Wer den mythischen Col du Tourmalet überstanden hatte, durfte sich am Freitag in Bordeaux auf Sprint-Action freuen. Am Ende setzte sich in der Stadt des Weins
Tim Merlier durch und schlug Soren Waerenskjold sowie Biniam Girmay deutlich. Sein Rivale
Jasper Philipsen musste sich derweil mit Rang fünf begnügen.
Der Sprintzug von Alpecin-Premier Tech lieferte seinem Kapitän scheinbar einen perfekten Lead-out. Doch Philipsen kam nicht auf Touren und wurde von den anrollenden Konkurrenten überlaufen. Im Ziel war der Belgier sichtlich frustriert und warf wütend seinen Helm.
„Ich war in der Position, um den Sprint zu eröffnen“, sagte Philipsen gegenüber
Sporza. „Ich konnte lancieren, aber es war nicht genug Speed da. Das ist enttäuschend, weil das Team alles perfekt gemacht hat.“
„Natürlich ist nach so einem Rennen Frust da, aber das gehört zum Sport“, sagte er. „Wenn ich nicht mein Niveau erreiche, macht das keinen Spaß. Eigentlich fühlte ich mich recht gut, aber in den letzten 200 Metern fehlte mir einfach die Explosivität. Schade, doch ich habe alles versucht. Es reichte nicht.“
Die Rundfahrt ist jedoch längst nicht entschieden. Am Samstag bekommt Philipsen mit einer weiteren gradlinigen Etappe von Périgueux nach Bergerac die nächste Chance.
„Die Tour ist noch lang“, sagte er. „Ich werde jede Möglichkeit bestmöglich nutzen. Ich hoffe, das Gefühl verbessert sich, aber ich muss die aktuelle Situation akzeptieren. Es kommen noch mehrere Chancen, und hoffentlich nutzen wir sie mit besseren Beinen.“
Pedersen bleibt im Grün
Während Philipsen heute auf den Etappensieg zielte, setzte der Führende der Punktewertung,
Mads Pedersen, auf Schadensbegrenzung. Da der Däne weiß, dass er gegen die reinrassigen Topsprinter bei der Tour nicht mithält, lag der Fokus auf dem Zwischensprint. Dort holte er hinter dem Ausreißerduo erfolgreich die vollen 16 Zähler.
„Es war wie immer in Bordeaux ein sehr schneller und nervöser Tag im Finale. Hauptziel war es, unsere Führung in der Punktewertung zu festigen. Beim Zwischensprint wurde ich starker Dritter und steckte mir 16 wertvolle Punkte gegen meine Rivalen ein, insbesondere Biniam Girmay und Jasper Philipsen.“
Mads Pedersen im Grünen Trikot
„Im Finale war die Positionierung sehr schwierig und chaotisch. Im Massensprint wurde ich Neunter, das ist nicht das Etappenergebnis, auf das ich spekuliert hatte, aber ein gutes Resultat fürs Grüne heute. Die Beine fühlen sich nach den Bergen gut an, und es ist noch ein langer Weg bis Paris.“
Pedersen führt die
Punktewertung derzeit komfortabel mit 204 Zählern an. Dahinter folgt Biniam Girmay mit 145 Punkten, vor Max Kanter mit 140 und Tagessieger Tim Merlier mit 134. Jasper Philipsen komplettiert die Top 5 mit 126 Punkten.
Punktewertung nach Etappe 7
| Platz | Fahrer | Team | Punkte |
| 1 | Pedersen Mads | Lidl-Trek | 204 |
| 2 | Girmay Biniam | NSN Cycling Team | 145 |
| 3 | Kanter Max | XDS Astana Team | 140 |
| 4 | Merlier Tim | Soudal Quick-Step | 134 |
| 5 | Philipsen Jasper | Alpecin-Premier Tech | 126 |
| 6 | Pogacar Tadej | UAE Team Emirates-XRG | 75 |
| 7 | Wærenskjold Søren | Uno-X Mobility | 73 |
| 8 | Kooij Olav | Decathlon CMA CGM Team | 70 |
| 9 | Turgis Anthony | Team TotalEnergies | 64 |
| 10 | Vingegaard Jonas | Team Visma | Lease a Bike | 61 |