Damien Touzé, Profi von
Cofidis und im vergangenen Sommer noch Teilnehmer der Tour de France, steht womöglich vor dem Ende seiner Laufbahn. Nach einem schweren Sturz bei der Tour of Oman erlitt der Franzose gravierende Verletzungen. Sie hielten ihn nicht nur über längere Zeit im Nahen Osten fest, sondern brachten weitere Komplikationen mit sich. Eine Darmperforation sorgt dafür, dass er auch mehr als zwei Wochen nach dem Unfall weiterhin im Krankenhaus liegt. Zudem äußert der ehemalige WorldTour-Profi deutliche Kritik an den hohen Geschwindigkeiten im Peloton und deren Einfluss auf die Schwere von Stürzen.
Touzé eröffnete seine Saison 2026 bei der Classica Comunitat Valenciana und reiste Anfang Februar in den Oman, um die Muscat Classic und die Tour of Oman zu bestreiten. Auf der 4. Etappe stürzte er mit hohem Tempo, prallte mit großer Wucht in eine Leitplanke und zog sich einen Oberschenkelbruch, eine Milzruptur sowie mehrere Verletzungen an den Beinen zu.
Späte Diagnose verschärft die Lage
Die womöglich schwerste Verletzung erkannten die Ärzte jedoch erst, nachdem Touzé bereits die Erlaubnis erhalten hatte, das Krankenhaus im Oman zu verlassen und nach Europa zurückzukehren. „Zunächst haben sie nicht erkannt, dass ich ein Loch im Darm hatte. Sie hatten die Bauchdecke nicht geschlossen; es war, als wäre ich aufgerissen worden“, sagte Touzé im Gespräch mit Ouest-France.
Damien Touzé kämpft nach seinem schweren Sturz bei der Tour of Oman mit den Folgen schwerer Verletzungen - seine Zukunft im Profiradsport ist ungewiss
Ob er jemals wieder auf höchstem Niveau Rennen fahren kann, bleibt offen. „Werde ich jemals wieder auf hohem Niveau Rennen fahren können? Das wissen wir noch nicht“, erklärte der 29-Jährige bei RTBF. Die Schwere der Verletzungen stellt seine sportliche Zukunft grundsätzlich infrage.
Hohe Geschwindigkeiten als Risiko
Touzé sieht seinen Fall nicht als Einzelfall. Immer häufiger ereignen sich im Peloton Hochgeschwindigkeitsstürze mit drastischen Folgen. Nahezu jeder Spitzenfahrer erlitt in den vergangenen Jahren schwere Verletzungen - und auch auf anderen Ebenen des Profiradsports wiederholen sich solche Szenen.
Der fünfmalige Grand-Tour-Teilnehmer beobachtet eine bedenkliche Entwicklung: „In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Stürze in diesen Rennen - die normalerweise die sichersten sind - zugenommen. Die Spannung ist wirklich extrem, und seit Saisonbeginn sehen wir in jedem Rennen mindestens einen großen Sturz“, betonte er.
Zudem macht Touzé die technische Entwicklung der Räder mitverantwortlich. Die immer höheren Geschwindigkeiten verschärfen aus seiner Sicht die Folgen von Kollisionen. „Die Räder… ich habe das Gefühl, sie passen nicht mehr zu uns. Sie sind wie ein Stück Holz. Man fährt auf der Ebene problemlos 60 km/h, eingeklemmt am Hinterrad. Schon der kleinste Rempler wird für uns hundertfach größer.“