Die Rückkehr konnte unmöglich leise ausfallen. Nicht bei diesem Namen, nicht mit dieser Geschichte und nicht mit einem brandneuen US-Team, das erstmals ins internationale Peloton einsteigt. Doch kaum jemand hätte erwartet, dass George Hincapies Modern Adventure Pro Cycling sein Wettkampfdebüt derart abgeklärt wirken lässt.
Bei der
AlUla Tour 2026 wollte Modern Adventure nicht nur lernen. Sie reisten mit Rang zwei auf der Schlussetappe durch Byron Munton ab, mit Stefan de Bod als Gesamtvierter und einer Reihe von Auftritten, die nahelegen: Dieses Team ist weiter als die meisten ProTeams im ersten Jahr.
Selbst im Teambus war man überrascht, wie schnell es klickte. „Ich kann gar nicht sagen, wie hart wir daran gearbeitet haben, aber wir hätten nie gedacht, dass wir bei der
AlUla Tour schon ein Podium und einen Bergankunft-Erfolg holen würden“, sagte Performance Director Bobby Julich anschließend
laut Velo. „Es macht unglaublich Spaß, und wenn wir darauf aufbauen, das replizieren, Copy-and-Paste in jedes Rennen, werden wir viel Spaß haben und Rennen gewinnen.“
Für ein Projekt, das gerade erst in die Profi-Ränge eintritt, ist das nicht die Sprache eines Teams, das nur überleben will. Es ist die Sprache einer Gruppe, die überzeugt ist, dass sie dazugehört.
Beweis vor dem Scheinwerferlicht
Dieser frühe Beweis zählt, denn das Scheinwerferlicht wird bald deutlich greller.
Modern Adventure hat bereits die erste WorldTour-Einladung für die Volta a Catalunya im März bestätigt, wo sie gegen Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel antreten. Für die meisten neuen Teams wäre dieser Schritt einschüchternd. Für Modern Adventure liefert AlUla etwas, das sie in dieses Umfeld mitnehmen können.
„Wir treten nicht nur an, um das Feld aufzufüllen“, sagte Hincapie während des Rennens. „Wir gehen zu Rennen wie der UAE Tour und der Volta a Catalunya mit einer Mischung aus Optimismus und realistischer Erwartung. Das sind Rennen, in denen wir gegen die besten Fahrer der Welt auf wirklich anspruchsvollen Profilen starten. Aber wir stehen mit Feuer in uns am Start und dem Wunsch, zu zeigen, wozu wir fähig sind.“
Dieser Satz, mitten in einer Wüsten-Rundfahrt platziert, liest sich nun wie ein Mission Statement für das, was folgt.
Mehr als nur ein neues Team
Modern Adventures Auftritt in AlUla ist nicht nur ein ermutigendes Debüt. Er ist ein Signal, dass dies kein Nostalgieprojekt und keine symbolische US-Rückkehr nach Europa ist. Die Fahrer haben bereits gezeigt, dass sie Rennen beleben, selektives Terrain überstehen und sich in Positionen bringen können, in denen Resultate möglich sind.
Genau das macht den kommenden Kalender so spannend. UAE Tour, Ruta del Sol, die belgischen Eintagesrennen und dann Catalunya. Das Niveau steigt steil an, aber der Glaube im Team scheint genauso schnell zu wachsen.
Für Hincapie ist das das erste echte Kapitel seiner Rückkehr in den Spitzenradsport in einer Führungsrolle. Und ob man das mit Neugier, Skepsis oder Optimismus betrachtet: Die Leistungen in AlUla sorgen dafür, dass es nicht um Gefühle geht. Es geht um Resultate.
Denn bevor das WorldTour-Scheinwerferlicht angeht, hat Modern Adventure bereits gezeigt, dass sie Rennen fahren können.