet

Radsport
Samstag, 21 Februar 2026 um 18:00
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Fast 18 Monate nach seiner Verpflichtung als treibende Kraft einer neuen Performance-Ausrichtung haben die INEOS Grenadiers die Zusammenarbeit mit Mehdi Kordi beendet.
Der renommierte Journalist Daniel Benson berichtet auf seinem SubStack, dass Kordi die britische WorldTour-Mannschaft in der vergangenen Woche verlassen hat, obwohl er zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch auf der Team-Website geführt wurde.
Kordi kam im Oktober 2024 als Head of Performance Support and Innovation zu INEOS und brachte eine beeindruckende Bahn-Vita mit.
Als Nationaltrainer des niederländischen Sprintprogramms verantwortete er einen Medaillenregen bei den Olympischen Spielen in Paris sowie mehrere Welt- und Europameistertitel. Seine Verpflichtung wurde als Teil einer umfassenderen Performance-Restrukturierung im Team kommuniziert.

Vom Bahnerfolg zur Adaption auf der Straße

Die Logik hinter der Verpflichtung war klar. INEOS suchte nach Marginal Gains und frischen Impulsen in einer Phase, in der Konkurrenten in zentralen Performance- und Rennbereichen vorbeigezogen waren. Kordis Hintergrund im Bahn-Sprintsport bot einen anderen Blick auf Geschwindigkeit, Aerodynamik und neuromuskuläre Optimierung.
Eines der sichtbarsten frühen Projekte unter seiner Verantwortung war der Versuch, Caleb Ewans Anfahrtszug und Endgeschwindigkeit vor der Saison 2025 zu schärfen. Ewan verbrachte dafür erneut Zeit auf der Bahn in Manchester. Der unerwartete Rücktritt des Australiers zur Saisonmitte im Mai kappte jedoch faktisch ein als Sprint-Renaissance positioniertes Vorhaben innerhalb der Mannschaft.
Zudem soll Kordi mit Zeitfahr-Spezialist Joshua Tarling an bahnbasierten Optimierungen seiner Sitzposition gearbeitet haben, was den Eindruck verstärkte, dass INEOS Bahnwissenschaft gezielt mit Straßen-Performance verzahnen wollte.

Ein kurzes Kapitel in einem größeren Umbau

Der Zeitpunkt der Trennung fällt in eine breitere Evolution bei INEOS. Die Rückkehr von Dave Brailsford in eine wieder stärker operative Führungsrolle und der Übergang von Geraint Thomas in eine seniorige Fahrerposition signalisieren eine Neuausrichtung hin zu struktureller Klarheit und moderner Renninterpretation.
Kordis Abschied negiert nicht die Absicht hinter seiner Verpflichtung. Er unterstreicht vielmehr die Komplexität, Bahndominanz auf WorldTour-Niveau in nachhaltigen Straßenerfolg zu übersetzen. Die Performance-Abteilung war nach einer schwierigen Saison 2024 eines von mehreren überprüften Feldern, und die Veränderungen setzten sich bis 2026 fort.
INEOS hat bislang keine offizielle Stellungnahme zur Trennung veröffentlicht. Vorerst liefert Bensons Bericht den deutlichsten Hinweis, dass das Kapitel Kordi beendet ist – ein weiterer Anpassungsschritt im laufenden Umbau des Teams.
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