„Wenn ich UAE wäre, würde ich mir das merken“ – Mögliche Schwäche bei Vingegaard nach Duell mit Pogacar aufgezeigt, Contador analysiert das Finale der 3. Etappe

Radsport
Dienstag, 07 Juli 2026 um 12:45
Mit 200 Metern bis ins Ziel ging Pogacar aus dem Windschatten von Isaac Del Toro und startete den entscheidenden Antritt zum Sieg auf Etappe 3 der Tour de France 2026.
Die 3. Etappe der Tour de France brachte das erste direkte Duell zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard auf einem explosiven Finale. Obwohl der Däne der Attacke des Titelverteidigers standhielt, sieht Alberto Contador in der Sequenz äußerst wertvolle Hinweise für den weiteren Rennverlauf. Der zweifache Toursieger zerlegte in Eurosports La Montonera die kleinen Details des Finales und verwies auf ein spezifisches Bild, das aus seiner Sicht UAE Team Emirates-XRG genau studieren sollte.
Contador konzentrierte sich auf Vingegaards Reaktion wenige Sekunden nach Pogacars Beschleunigung. Der in Madrid geborene Experte meint, der Blick des Visma-Lease a Bike-Kapitäns über die Schulter könne als Zeichen von Verwundbarkeit gelesen werden, mahnte jedoch zugleich, dass endgültige Schlüsse verfrüht wären.
„Wäre ich sportlicher Leiter, Coach oder Fahrer bei UAE, würde ich diesen Blick von Vingegaard kaum drei Sekunden nach Pogacars Angriff als klares Symptom von Schwäche interpretieren“, sagte er im Fernsehen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Etappenkontext sich deutlich von dem unterscheidet, was die großen Anstiege der Schlusswoche bringen werden.
Für Contador taugt das Ergebnis dieses dritten Tages nicht als Maßstab für das Hochgebirge. „Wir sprechen über eine superexplosive Etappe, die nichts mit dem zu tun hat, was wir in der letzten Woche finden werden“, betonte er.
Gerade wegen des Profils hob der Kommentator Vingegaards Verdienst hervor, auf Terrain zu kontern, das seinen natürlichen Stärken deutlich weniger entgegenkommt.

„Vingegaard war der Beste aller Klassementfahrer“

Tatsächlich zählt der frühere Profi den Dänen zu den großen Protagonisten des Tages. Auf einem Finale für Fahrer mit scharfem Antritt blieb Vingegaard gegen deutlich punchigere Spezialisten bei den Besten. „Er war der Beste von allen Fahrern mit Gesamtwertung-Ambitionen“, urteilte Contador und unterstrich, dass er Rivalen gegenüberstand, deren Profile wesentlich besser zu dieser Art Finale passen.
Unter den genannten Namen führte er Fahrer wie Juan Ayuso und Remco Evenepoel an, beide mit besonders kräftigem Punch auf kurzen, explosiven Anstiegen. Zum Belgier äußerte er zudem eine kritische Lesart und sah in den Schlussmetern einige Anzeichen von Leiden.
Contador erinnerte daran, dass Evenepoel nicht so leicht reagieren konnte wie die anderen Favoriten, als Isaac del Toro rund 600 Meter vor dem Ziel das Tempo anhob. Der Olympiasieger verlor kurzzeitig das Hinterrad, und Richard Carapaz—ebenfalls ein Olympiasieger—musste die Lücke schließen, damit sie vor der entscheidenden Aktion nicht größer wurde.
Eine weitere Schlüsselfigur der Analyse war Del Toro selbst. Der junge Mexikaner spielte erneut als Anfahrer für Pogacar eine entscheidende Rolle und setzte eine zermürbende Führung, die den heutigen Polti-Eigentümer beeindruckte.

Del Toro, Pogacars bester Edelhelfer

Contador erklärte, Del Toro sei nach seiner Führungsarbeit für einen Moment fast zum Stillstand gekommen und habe nach dem immensen Einsatz auf der Spitze durchatmen müssen. Erst dann fand er seinen Rhythmus wieder und hängte sich zurück an die wichtigsten Klassementfahrer.
Dieses Detail war für den Kommentator besonders aufschlussreich, weil es sowohl die Selbstlosigkeit des Mexikaners als auch seine herausragende Form zeigt. „Er hat sich völlig geleert. Der Aufwand, den er betrieben hat, war sehr, sehr großzügig“, betonte Contador und merkte an, dass Del Toro nicht nur ein einfacher Helfer sei, sondern genug Qualität habe, sogar das Schluss-Podium in Paris ins Visier zu nehmen.
Unterm Strich bleiben für Contador nach dem ersten großen Schlagabtausch zwischen Pogacar und Vingegaard zwei klare Botschaften. Einerseits glaubt er, dass UAE bei ihrem großen Rivalen einen kleinen psychologischen Riss ausgemacht haben könnte.
Andererseits warnt er, dass dieser explosive Etappenausgang nichts darüber aussagt, was passiert, wenn die Tour die Alpen und die Pyrenäen erreicht. Dort werden beide Anwärter auf Gelb ihr wirkliches Niveau offenlegen.
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