„Er wird nie mit geringeren Erwartungen als jetzt starten können“: Marc Sergeant drängt Paul Seixas zu seinem Tour-de-France-Debüt

Radsport
Samstag, 02 Mai 2026 um 11:30
Paul Seixas
Die Radsportwelt stellt sich eine zentrale Frage: Gibt der französische Überflieger Paul Seixas in diesem Sommer sein Debüt bei der Tour de France? Nach einem außergewöhnlichen Frühjahr hält die Debatte an, ob der Teenager schon bereit ist für das größte Rennen des Sports. Ex-Profi Marc Sergeant hat sich nun geäußert und argumentiert, dass es keinen besseren Zeitpunkt gebe, um das junge Talent an die Grande Boucle heranzuführen.

Der perfekte Zeitpunkt, um ohne Druck zu lernen

Sergeant zufolge bietet ein Tour-Start für Seixas in diesem Jahr einen einzigartigen psychologischen Vorteil. Weil er noch so jung ist, wäre die Erwartungslast deutlich geringer als bei einem späteren Debüt, wenn er bereits als etablierter Profi gilt.
„Mit weniger Druck als dieses Jahr wird er nie zur Tour fahren können. Er kann nichts falsch machen, gerade weil er noch so jung ist“, erklärte Sergeant. „Wenn es schlecht läuft, kann er sagen: ‚Vielleicht war es etwas früh, aber ich bin hierher gekommen, um zu lernen‘“, sagte er im Interview mit Het Nieuwsblad.
Zu langes Warten, warnt Sergeant, könne sogar nach hinten losgehen und ein unnötig harsches Umfeld erzeugen. Zudem sei allein die frühe Konfrontation mit der schieren Dimension des Events ein riesiger Gewinn.
„Wenn er die Tour mit 21 zum ersten Mal fährt und sie enttäuscht, werden die Leute schnell sagen: ‚Er ist seit drei Jahren Profi und ist trotzdem eingebrochen.‘ Mit geringeren Erwartungen als jetzt wird er nie starten können“, führte Sergeant aus. „Und die Erfahrung, die er dieses Jahr sammeln kann, ist enorm wichtig. Die Tour ist ein Zirkus wie kein anderer. Das kann er jetzt alles entdecken, während die Einsätze niedriger sind.“
Paul Seixas bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026
Paul Seixas at the 2026 Liège-Bastogne-Liège

Körperlich bereit für die Herausforderung

Neben der mentalen Komponente gibt es naturgemäß Bedenken, ob der Körper eines Teenagers drei harte Wochen Grand-Tour-Belastung verkraftet. Sergeant bleibt gelassen und verweist auf Seixas’ jüngste Leistungen in äußerst anspruchsvollen Etappenrennen.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass er die Tour gut überstehen wird“, sagte Sergeant selbstbewusst. „Wenn man sieht, wie er Tag für Tag bei der Baskenland-Rundfahrt, einem sehr harten Rennen, auftritt, sehe ich keinen Grund, anzunehmen, dass er bei der Tour einbricht.“
Zudem weist Sergeant darauf hin, dass der moderne Radsport viele wissenschaftliche Schutzmechanismen bietet, um junge Fahrer vor langfristigen Schäden zu bewahren. Wenn die Ermüdung zu groß wird, ist ein vorzeitiger Ausstieg keine Schande.
„Und wenn er sich wirklich schlecht fühlt, kann er einfach aussteigen. Gerade mit dem heutigen Datenmonitoring lässt sich die richtige Entscheidung problemlos treffen.“
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