„Wir konnten Etappe 1 retten, aber heute …“: Vuelta a Murcia von Sturmböen heimgesucht – fast komplette Rennabsage

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 15 Februar 2026 um 13:45
VueltaAMurciaWind
Während Regen und Schnee – im Winter übliche Hauptgegner des Pelotons – ausblieben, fegte in den vergangenen Tagen ein extrem starker Wind über die sonst sonnige Küste von Murcia und stellte die Vuelta a Murcia komplett auf den Kopf. Nach der Absage des zweiten Renntags schilderten mehrere Protagonisten ihre Sicht auf das Chaos.
Das schlechte Wetter beschränkte sich in dieser Woche nicht nur auf Murcia – nahezu jedes Profirennen in Spanien, Portugal und Frankreich litt darunter –, doch die Fahrer des zweitägigen Wettbewerbs traf es besonders hart. Die erste Etappe wurde abrupt verkürzt, dennoch trugen die Organisatoren einen 83 Kilometer langen Kurs aus. Windkanten rissen das Feld sofort auseinander, die Abstände im Gesamtklassement explodierten.

Böen bis 90 km/h – Sicherheit hat Vorrang

Vor Etappe 2 häuften sich die Warnsignale. „Am Start gab es immer Zweifel: fahren wir oder nicht?“, sagte Marc Soler, Sieger der ersten Etappe und späterer Gesamtsieger, bei Eurosport. „Es gab eine ‚Orange-Warnung‘, wir haben es versucht, dann kamen viele Böen, einige Fahrer wurden von der Strecke geblasen – das war nicht wirklich sicher.“
Marc Soler bei der Vuelta a España 2025. @Sirotti
Marc Soler bei der Vuelta a España 2025. @Sirotti
Das Peloton rollte dennoch zur Königsetappe los, doch schon in den ersten Minuten wehten heftige Böen Fahrer buchstäblich von der Straße. Unter solchen Bedingungen ließ sich kein sicheres Rennen durchführen, die Etappe wurde neutralisiert. „Es ist immer leicht zu reden, wenn man nicht betroffen ist und nicht zu denen gehört, die von der Strecke geweht wurden.“

Schau-Runde bis ins Ziel

Rennbetrieb war unter diesen Umständen unmöglich. Schließlich starteten die Fahrer in der Zielstadt Santomera noch einmal – allerdings lediglich zu einer Art Exhibition. Eine kurze neutrale Passage und anschließend ein kleiner Sprint ohne offiziellen Sieger beschlossen den Tag, ehe die Podiumszeremonien folgten.
Emils Liepins gewann diesen Sprint und schilderte ebenfalls seine Perspektive: „Wir haben versucht zu starten. Der Start war ganz okay, aber danach war es zu windig. Wir konnten die Räder nicht halten, also wurde neutralisiert und wir sind hier nur die eine Runde gefahren.“
Auch Kritik an der Organisation kam auf. „Die Fahrer sagten, die Organisation müsse vorher einen Plan machen, weil man bereits wusste, dass es super windig wird. Es braucht einen Plan B – nicht erst eine Stunde vor dem Start überlegen, was wir tun.“
Rennveranstalter Paco Gusman erklärte die Entscheidungen dieses chaotischen Tages: „Gegen einen heulenden Sturm können wir nichts ausrichten. Wir konnten Etappe 1 retten, aber heute gab es Böen bis zu 90 km/h.“ Selbst während der neutralisierten Phase direkt am Zielort blieb die Gewalt des Windes deutlich sichtbar.
„Wir hatten mit den Fahrern, Sportlichen Leitern und Kommissären vereinbart, fast die ganze Etappe zu fahren, weil es anfangs so aussah, als ginge es. Wir haben diese gemeinsame Entscheidung getroffen, ein Risiko genommen – und es ist schiefgegangen.“
Am Ende blieben von der Vuelta a Murcia weniger als zwei Stunden echtes Rennfahren – dennoch ein denkwürdiger Tag in dieser Saison. „Bevor die Sicherheit der Fahrer ernsthaft gefährdet wird, haben wir entschieden, das Rennen zu stoppen und für die abschließende kurze Runde ins Ziel zu fahren.“
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